https://www.faz.net/-gv6-6ok82

Blick auf die Märkte : Dax tendiert gehalten

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Trotz der deutlichen Kursverluste an den Übersee-Börsen tendiert der deutsche Aktienmarkt am Freitag gehalten bis leichter. Anleger sorgen sich über schwache Konjunktur- und Unternehmensdaten.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag leichter in den letzten Handelstag der Woche gestartet und hat damit unter negativen Vorgaben gelitten. Für den Dax ging es in den ersten Minuten um 0,49 Prozent auf 4.406,36 Punkte nach unten, nachdem er am Donnerstag bereits über zwei Prozent verloren hatte. Der MDax mittelgroßer Werte fiel um 1,04 Prozent auf 5.013,32 Zählerm, und der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax sank um 0,70 Prozent auf 478,17 Punkte.

          Nach schwachen Konjunkturdaten und hohen Gewinnen zur Wochenmitte hatte der amerikanische Markt am Vorabend 2,70 Prozent verloren. Auch der Future auf den amerikanische Leitindex lag zuletzt 0,86 Prozent unter dem Niveau zu Xetra-Schluss. In Japan büßte der Nikkei-225-Index am Morgen 3,12 Prozent ein. Am Nachmittag sollten die Daten zu dem Bruttoinlandsprodukt in den Vereinigten Staaten , dem Einkaufsmanagerindex für Chicago sowie dem Verbrauchervertrauen der Uni Michigan die weitere Richtung vorgeben, kommentierte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

          Bankwerte verbuchten erneut Verluste. So sanken die Aktien der Commerzbank um 4,40 Prozent auf 3,37 Euro und die Papiere der Postbank gaben um 2,75 Prozent auf 8,85 Euro nach. Im MDax fielen die Aktien der Aareal Bank um 1,83 Prozent auf 3,75 Euro. Neben den negativen Vorgaben habe eine kritische Studie von JPMorgan zu deutschen Bankwerten für trübe Stimmung gesorgt, hieß es. Dem amerikanische Bankhaus zufolge erscheinen die Titel angesichts der Diskussion um eine „Bad Bank“ nicht attraktiv bewertet, zudem bestünde bei den oben genannten Banken und bei der Hypo Real Estate (HRE) zusätzlicher Abschreibungsbedarf in Milliardenhöhe.

          Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt wesentliche Nachbesserungen am Banken-Rettungspaket beschließen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehe nicht mehr eine zentrale staatliche Auffanggesellschaft für besonders riskante Wertpapiere, sondern die Einrichtung von einzelnen „Bad Banks“ jeweils innerhalb der angeschlagenen Kreditinstitute.

          Deutsche-Bank-Papiere verbilligten sich um 2,24 Prozent auf 20,275 Euro und HRE-Aktien sanken um 7,48 Prozent auf 1,36 Euro. Händler verwiesen auf einen Artikel der Zeitung „Bild“ (Freitagausgabe), demzufolge der Vorstandschef des angeschlagenen Immobilienfinanzierers HRE, Axel Wieandt, auch nach einem direkten Einstieg des Staates große Risiken für weiteren Finanzbedarf seiner Bank sieht.

          Deutscher Rentenmarkt tendiert im frühen Handel leichter

          Am deutschen Rentenmarkt rechneten Experten am Freitag mit einer gut behaupteten Tendenz. Negative Vorgaben vom amerikanische Anleihenmarkt dürften zwar belasten, hieß es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Das Rückschlagspotential dürfte jedoch durch schwache Aktienmärkte und freundliche Vorgaben aus dem asiatischen Rentenhandel begrenzt bleiben. Beim richtungweisenden Euro-Bund-Future sah die HSH Nordbank Unterstützungen bei 122,39 und 122,54 Punkten. Widerstand bestehe bei 123,07 und 123,25 Punkten. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Minus von 43 Stellen bei 122,46 Prozent

          Devisen: Euro weiter unter 1,30 Dollar

          Der Euro hat am Freitag weiter unter der Marke von 1,30 amerikanische Dollar notiert. Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2910 Dollar und damit knapp einen Cent weniger als am späten Vorabend. Ein Dollar war damit 0,7746 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag noch auf 1,3111 (Mittwoch: 1,3260) Dollar festgesetzt. Am Freitag dürften vor allem neue Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten im Blickpunkt der Anleger stehen. Besondere Beachtung sollten erste Zahlen zum Wachstum der amerikanische Wirtschaft im Schlussquartal 2008 finden. Am Markt wird mit einer drastischen Schrumpfung gerechnet. Zudem werden Daten zur Verbraucher- und Unternehmensstimmung veröffentlicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.