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Blick auf den Finanzmarkt : Versicherungswerte belasten den Dax

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Angesichts eines schweren Erdbebens in Japan sowie anhaltender Sorgen um die Lage in Nahost hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag an die Verluste der vorangegangenen zwei Handelstage angeknüpft. In den ersten Minuten rutschte der Dax deutlich ab.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag schwächer in den Handel gestartet. Der Dax verliert gegen 10.04 Uhr 0,8 Prozent oder 59 Punkte auf 7.004. Das Erdbeben in Japan belastet am Morgen. Der Nikkei, das Kursbarometer in Tokio, drehte mit den ersten Nachrichten deutlich nach unten. Zudem stehen im arabischen Raum die Freitagsgebete an, die zuletzt schon häufig zu Massenaktivitäten geführt haben. In Saudi-Arabien haben Einige den heutigen Tag schon zum Tag des Zorns ausgerufen. „In ein solches Umfeld wird vor einem Wochenende nicht investiert“, fasst ein Marktteilnehmer die Nachrichtenlage zusammen. Aus charttechnischer Sicht dürfte es im Falle eines nachhaltigen Bruches der 7.000er Marke zunächst in Richtung 6.920 Punkte gehen. Nach dem schweren Erdbeben vor der Nordostküste Japans haben nach Angaben eines Fernsehsenders vier Meter hohe Wellen die Pazifikküste des Landes erreicht. Fernsehbilder zeigten, wie in einer Hafenstadt Autos und Häuser von den Wassermassen fortgerissen wurden. Die amerikanische Erdbebenwarte USGS beziffert die Stärke des Bebens mit 8,9. Nach dem Erdbeben in Neuseeland und der Überschwemmung in Brisbane kommt damit eine weitere Schadenswelle auf die Rückversicherer zu. Munich Re verlieren 3,9 Prozent auf 112,20 Euro und Hannover Rück geben um 4,5 Prozent auf 38,95 Euro nach.

          Der Chemiekonzern BASF steigt bei der ehemaligen Tochter K+S aus und verkauft seine Beteiligung von 10,3 Prozent, rund 19,7 Millionen Aktien. Die Aktien des Düngemittelherstellers sollen am Morgen zu Preisen zwischen 50 und 51 Euro institutionellen Investoren angeboten werden. K+S verlieren 6,3 Prozent auf 50,82 Euro. Wenig relevant ist laut Marktteilnehmern der geplante Beteiligungsverkauf für die BASF-Bewertung. Die BASF will mit dem Erlös von etwa einer Milliarden Euro die Verschuldung senken. Unterstelle man eine Zinsbelastung von etwa 7 Prozent, spare BASF 70 Millionen Euro, also 7,6 Cent je Aktie, so Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Beim Gewinn je Aktie mache das etwa 5 Cent aus. Die Aktie verliert 1 Prozent auf 58,12 Euro. Der Abwärtsbewegung entziehen können sich die defensiven Versorger. So legen RWE um 0,3 Prozent auf 47,782Euro zu und Eon um 0,9 Prozent auf 23,06 Euro. Die von Fraport vorgelegten Geschäftszahlen 2010 liegen nach Einschätzung von Silvia Quandt Research im Rahmen der Erwartungen. Zu den Verkehrszahlen im Februar bemerken die Analysten, die Passagierzahlen seien stärker gestiegen als auf dem Flughafen Wien, das Wachstumstempo sei aber langsamer als jenes der Lufthansa. Die Aktie gewinnt 0,2 Prozent auf 50,82 Euro. Für neue Impulse dürften am Nachmittag Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten sorgen. Auf dem Programm stehen unter anderem die Einzelhandelsumsätze für Februar. Volkswirte erwarten im Mittel ihrer Prognosen eine Zunahme um 1,2 Prozent binnen Monatsfrist. Darüber hinaus steht die erste Veröffentlichung der von der Universität zu Michigan ermittelte Stimmung der amerikanische Verbraucher im März auf der Agenda. Hier rechnen Ökonomen mit einem Rückgang des Index auf 76,0 von 77,5 Punkten im Vormonat.

          Deutsche Anleihen verbuchen kräftige Kursgewinne

          Der deutsche Rentenmarkt ist am Freitag mit kräftigen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der für den Staatsanleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future legte am Morgen um 0,46 Prozent auf 122,59 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,248 Prozent. Im Mittelpunkt dürfte aus Sicht von Experten der EU-Gipfel stehen. Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder kommen zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammen. Der Gipfel dürfte die meisten Anleger aber enttäuschen, erwartet die HSH Nordbank. Da zudem die amerikanische Einzelhandelsumsätze sowie das amerikanische Verbrauchervertrauen enttäuschen dürften, sollte der Bund-Future weiter im Aufwind bleiben. Die Landesbank erwartet eine Handelsspanne von 121,80 bis 122,66 Punkten.

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