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Blick auf den Finanzmarkt : Regierungswechsel in Italien gibt Aktien Auftrieb

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der Regierungswechsel in Italien gibt den Aktienkursen Auftrieb. Anleger hoffen, dass der Wirtschaftsexperte Mario Monti den Reformstau in Italien beenden wird.

          5 Min.

          Weitere Schritte im Reformprozess in Italien geben dem deutschen Aktienmarkt am Montag weiteren Auftrieb. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Sonntag soll der frühere EU-Kommissar Mario Monti Italien aus der Krise führen. Der auch von einer freundlichen Wall Street gestützte Dax steigt um 0,9 Prozent auf 6112 Zähler. Der marktbreite FAZ-Index tendiert dagegen wenig verändert und notiert bei 1363 Zählern.

          Bild: FAZ Helfert

          Allerdings hält sich die Euphorie nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Grenzen. Die neue Regierung müsse erst einmal zeigen, was sie könne, sagt ein Händler. Mit Spannung blickten die Investoren zudem auf den geplanten Verkauf fünfjähriger italienischer Staatsanleihen im Volumen von drei Milliarden Euro am Vormittag.

          Zu den größten Gewinnern im Dax zählen in den ersten Minuten Bayer, die nach einem weiteren Studienerfolg mit ihrem Gerinnungshemmer Xarelto um 1 Prozent zulegen. Deutlich in den Keller rauschen die Kurse von Q-Cells und Solarworld nach der Vorlage enttäuschender Quartalszahlen. Die Kurse stürzen um 18 beziehungsweise 6 Prozent ab.

          Rentenmarkt tendiert knapp behauptetet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag knapp behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 17 Basispunkte auf 137,09 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 5 Basispunkte auf 123,13 Prozent. Händler erklären dies vor allem mit den robusten Aktienmärkten in Asien. Dort sorgten neue Wachstumszahlen aus Japan für Aufschwung. Nach Regierungszahlen vom Montag ist die japanische Wirtschaft im dritten Quartal erstmals seit einem Jahr wieder gewachsen. Darüber hinaus sorgen politische Fortschritte in der europäischen Schuldenkrise für einen geringeren Zustrom in sichere Anlagen. In Griechenland und Italien - die beiden Euro-Länder mit der höchsten Staatsverschuldung - sind neue Regierungen auf dem Weg, um den Abwärtsstrudel zu stoppen.

          Die Woche startet mit der Aufstockung einer 5-jährigen italienischen Anleihen mit einem Volumen von 1,5-3 Milliarden Euro. Dies ist laut HSBC Trinkaus weniger als der Hälfte des sonst üblichen Volumens. Gleichzeitig legt die Slowakei eine neue 5-jährige Nullkuponanleihe mit einem Zielvolumen von 1,5 Milliarden Euro auf. Am Mittwoch begibt Deutschland eine neue 2-jährige Bundesschatzanweisung über sechs Milliarden Euro. Zudem werden noch Spanien und Frankreich am Markt aktiv. Am Geldmarkt nehmen Frankreich, Spanien, Belgien, Griechenland und Portugal 15 Milliarden Euro auf. Die Fälligkeiten belaufen sich laut HSBC Trinkaus auf 32 Milliarden Euro.

          Euro reagiert verhalten auf Berlusconi-Rücktritt

          Die Freude an den Devisenmärkten über den Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hält sich in Grenzen. Der Euro hat kaum auf die Nachricht reagiert und notiert zu Wochenbeginn wenig verändert zum Dollar.

          Bereits am Freitag hatte die Einheitswährung auf die Verabschiedung des Sparpakets durch den italienischen Senat und in Erwartung eines baldigen Abgangs Berlusconis mit Aufschlägen reagiert.

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