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Blick auf den Finanzmarkt : SAP und Eon drücken Dax

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Auf dem Höhepunkt der Berichtssaison in Deutschland nehmen am Mittwoch viele Anleger am Aktienmarkt Gewinne mit. Unterstützung bekommt der Dax von den Aktien der Deutschen Bank, während SAP enttäuschten.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Verlusten gestartet. Händler sprechen von weiteren moderaten Gewinnmitnahmen, zumal SAP mit seinen Quartalszahlen nicht überzeugte und auch die Vorgaben aus den Vereinigten Staaten etwas belasten. Der Leitindex Dax sinkt um 0,6 Prozent auf 6575 Punkte, nachdem er tags zuvor bereits 0,38 Prozent abgegeben hatte. Der MDax verliert 0,6 Prozent auf 9266 Punkte. Der TecDax sinkt um 0,4 Prozent auf 812 Punkte.

          In den Vereinigten Staaten hatten der Leitindex Dow Jones Industrial (DJIA) zwar kaum verändert geschlossen und die Nasdaq-Börsen leicht zugelegt, doch der Dow-Future gab seit Xetra-Schluss um 0,25 Prozent nach.

          Europas größter Softwarehersteller SAP verzeichnete im abgelaufenen Jahresviertel dank der Übernahme von Sybase zwar einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg, blieb damit aber teilweise hinter den Analystenerwartungen zurück. Nur beim Umsatz habe SAP die Erwartungen leicht übertroffen. Der Aktienkurs fällt um 3,3 Prozent auf 37,03 Euro an das Dax-Ende.

          Eon büßen 0,4 Prozent auf 22,29 Euro ein. Der größte deutsche Energiekonzern muss wegen des schwachen Marktumfelds in Italien, Spanien und Frankreich rund 2,6 Milliarden Euro abschreiben. Der Ausblick für das laufende Jahr wurde zugleich nur bestätigt, was zahlreiche Investoren enttäuschte, da sie auf eine Anhebung spekuliert hätten, sagt ein Händler.

          Zu den stärksten Dax-Werten zählen die Titel der Deutschen Bank, deren Kurs um 1,1 Prozent auf 41,65 Euro zulegt. Der Finanzkonzern meldete zwar einen Verlust von etwas mehr als einer Milliarde Euro für das dritte Quartal, doch war die Ursache hierfür eine erwartete Abschreibung auf den Wert ihrer Postbank-Beteiligung. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern wie UBS habe sich zudem das Investmentbanking-Geschäft überraschend gut entwickelt. Auf eine angehobene Geschäftsjahresprognose 2010/11 des Konkurrenten Air France-KLM reagierten die Titel der Lufthansa mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 15,335 Euro.

          Leichte Kursverluste am Rentenmarkt

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 9 Basispunkte auf 129,28 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 1 Basispunkt auf 119,63 Prozent.

          Experten rechnen am Mittwoch mit einer anhaltend schwachen Tendenz der Staatspapiere. Neue amerikanischen Konjunkturdaten dürften positiv überraschen und damit Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Vermutlich werde die Notenbank Fed ihre Käufe von Staatsanleihen nicht ganz so großzügig gestalten, wie man das bis vor kurzem noch angenommen hat. Dies dürfte die Rentenpapiere belasten. Den Bund-Future sieht die Landesbank zwischen 128,96 und 129,79 Punkten.

          Dollar erholt sich weiter gegen Euro und Yen

          Der Dollar setzt beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Mittwochmorgen seine Erholung gegen den Euro als auch den Yen fort. Im Blick steht weiterhin die Fed-Sitzung in der kommenden Woche. Es gilt in der Zwischenzeit als ausgemachte Sache, dass die amerikanischen Notenbank eine Ausweitung der Geldmenge beschließen wird. Allerdings könnte die Ausweitung geringer ausfallen als noch vor kurzem erwartet.

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