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Blick auf die Märkte : Dax tendiert sehr schwach

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Andere Händler sprachen nach den kräftigen Aufschlägen vom Dienstag auch von Gewinnmitnahmen. Die Entwicklung vom Vortag habe schon einiges vorweggenommen, sagte ein Händler. Zudem haben politische Börsen bekanntlich kurze Beine. „Übergeordnet werden der Schuldenabbau der Investoren, Banken und Haushalte und die Aussicht auf eine amerikanischen Rezession mit fallenden Unternehmensgewinnen gefolgt von einem sehr schwachen Wirtschaftswachstum über einen langen Zeitraum hinweg die bestimmenden Themen der Finanzmärkte sein“, kommentiert etwa Nordea.

Händler verwiesen zudem auf das Phänomen später Kursabstürze, was zu der Art und Weise passe, wie Fonds Aktien verkauften. Diese platzierten ihre Verkaufsorders zumeist „gegen Handelsschluss“, weil der Wert der Fonds zu den Schlusskursen kalkuliert werde. Die Fonds stehen unter anderem wegen der Rückkäufe ihrer Kunden unter Druck, Anteile aus ihrem Portfolio zu verkaufen.

Belastet wurden die Kurse auch von den Daten zum Arbeitsmarkt. Laut dem ADP-Arbeitsmarktbericht ist die Beschäftigung im Privatsektor im Oktober um 157.000 Stellen gesunken. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang um 100.000 erwartet. Auch der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe im Oktober blieb unter den Prognosen.

Unter Druck standen am Berichtstag vor allem Finanztitel: Die Aktien des Anleiheversicherers Ambac Financial stützen um 40,9 Prozent auf 2,01 Dollar ab. Der Verlust hat sich im dritten Quartal aufgrund der schwachen Entwicklung im Derivatemarkt deutlich ausgeweitet. Auch andere Finanzinstitute, die in Zukunft stärker reguliert werden dürften, gaben nach. J.P. Morgan brachen um 7 Prozent auf 39,22 Dollar ein, Citigroup um 14 Prozent auf 12,63 Dollar und Bank of America um 11,3 Prozent auf 21,75 Dollar.

General Motors zeigten sich zunächst nicht belastet von den schlechten Zahlen der Finanztochter GMAC, drehten später aber doch auch ins Minus. Allerdings fiel ihr Minus mit 2,8 Prozent auf 5,56 Dollar im Dow noch vergleichsweise milde aus. Die Tochter hat im dritten Quartal aufgrund von Verlusten im Immobilienbereich ResCap einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar nach 1,6 Milliarden Dollar im Vorjahr ausgewiesen.

Als „Wahlverlierer“ büßten Pharmatitel für ihr Republikaner-freundliches Image. Im Dow verbilligten sich Merck & Co sowie Pfizer um jeweils 7,7 Prozent.

Amerikanische Anleihen freundlich

Nach schlechter als erwartet ausgefallenen amerikanischen Konjunkturdaten und abstürzenden Aktienmärkten zeigen sich die amerikanischen Treasurys am Mittwoch im späten Geschäft in New York in freundlicher Verfassung. Auch erneute, vom Hypothekenmarkt kommende Käufe hätten wie schon am Vortag die amerikanischen Anleihen gestützt, hieß es. Gleichwohl begrenzten die aufkommenden Auktionen neuer Staatsanleihen im Wert von insgesamt 55 Milliarden Dollar die Kursaufschläge.

Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 4,00 Prozent stiegen um 14/32 auf 102-21/32 und rentierten mit 3,67 Prozent. Der mit 4,50 Prozent verzinste Longbond gewann einen ganzen Punkt auf 106-6/32, seine Rendite fiel damit auf 4,14 Prozent.

Begrenzt werden die Gewinne von den vom Finanzministerium angekündigten Rekordauktionen neuer Staatspapiere. In der nächsten Woche sollen Zehnjährige im Wert von 20 Milliarden Dollar, Schatzanweisungen im Wert von 10 Milliarden Dollar und Dreijährige im Volumen von 25 Milliarden Dollar an
dem Markt gebracht werden.

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