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Blick auf die Märkte : Anleger ignorieren schlechte Vorgaben

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Trotz der schlechten Vorgaben von der Wall Street und den asiatischen Aktienmärkten setzen die deutschen Aktien am Freitag zu einer Erholung nach den schweren Verlusten vom Donnerstag an. Am Nachmittag werden die Karten nach den amerikanischen Arbeitsmarktdaten neu gemischt.

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          Der Dax hat am Freitag trotz schlechter Vorgaben von der Wall Street und den asiatischen Börsen mit Kursgewinnen eröffnet. Der Leitindex legte in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 4848 Punkte zu. „Nach dem gestrigen Ausverkauf fehlt heute der große Verkaufsdruck“, sagte ein Händler. Vor Veröffentlichung des amerikanischen Arbeitsmarktberichts am Nachmittag werde sich zudem kaum ein Anleger aus dem Fenster lehnen wollen.

          Die Aktien von Münchener Rück legten 2,8 Prozent auf 99,11 Euro zu, obwohl der Konzern im dritten Quartal wegen hoher Lasten aus der Finanzkrise nur einen Mini-Gewinn erzielt und seine Jahresprognose aufgegeben hatte.

          In Tokio verlor der Nikkei-225-Index 3,6 Prozent, nachdem schon die Wall Street auch am zweiten Tag nach der Präsidentenwahl schwere Kursverluste verzeichnen musste. Seit der Wahl Obamas am Dienstag verlor der Dow Jones schon mehr als 900 Punkte oder 10 Prozent.

          Am Donnerstag hatten schon die europäischen Aktienmärkte schwere Kursverluste erlitten. Der Dax verlor 6,8 Prozent auf 4814 Punkte, der Tec-Dax 8,6 Prozent auf 522 Punkte und der M-Dax 5,8 Prozent auf 5562 Punkte. Der Euro Stoxx 50 für Standardwerte der Euro-Zone ging mit einem Minus von 6,2 Prozent bei 2542 Punkten aus dem Tag.

          Der Münchener Rückversicherer hat nach einer erneuten Milliardenabschreibung auf Aktien im dritten Quartal sein Gewinnziel für das laufende Jahr gekippt. Das Konzernergebnis werde die zuletzt angestrebten 2 Milliarden Euro wahrscheinlich nicht erreichen, hieß es. Im dritten Quartal blieb das Unternehmen mit einem Konzernergebnis von 12 Millionen Euro gerade noch in den schwarzen Zahlen und verfehlte dabei zudem die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit 88,1 Millionen Euro gerechnet hatten. Insofern rechnen Händler mit Kursverlusten zu Handelsbeginn. Diese sollten sich jedoch in Grenzen halten, da die Dividende mit 5,50 Euro je Aktie auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll, sagte ein Börsianer.

          Daimler dürften Interesse auf sich ziehen, nachdem der Finanzvorstand in einem Gespräch mit der F.A.Z. gesagt hatte, dass die Gefahr einer feindlichen Übernahme durch den starken Kursverfall der zurückliegenden Wochen nicht gestiegen sei, da Kredite nicht zur Verfügung stünden oder sehr teuer seien. Ein Händler zeigte sich laut dpa-AFX gleichwohl skeptisch. Er zweifelt, ob überhaupt ein Unternehmen derzeit an einem Autobauer interessiert sei. Angesichts des Nachfragerückgangs bei Pkws und Lkws geht der Börsianer davon aus, dass selbst Daimler in den ersten zwei Quartalen des kommenden Jahres Verluste erleiden werde.

          Außerhalb der großen Indizes könnten die im S-Dax gelisteten Titel von Air Berlin laut Händlern leicht unter Druck geraten. Der zweitgrößten deutsche Fluggesellschaft könnten nach einem Bericht des „Handelsblatt“ Streiks ins Haus stehen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ist mit dem Angebot für die Kapitäne der vor dem Aus stehenden Air-Berlin-Tochter DBA unzufrieden, so das Blatt.

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