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Blick auf die Märkte : Der Dax startet im Minus

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Mit einem Verlust von 1,5 Prozent startet der Dax in die neue Handelswoche. Die Kursverluste an den asiatischen Märkten belasten auch die deutsche Börse. Der Ausblick auf die anlaufende Berichtssaison ist nicht verlockend.

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          Belastet von Kursverlusten der Stahl- und Finanzwerte ist der Dax am Montag mit einem Minus in den Handel gestartet. Er gab 1,5 Prozent auf 4276 Punkte nach. Im Verlauf der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex noch um 3,8 Prozent zugelegt. Am Freitag schloss der Dax mit einem Minus von 2 Prozent bei 4338 Punkten.

          Salzgitter und ThyssenKrupp litten Börsianern zufolge unter der Prognosesenkung des österreichischen Konkurrenten Voestalpine. Thyssen-Aktien gaben 2,1 Prozent auf 15,60 Euro nach, Salzgitter-Titel büßten 3,1 Prozent auf 55,31 Euro ein. An der Wiener Börse verloren Voestalpine 2,8 Prozent auf 14,80 Euro.

          Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen um die Einrichtung einer „Bad Bank“ sowie der Pläne der Bundesregierung zur Enteignung von Aktionären strauchelnder Banken standen außerdem die Finanzwerte unter Druck. So gaben die Aktien der Deutschen Bank 2,9 Prozent auf 20,10 Euro nach. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel der Hypo Real Estate rutschten sogar um 7 Prozent auf 1,201 Euro ab.

          Die amerikanischen Aktienmärkten hatten zum Wochenausklang belastet durch schwache Konjunkturdaten deutlich im Minus und nahe der Tagestiefs geschlossen. Der Dow Jones Industrial verlor 1,82 Prozent - damit war der Januar der schwächste Jahresauftakt in der Geschichte des Index. Der Future auf den amerikanischen Leitindex lag am Morgen 0,8 Prozent unter dem Niveau zum Xetra-Schluss am Freitag. In Japan büßte der Nikkei-225-Index am Morgen 1,5 Prozent ein.
          Am Nachmittag dürften aktuelle Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben sowie Bauausgaben und der ISM-Index die weitere Richtung vorgeben.

          Die schwankungsreiche Schwächephase an den deutschen Aktienmärkten dürfte sich Experten zufolge fortsetzen. Die Berichtssaison läuft an, doch nachdem die bislang vorgelegten Unternehmensbilanzen überwiegend enttäuschten, ist von dieser Seite kaum Erfreuliches zu erwarten. Den anstehenden Konjunkturdaten schauen die Anleger mehrheitlich mit Skepsis entgegen. Zwar haben sich der ZEW-Index, das Ifo-Geschäftsklima und der Euro-Einkaufsmanagerindex zuletzt überraschend stabilisiert, die Weltwirtschaftslage bleibt dennoch bedrückend.

          Laut der Experten der Landesbank Berlin wird der deutsche Leitindex Dax angesichts der massiven Belastungsfaktoren seine Talfahrt fortsetzen. Sie rechnen bald mit einem Unterschreiten der 4000er Marke. Eine Fortsetzung der Bärenmarkt-Rally sehen auch die Analysten der Commerzbank: „Vermutlich haben wir das Tief der Aktienkurse noch nicht gesehen.“

          Einzig die Helaba ist optimistischer: Nach Ansätzen einer Stabilisierung der Stimmung im Unternehmenslager in Deutschland und dem Euroraum folge in der kommenden Woche mit dem ISM-Index das amerikanischen Pendant. „Sollten auch hier Bodenbildungstendenzen erkennbar werden, wäre dies für den Aktienmarkt eine gute Voraussetzung, um wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser zu gelangen“, meint Analyst Markus Reinwand.

          Die Autoindustrie in Deutschland wird voraussichtlich nicht nur wegen des monatlichen amerikanischen Fahrzeugabsatzes im Blick stehen. BMW gab kürzlich bekannt, in der ersten Februarwoche Umsatzzahlen veröffentlichen zu wollen. Zudem legt die Deutsche Bank endgültige Zahlen vor, nachdem sie bereits Mitte Januar über das erste Verlustjahr in der Nachkriegsgeschichte berichtet hatte. Am Freitag werden Zahlen zum ersten Geschäftsquartal des Chipherstellers Infineon erwartet, dessen amerikanischen Tochter Qimonda erst kürzlich Insolvenz angemeldet hat.

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