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Blick auf die Märkte : Dax startet mit Verlusten

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der Dax ist angesichts schwacher Vorgaben aus New York und Tokio mit Kursverlusten gestartet. Der Leitindex fiel um bis zu zwei Prozent. Auch Aktien von Alcoa verloren. Der weltgrößte Aluminiumkonzern hatte den zweiten Quartalsverlust in Folge gemeldet - Börsianer fürchten eine schwachen Bilanzsaison.

          Der Dax ist am Mittwoch angesichts schwacher Vorgaben aus New York und Tokio mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex fiel in den ersten Handelsminuten um zwei Prozent auf 4237 Punkte. Im Fokus standen im TecDax die Aktien von Solon, die um 23 Prozent auf 8,20 Euro einbrachen. Dem Solarmodulhersteller droht in Frankreich eine Abschreibung von 40 Millionen Euro.

          Die in Frankfurt notierten Aktien von Alcoa fielen um rund fünf Prozent. Der weltgrößte Aluminiumkonzern hatte am Abend nach Handelsschluss in New York den zweiten Quartalsverlust in Folge gemeldet. Börsianer sahen in den Zahlen eine erste Bestätigung für ihre Befürchtung hinsichtlich der schwachen Bilanzsaison, für die Alcoa traditionell den Startschuss gibt.

          Händler sprachen von Sorgen um eine schlecht verlaufende Berichtssaison in den Vereinigten Staaten, die Gewinnmitnahmen nach der deutlichen Erholung auf Monatssicht auslösten. Am Vorabend hatte der führende amerikanischen Aluminiumkonzern Alcoa für den befürchtet schwachen Auftakt der amerikanischen Bilanzsaison gesorgt. Hinzu komme die schwache Vorgabe: Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones verlor seit dem Xetra-Schluss 1,56 Prozent. An der Börse in Tokio gab der Leitindex Nikkei 225 ebenfalls deutlich nach. Auf der Agenda stünden indes keine entscheidenden Termine.

          Nach den schwachen Alcoa-Zahlen ging es für Titel wie ThyssenKrupp, Salzgitter und Klöckner & Co ebenfalls erst einmal deutlich abwärts. Salzgitter sackten um 5,20 Prozent auf 44,08 Euro ab, ThyssenKrupp fielen um 4,80 Prozent auf 14,29 Euro und Klöckner verbilligten sich um 4,59 Prozent auf 7,69 Euro. Der amerikanischen Aluminiumkonzern erlitt seinen zweiten Quartalsverlust in Folge und schnitt unterm Strich auch etwas schlechter ab als von Analysten erwartet. Die amerikanischen Titel gaben nachbörslich nach und Händler erwarten einen negativen Einfluss auf die deutschen Werte.

          K+S litten mit einem Minus von 4,44 Prozent auf 37,86 Euro unter schwachen Zahlen des amerikanischen Konkurrenten Mosaic. Dieser hatte am Vorabend Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt, die hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben sind.

          Daimler-Aktien stemmten sich erfolgreich gegen den Trend und gewannen an der Dax-Spitze 2,10 Prozent auf 23,085 Euro hinzu. Der Autobauer stellt sich auf ein Krisenjahr ein und will mit einem rigiden Sparprogramm seine Zukunftsfähigkeit erhalten. „Wir wollen auch in Zeiten schwacher Märkte ein starkes Unternehmen bleiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung laut Redetext. Ein Händler verwies zudem auf eine Heraufstufung der Papiere bei Goldman Sachs. Die Analysten erhöhten ihre Einstufung von „Neutral“ auf „Buy“.

          Export- und Finanzwerte drücken Fernost-Börsen ins Minus

          Die Börsen in Asien haben am Mittwoch Verluste hinnehmen müssen. Vor allem Exportwerte wie Sony-Aktien litten unter einem starken Yen. Doch auch die Furcht der Anleger vor einer schwachen Bilanzsaison drückte die Stimmung auf dem Parkett. Der Elektrokonzern Sharp schürte diese Ängste, weil er seine Verlustprognose für das Geschäftsjahr verdoppelte. Auch Finanzwerte standen angesichts neuer Sorgen um den Sektor auf der Verliererseite. Handelshäusern machte ein Rückgang des Ölpreises zu schaffen. Einige Händler sprachen zudem von Gewinnmitnahmen nach der 25-Prozent-Rally in den vergangenen Wochen.

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