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Blick auf den Finanzmarkt : Unsicherheit wegen Schuldenkrise belastet Dax

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Die anhaltende Unsicherheit über den Zustand der europäischen Staatsfinanzen belastet den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn. „Der Markt kann die Sorgen um die europäische Schuldenkrise einfach nicht abschütteln. Das bringt den Dax unter Druck“, sagt ein Börsianer.

          Negative Vorgaben sorgen am deutschen Aktienmarkt für einen schwächeren Start in die neue Handelswoche. Der Dax knüpft im frühen Handel am Montagmorgen an seine Verluste der Vorwoche an und gibt 0,7 Prozent auf 7348 Punkte ab. Der MDax der mittelgroßen Werte verliert 0,8 Prozent auf 10.768 Punkte und auch der TecDax fällt um 0,9 Prozent auf 920 Punkte.

          „Die Belastungsfaktoren der Vorwoche sind weiter Thema“, sagt Marktstratege Ben Potter von IG Markets. So hielten sich sowohl die Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone als auch um das Wachstum der Weltwirtschaft und vor allem um die Dynamik Chinas. In Verbindung mit der saisonal schwächeren Börsenphase im Mai und Juni komme es zu Umschichtungen in Richtung defensiver Anlageklassen.

          Verkauft werden vor allem Finanzwerte. Im Dax zählen die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank mit Kursverlusten von 1,7 beziehungsweise 1,4 Prozent zu den größten Verlierern.

          Der Kurs des Baukonzerns Hochtief steigt im Nebenwerte-Index MDax trotz einer tiefroten Quartalsbilanz um 1,7 Prozent. Händlern zufolge waren die Verluste erwartet worden und der Auftragseingang sei gut ausgefallen.

          Schuldenkrise lässt Renten-Futures mit Gewinnen starten

          Die sich wieder verschärfende Schuldenkrise im Euroraum lässt den deutschen Rentenmarkt am Montag fester tendieren. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 15 Basispunkte auf 124,57 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 6 Basispunkte auf 116,19 Prozent.

          In Brüssel treffen sich zum Wochenauftakt die Kassenwarte der Eurogruppe. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schloss am Sonntag neuerliche Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland nicht aus. Könnten die Hellenen im kommenden Jahr nicht wie bislang geplant an die Kapitalmärkte zurückkehren, müsse über weitere Maßnahmen gesprochen werden. „Sollten dadurch Spekulationen in den Hintergrund gedrängt werden, dass es zu einer Umschuldung oder gar zu einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion kommt, könnte die Risikofreude wieder zunehmen und den Rentenmarkt tendenziell belasten“, sagt Viola Stork von der Landesbank Hessen-Thüringen.

          Für neue Impulse könnte am Nachmittag mit dem Empire-State-Index der erste regionale Frühindikator für das Verarbeitende Gewerbe der Vereinigten Staaten im Mai sorgen. Volkswirte erwarten einen Rückgang auf 18,00 von 21,70 Punkten im Vormonat. Darüber hinaus wird sich Amerikas Notenbankpräsident Ben Bernanke äußern. Charttechnisch sind die Bund-Futures bei 123,82 Prozent und 123,58 Prozent unterstützt. Widerstände finden sich bei 124,63 Prozent, 125,00 Prozent und 125,17 Prozent.

          Euro-Kurs leichter

          Der Euro startet etwas leichter in die für die Währungsgemeinschaft einmal mehr wichtige Woche. Bei den Gesprächen der Euro-Finanzminister wird der Leiter des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, fehlen. Er wird am Montag einem Haftrichter im Zusammenhang mit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung vorgeführt werden. „Strauss-Kahn hat in den vergangenen Monaten eine Schlüsselrolle in den Euro-Rettungsgesprächen eingenommen und wird daher fehlen“, lautet die Einschätzung eines Händlers.

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