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Börse : Dax dürfte Richtung Rekordhoch klettern

  • Aktualisiert am

Sieht doch gar nicht schlecht aus für 2020! Bild: dpa

Der Dax-Index ist nicht mehr weit von seinem Rekordhoch. das könnte er „zu 99,99 Prozent“ schon am Dienstag erreichen.

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          Weit hat er es nicht mehr, der Dax. Am Dienstag könnte er schon wieder Kurs auf ein Rekordhoch nehmen, nachdem er erst im Vormonat im Verlauf bei 13.640,06 Punkten ein solches erreicht hat. Am Vortag schloss er mit 13.494 Punkten zwar ein wenig tiefer, aber das ficht Optimisten nicht an.

          Und die haben anscheinend wieder das Sagen. Die europäischen Börsen hätten die neue Woche mit Kursverlusten begonnen, aber die amerikanischen Märkte hätten die Virussorgen hinter sich gelassen, konstatiert die LBBW am Morgen. Letzteres habe dann den ostasiatischen Börsen Rückenwind verliehen und ihnen zu einem freundlichen Start in den Tag verholfen. Der Broker IG taxiert den Dax auf 13.606 Punkte und damit 0,8 Prozent über seinem Vortagesschluss.

          Allerdings war der wichtigste Markt in Japan wegen des Gedenktag der Staatsgründung geschlossen. In China legten die Kurse an der Börse in Schanghai um 0,5 Prozent zu, ebenso der Straits-Times-Index in Singapur. Der südkoreanische Kospi gewann 1 Prozent.

          DAX ®

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          Allerdings verwiesen einige Analysten darauf, dass die Fabriken in China nach dem Ende der Zwangspause nur langsam wieder in Schwung kämen. Investoren könnten die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie unterschätzen. Die Fachleute der amerikanischen Bank JP Morgan kappten ihre Konjunkturprognose für China für das erste Quartal. Entscheidend sei nun, wie lange es dauere, bis die Produktion wieder auf vollen Touren laufe.

          Die Auswirkungen des Coronavirus seien noch nicht absehbar, doch setzten die internationalen Investoren nun vor allem auf eine gut laufende Berichtssaison der Unternehmen, meint Analyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Hinzu komme die finanzielle Unterstützung für die Wirtschaft Chinas durch die Zentralbank des Landes.

          Er setzt „zu 99,99 Prozent“ auf ein Rekordhoch und taxiert den Dax bei 13.672 Punkten. Auf Tristesse folge nun Euphorie, doch die „Kaufpanik“ könne auch schnell wieder in „Verkaufspanik“ umschlagen. Alle Indikatoren verhießen eine Fortsetzung der aktuellen Dynamik, ebenso die jüngsten Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2020.

          F.A.Z.-Index

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          Weiter weg von seinem Rekordhoch ist dagegen der mit 100 Werten den deutschen Aktienmarkt breit abbildende F.A.Z.-Index. Das liegt nicht zuletzt daran, dass dieser, wie international üblich, im Gegensatz zum Dax Dividenden außen vor lässt und so die reine Kursentwicklung abbildet. Jedenfalls schloss dieser am Montag bei 2548 Punkten und damit ein gutes Stück entfernt vom 2018er-Rekordhoch von 2687 Zählern.

           „Die Aktienmärkte scheint mal wieder nichts aufhalten zu können“, sagt Seema Shah, Chefstrategin des Vermögensverwalters Principal Global Investors. Zugleich warnt sie davor, den kurzfristigen Marktbewegungen hinterherzulaufen. Auf absehbare Zeit drohe ein Hin und Her zwischen scharfen Korrekturen und kurzfristigen Erholungsrallys.

          Blieben Fabriken länger geschlossen und würden damit Lagerbestände abgebaut, verschlechterten sich die Wachstumsaussichten - sowohl für China als auch weltweit - erheblich. Am Dienstagmorgen wurde bekannt, dass Chinas Machthaber Xi Jinping vor den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus' gewarnt habe. Einige der Maßnahmen gegen die Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit schadeten der
           Konjunktur, habe Xi laut Teilnehmerkreisen anlässlich eines Treffen des ständigen Ausschusses des Politbüros Anfang vergangener Woche gesagt. Dem Nationalen Institut für Finanzen und Entwicklung zufolge könnte das Virus das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um bis zu einem Prozentpunkt dämpfen.

          Man habe im noch jungen Jahr 2020 schon einige Male gesehen, dass es zu einem kurzen und heftigen Ausverkauf und anschließend einer ebenso kräftigen Erholung kommen könne, sagt Shah. In einem Umfeld, in dem es viele Unsicherheiten gibt und die Märkte nervös sind, könne dies das Muster für die absehbare Zukunft sein. Vor diesem Hintergrund sei es wenig empfehlenswert, den Marktbewegungen ständig hinterher zu laufen.

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