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Geldwäsche : „Blinde Flecken im Wirecard-Skandal“

Viel Lesestoff: Wirecard-Akten des Untersuchungsausschusses Bild: dpa

Für FDP-Politiker Herbrand drückt sich die Regierung vor lückenloser Aufarbeitung der Missstände. Bis zu 10.000 Verdachtsmeldungen bleiben unbearbeitet.

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          Drei Wochen nachdem der Untersuchungsausschuss des Bundestags seinen Abschlussbericht zur Wirecard-Affäre vorgelegt hat, schlägt der Skandal um Bilanzmanipulation und Geldwäscheverdacht in Berlin noch immer hohe Wellen. Der Bundestagsabgeordnete der FDP, Markus Herbrand, wirft dem für die Finanzaufsicht Bafin zuständigen Bundesfinanzministerium eklatantes Politikversagen vor. Seine Kritik bezieht sich auf eine Antwort des Finanzministeriums auf seine Anfrage zu den Geldwäscheverdachtsmeldungen mit Bezug zu Wirecard, die in der Zentrale für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) eingegangen sind. Herbrand interessieren die Meldungen bis Mitte 2017, als die FIU vom Bundeskriminalamt (BKA) auf den Zoll, der dem Finanzministerium unterstellt ist, übertragen wurde.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Staatssekretärin Sarah Ryglewski antwortet in ihrem der F.A.Z. vorliegenden Schreiben: „Eine valide Auswertung der Alt-Datenbestände des BKA ist hierbei regelmäßig nicht möglich.“ Sie nennt technische Gründe, die einem automatisierten Abgleich entgegenstehen. Dabei kann es sich um fast 10 000 Verdachtsmeldungen handeln, die nicht mehr aufgearbeitet werden können. Eine „nahezu fünfstellige Zahl“ nannte Ryglewski in einer Verschlusssache des Wirecard-Untersuchungsausschusses im Februar 2021, die der F.A.Z. ebenfalls vorliegt. Hier geht es um Verdachtsmeldungen, die einen „noch nicht abschließend bestimmbaren Bezug zum Wirecard-Konzern aufweisen“. Überwiegend seien diese vor dem Übergang der FIU vom BKA zum Zoll eingegangen.

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