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Blick auf die Märkte : Deutsche Aktien starten freundlich

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die deutschen Aktienmärkte haben erwartungsgemäß die Erholungsrally an der Wall Street nachgeholt. Der Dax liegt kurz nach Handelseröffnung gut 2 Prozent im Plus. Dennoch warnen Börsenexperten: Der Ausverkauf an den Aktienmärkten ist nicht beendet.

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          Nach der kräftigen Erholungsrally der Wall Street vom Wochenausklang wird auch am deutschen Aktienmarkt am Montag eine freundliche Gegenbewegung erwartet. Gestützt auf eine sehr positive Vorgabe der Wall Street sind die deutschen Aktienindizes am Montag mit deutlichen Kursgewinnen gestartet. Der deutsche Leitindex Dax legte in den ersten Minuten um 1,3 Prozent auf 4183 Punkte zu, der MDax mittelgroßer Werte stand um 2,2 Prozent höher bei 4839 Zählern. Der Technologie-Index TecDax kletterte um 2,9 Prozent auf 445 Punkte. Am Freitag hatte der Dax mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 4127 Punkten geschlossen.

          Positive Impulse gibt laut Händlern zudem die staatliche Hilfe für die Citigroup: Zur Rettung der in der Finanzkrise schwer angeschlagenen Großbank will die amerikanischen Regierung nach Medienberichten Bürgschaften in Höhe von bis zu 300 Milliarden Dollar (237 Milliarden Euro) übernehmen. Die amerikanischen Börsen waren am Freitag von überverkauftem Niveau mit Tiefststand seit 2003 aus deutlich angesprungen. Der Leitindex Dow Jones gewann 6,5 Prozent auf 8046 Prozent. Für positive Impulse hatte laut Händlern ein Medienbericht gesorgt, dass der bisherige New Yorker Notenbankchef Timothy Geithner neuer amerikanischen Finanzminister werden soll.

          Am Morgen stand der der Future auf den amerikanischen Leitindex 513 Punkte über seinem Niveau zum Xetra-Schluss vom Freitag. Die Tokioter Börse blieb feiertagsbedingt geschlossen.

          Bankenwerte wie die Deutsche Bank stehen nach der weiteren Kapitalspritze der amerikanischen Regierung für die Citigroup im Fokus, betonten Börsianer. Bei dem Branchenprimus kommt laut Händlern noch ein Bericht der „Financial Times“ hinzu, der allerdings schon im Wesentlichen bekannte Pläne zu Kostensenkungen wiedergebe. Jedoch könnte die Eigenkapitalquote durch eine Kapitalerhöhung aufgebessert werden, was der Markt sensibel verfolgen dürfte.

          Thyssen-Krupp wurden positiv erwartet. Abgesehen von der sich abzeichnenden Markterholung verwiesen die Börsianer insbesondere auf einen Bericht der „Financial Times Deutschland“, wonach der Chef des Stahlkonzerns, Ekkehard Schulz, die Führungskräfte auf einen strikten Sparkurs eingeschworen hat. Nach FTD-Informationen erhält ein großer Kreis von Managern in den nächsten Tagen ein Schreiben, das dazu auffordert, alle Ausgaben einer genauen Prüfung zu unterziehen. Ziel ist es demnach, im Konzern Einsparungen von rund einer Milliarde Euro zu erzielen. Allein die Verwaltungskosten sollen um rund zehn Prozent sinken. „Das ist schon positiv“, sagte ein Händler. „Die massiven Einsparmaßnahmen sind allerdings Folge des deutlichen Abschwungs im Sektor.“

          Einzelhändler wie Metro und Douglas sollten ebenfalls im Auge behalten werden. Metro setzten sich auch mit einem Plus von 4,4 Prozent auf 21,77 Euro im frühen Handel an die Spitze der Dax-Werte. Die britische Regierung will die strauchelnde Wirtschaft laut Presseberichten mit einer Senkung der Mehrwertsteuer ankurbeln. Ein Händler hält direkte Auswirkungen auf die deutschen Einzelhändler zwar für fraglich. „Die Hoffnung auf eine vergleichbare Aktion in Deutschland dürfte allerdings den Aktien des Sektors helfen“, sagte er. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Ludwig Georg Braun, forderte in der Berliner Zeitung „B.Z. am Sonntag“ bereits Steuersenkungen zur Stärkung der Konjunktur. Zu den wichtigsten Eckpunkten gehöre eine Rücknahme von mindestens einem Mehrwertsteuerpunkt, „damit die Preise für alle sinken“.

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