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Brexit und Corona-Hoffnung : Dax steigt auf Rekordhoch von 13.815 Punkten

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Die Dax-Tafel im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt Bild: AFP

Der deutsche Aktienindex Dax ist auf den höchsten Stand seiner Geschichte gestiegen. Der Leitindex kletterte am Montag bis auf 13.815 Punkte und übertraf damit ganz knapp das bisherige Rekordhoch vom 19. Februar 2020 bei 13 795,24 Punkten.

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          Als Ursache wird in erster Linie die Erleichterung über das vorläufige Brexit-Abkommen genannt, das dem Standardwerteindex ein Plus von rund 1,5 Prozent verschafft. Großbritannien und die EU hatten sich an Heiligabend auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. „Das Abkommen ist gut und wird beiden Seiten gerecht“, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Entscheidend ist, dass das Abkommen Raum für zukünftige Regierungen lässt, das Handelsverhältnis zu intensivieren.“

          Investoren griffen unter anderem bei den Aktien der Deutschen Post zu, die sich um 3,1 Prozent verteuerten. Firmenchef Frank Appel stellte dank des Booms im Paketgeschäft in den vergangenen Monaten für 2020 einen Rekordgewinn in Aussicht.

          Aber auch der Kurs des Lieferdienstes Delivery Hero stieg um 3,7 Prozent. Die Nachricht, dass das Unternehmen den Konkurrenten Woowa nur unter Auflagen der südkoreanischen Kartellbehörde KFTC übernehmen darf, scheint eher als Ritterschlag denn als Problem zu gelten. Das deutsche Unternehmen muss zuerst seine Südkorea-Tochter Yogiyo verkaufen, weil Yogiyo und Woowas mit der Marke „Baedal Minjok“ zusammen auf einen Marktanteil von 99,2 Prozent kommen. Dies könne zu höheren Gebühren für Restaurants führen und auch den Kunden schaden. Zudem bestehe die Gefahr, dass andere Marktteilnehmer aufgrund der starken Marktmacht und des Informationsvorsprungs an einem Markteintritt gehindert werden.

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          Insgesamt aber steht die Rally auf einer breiten Basis. Nur die Notierung des Flugzeugturbinenbauers MTU blieb leicht im Minus. Nach dem Start der Coronavirus-Impfungen in Deutschland und anderen europäischen Staaten sind auch Reise- und Touristik-Werte begehrt, die unter den Pandemie-Beschränkungen besonders stark leiden. Der Aktienkurs der Lufthansa und des Reiseveranstalters TUI legen um rund 5 Prozent zu.

          Neben dem Brexit-Abkommen wird auch die Unterzeichnung des Konjunkturpakets durch den noch amtierenden amerikanischen Präsidenten Donald Trump genannt. Diese hatte sich merklich auf den Terminhandel auf den amerikanischen Aktienmarkt ausgewirkt. Am frühen Morgen hatten die Kontrakte noch einen wenig veränderten Start des S&P-500-Index schließen lassen – nun wird ein festerer Start erwartet.

          Nichtsdestoweniger gilt auch, dass der Handel „zwischen den Jahren“ doch eher ruhig verläuft. In diesem Jahr hat die Börsenwoche aber immerhin drei volle Handelstage, so dass insgesamt mehr Marktteilnehmer aktiv sein dürften als in anderen Jahren.

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