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Blick auf den Finanzmarkt : Schwache Vorgaben belasten Dax

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Negative Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Asien belasten den Dax. Händler machen die hohe Nervosität am Markt dafür verantwortlich, dass sich viele Anleger zurückhalten. An der Wall Street hatten die Ölpest im Golf von Mexiko die Kurse belastet.

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          Belastet von Kursverlusten im späten Handel an der Wall Street sind die deutschen Aktienindizes am Mittwoch etwas schwächer gestartet. Der Leitindex Dax gibt ohne einen Wert im Plus 0,9 Prozent auf 5928 Punkte ab. Am Dienstag war der Leitindex noch zeitweise wieder über 6000 Punkte geklettert. Der MDax verliert ebenso stark auf 7895 Punkte, der TecDax fällt um 1 Prozent auf 737 Punkte.

          Im amerikanischen Handel waren die Kurse wegen Sorgen um Belastungen durch die Ölpest im Golf von Mexiko in der letzten Handelsstunde deutlich abgerutscht. Der Dow Jones Industrial sackte um rund 200 Punkte ab und der Future auf den amerikanischen Leitindex verlor seit dem Xetra-Schluss am Dienstag 1,1 Prozent. Auch in Japan gab es Kursverluste. Der Nikkei-225-Index drehte wieder deutlich ins Minus, nachdem er zwischenzeitlich von einem schwächeren Yen in Reaktion auf den Rücktritt des japanischen Regierungschefs Yukio Hatoyama profitiert hatte. Am Nachmittag könnten Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt neue Impulse geben.

          Bei den Einzelwerten stehen unter anderem BASF und Allianz im Fokus der Anleger. Einem Zeitungsbericht zufolge steht BASF kurz davor, sich mit den Eignern von Cognis auf eine Übernahme des Konkurrenten zu einigen. Der Kurs der BASF-Aktie fällt um 1,3 Prozent. Allianz-Papiere geben 1,2 Prozent nach. Wie die „Welt“ unter Berufung auf Konzernangaben berichtete, hat die Allianz Bank rund ein Jahr nach ihrer Gründung nach wie vor nur rund 350.000 Kunden.

          Rentenmarkt tendiert uneinheitlich

          Der deutsche Rentenmarkt hat am Mittwoch fester eröffnet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 8 Basispunkte auf 128,74 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future verliert indes 5 Basispunkte auf 120,55 Prozent.

          „Ohne neue relevante heimische Wirtschaftsdaten werden sich die Anleger heute primär an den Vorgaben aus den Vereinigten Staaten orientieren“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Dort dürften Positionierungen im Vorfeld der am Freitag kommenden, sehr gut erwarteten Arbeitsmarktdaten das Geschehen beherrschen und den Staatsanleihemarkt auf der Stelle treten lassen. Grundsätzlich blieben Staatsanleihen weiterhin als Hort der Sicherheit gesucht. Der Bund-Future dürfte sich laut HSH Nordbank in einer Handelsspanne von 128,10 bis 129,00 Punkten bewegen.

          Berg- und Talfahrt des Euro zum Dollar geht weiter

          Die starken Schwankungen der großen Währungspaare setzen sich auch am Mittwoch fort. Hatte der Euro gegen den Dollar im späten amerikanischen Devisenhandel am Dienstag noch über 1,23 Dollar gehandelt, so ist die Gemeinschaftswährung wieder bis auf 1,2217 Dollar zurückgefallen. Der neuerliche Rücksetzer des Euro gegen den Dollar, aber auch zum Yen geht einher mit Kursverlusten an den asiatischen Aktienbörsen.

          „Die Investoren suchen noch immer die Balance im Euro/Dollar“, meint Dan Cook, Analyst bei IG Markets in Chicago. Man dürfe damit rechnen, dass sich der volatile Handel fortsetzt und Händler mit ihren Währungspositionen entsprechend vorsichtig agieren, meint Cook. Das Tief des Euro vom Dienstag bei 1,2110 Dollar biete nun eine technische Unterstützung. Auf Widerstand dürfte der Euro an den Höchstständen vom Vortag bei 1,2340 bis 1,2360 Dollar stoßen.

          Mit Blick auf die im Tagesverlauf anstehenden Konjunkturdaten misst Ralf Umlauf von der Helaba den Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt das größte Potenzial bei, die Devisenkurse zu bewegen. Veröffentlicht werden die ausstehende Hausverkäufe im April. „Es gilt zu beachten, dass die steuerlichen Anreize für den Immobilienerwerb per Ende April ausgelaufen sind“, merkt Umlauf an.

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