https://www.faz.net/-gv6-6okby

Blick auf die Märkte : Knapp behauptet in die neue Handelswoche

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Bei anhaltender Unsicherheit um die Auswirkungen der weltweiten Krise ist der deutsche Aktienmarkt am Montag knapp behauptet in die neue Handelswoche gestartet. Es herrsche noch gespannte Ruhe, was sich am Nachmittag mit den amerikanischen Hausverkäufen ändern könnte.

          Bei anhaltender Unsicherheit um die Auswirkungen der weltweiten Krise ist der deutsche Aktienmarkt am Montag knapp behauptet in die neue Handelswoche gestartet. Der Leitindex Dax sackt um weitere 0,3 Prozent auf 4166 Zähler ab, der MDax mittelgroßer Werte ebenso stark auf 4750 Punkte zu. Der TecDax verliert 1,1 Prozent auf 445 Zähler.

          Matt Buckland, Aktienhändler bei CMC Markets, zufolge herrscht noch gespannte Ruhe an den Börsen, was sich spätestens am Nachmittag mit amerikanischen Konjunkturdaten wie den Hausverkäufen ändern könnte.

          Bankentitel wie Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank bleiben unter Druck. Händler verweisen auf den nicht abreißenden negativen Nachrichtenstrom für die Branche. So benötigt der unter staatlicher Kontrolle stehende große amerikanische Hypothekenfinanzierer Freddie Mac weitere 30 bis 35 Milliarden amerikanischen Dollar an Staatshilfen. Darüber hinaus bleibt die schwedische SEB einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge auf ihrer Deutschlandtochter sitzen. Für die ehemalige BfG gebe es keine Kaufinteressenten. Die Idee einer deutschen „Bad Bank“ zur Übernahme hochriskanter Papiere der Banken findet indes immer weniger Anhänger. Zahlreiche Experten und Politiker sprachen sich am Wochenende dagegen aus. Aktien der Deutschen Bank büßen 2,25 Prozent auf 16,50 Euro ein.

          Infineon stehen mit minus 11,8 Prozent am Indexende. Händler verweisen darauf, dass die Aktien aufgrund der geringen Marktkapitalisierung aus dem Fokus gerückt sind. Sie seien ein „Zockerwert“, der als Pennystock aufgrund des niedrigen Kursniveaus zumeist entweder am Indexende oder an der Spitze stehe. Thyssen-Krupp sind unterdessen mit einem Abschlag von etwas mehr als 1 Euro nur optisch sehr schwach. Die Aktien des Stahlkonzerns werden ex Dividende gehandelt. ThyssenKrupp schüttet 1,30 Euro je Aktie aus.

          Fresenius Medical Care (FMC) stemmen sich mit plus 1,1 Prozent gegen den Negativtrend. Auch im Krisenjahr 2009 will der Dialysedienstleister die Ausschüttung an die Aktionäre erhöhen. Zudem sollen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. Händler äußerten sich positiv, auch wenn die Aussagen nicht überraschend kämen. „Ein defensiver Wert wie FMC dürfte sich aber nur besser als der Markt entwickeln, wenn der Dax weiter schwächelt“, wandte ein Börsianer ein. Unterdessen hat die Citigroup das Kursziel von 42 auf 38 Euro gesenkt, die Empfehlung bleibt „Buy“.

          Deutsche Anleihen zur Eröffnung kaum verändert

          Die zunehmenden Sorgen über die rund um den Globus nach oben schnellende Staatsverschuldung ließen die Kurse am Rentenmarkt weiter fallen. Analyst Kornelius Purps von der Unicredit verwies darauf, dass beispielsweise das amerikanische Finanzministerium allein in dieser Woche Anleihen im Volumen von 78 Milliarden Dollar verkauft, dazu den ungefähr gleichen Betrag in Geldmarktpapieren. Das zunehmende Angebot galt in den vergangenen Tagen als Hauptgrund für den Renditeanstieg am Rentenmarkt.

          Der Bund-Future gibt 34 Basispunkte auf 122,87 Prozent nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,96 Prozent. Der Bobl-Future verliert 36 Basispunkte auf 115,67 Prozent.

          Weitere Themen

          Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

          Börse : Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

          Der Handelsstreit drückt die Aktienkurse und die Renditen sicherer Anleihen auf Rekordtiefs. Wie es an den Finanzmärkten weiter geht, könnte sich auch an der wichtigen Dax-Marke von 11.500 Punkten entscheiden.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.