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Börse : Der Dax knabbert an den 5.000 Punkten

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Der Trend zeigt nach oben Bild: H.-G. Oed/STOCK4B

Die Zinssenkungen zeigen Wirkung. Wenn auch nicht unmittelbar auf die Wirtschaft, so doch auf die Börse. Der Dax stieg zumindest kurz über die 5.000 Punkte.

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          Die Bullen sind wieder los. Nachdem nun nicht mehr nur die amerikanische Notenbank massiv die Zinskeule schwingt, sondern auch die Europäische Notenbank nachzieht, keimt der Optimismus aller Orten. Die Börsen legen in breiter Front zu und steigen wie zu Zeiten der großen Hausse.

          Am Donnerstag Abend liegt der Dow Jones leicht im Plus, die Nasdaq ist beinahe unverändert und der Dax hat zum ersten Mal seit zwei Monaten zumindest kurzzeitig die Nase über die 5.000-Punkte-Marke gestreckt.

          Technolgie- und Telekommunikationswerte ziehen wieder

          Allen voran die Technologiewerte. Aktien, die vor wenigen Wochen noch die großen Spielverderber waren, stehen nun auf der Sonnenseite und führen den Himmelssturm an. Allen voran Infineon mit einem Plus von 6,56 Prozent, der Lufthansa und der Deutschen Telekom mit jeweils etwa sechs Prozent. Und nicht zu vergessen Epcos und Siemens. Kursverluste sind an solchen Tagen zumindest im Dax kaum zu beobachten.

          Auch am Neuen Markt spielt wieder die Musik. „Die Zinssenkungen beflügeln den Markt, wir könnten aus technischer Sicht auf 5.100 bis 5.150 Punkte im Dax laufen", sagte ein Händler. Investoren, die sich zuvor von Engagements zurückgehalten hätten, würden angesichts der anhaltend festen Tendenz nun in den Markt einsteigen. „Die Leute merken plötzlich, dass es nach oben geht.“

          „Der Trend ist dein Freund“

          Wie lange das so geht, wird niemand genau sagen können. Wer bei der Kursbewegung dabei ist, wird ganz nach dem Motto „der Trend ist dein Freund“ versuchen, dabei zu bleiben, bis sich die Anzeichen auf eine Erschöpfung der Bewegung mehren. Dann wird eine unter Umständen sogar größere Korrekturphase nicht ausgeschlossen sein.

          Aber vorerst deutet vieles auf die Fortdauer der freundlichen Tendenz hin. Zum einen sind das - die eigentliche Ursache der guten Stimmung - die tiefen Zinsen verbunden mit weiterer „Senkungsfantasie“ und der Hoffung auf die zügige Erholung der Wirtschaft. Zum anderen deuten Gewinnmitnahmen an den Rentenmärkten - der Bund-Future gibt 30 Stellen nach - mögliche Umschichtungen aus den Renten- in die Aktienmärkte an. Selbst der Dollar erwachte wieder zur alten Stärke und fiel nach der europäischen Zinssenkung von knapp 90 Cents auf 89,10 Cents im Tief.

          "Window Dressing" bringt positiven Einfluss

          Nicht vergessen sollte man dabei einen weiteren Faktor. Das sind die Fonds und die institutionellen Anleger. Ihr Erfolg wird zum Jahresende am Index gemessen - und je höher der Index, desto stärker ist der Druck, in die Bewegung noch einzusteigen, wenn sie nicht schon dabei sind. Das erzeugt eine gewisse Eigendynamik. Auch der so genannte „Januar-Effekt“ dürfte jetzt schon eine Rolle spielen. Denn Anfang eines jeden Jahres werden neue Mittel angelegt und sorgen in der Regel für eine gute Kursentwicklung. Ein weiter Grund dabei zu sein.

          Natürlich lassen sich aber gewisse Risiken nicht ganz verheimlichen. Bei Einzelaktien dürfte ein Blick auf die Bewertung immer interessant sein, denn schlechte Unternehmenszahlen können trotz guter Stimmung zu Kursverlusten führen. Auch könnten konjunkturelle Daten eine wirklich dramatische Entwicklung andeuten und zur Ernüchterung führen. Zum anderen sind da noch die politischen Risiken der internationalen „Terrorbekämpfung“. Entwickelt sich dort aber nichts wirklich dramatisches, dürfte der Bulle zumindest vorerst weiter seine Form trainieren.

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