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Blick auf den Finanzmarkt : Makrodaten aus China hieven deutsche Aktien ins Plus

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Gute Konjunkturdaten aus China haben den deutschen Aktienmarkt mit Kursgewinnen starten lassen. Aber auch anhaltender Optimismus hinsichtlich einer Lösung der europäischen Schuldenkrise treibt weiter.

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          Gute Vorgaben und die Hoffnung auf Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise in der Eurozone haben den Dax am Montagmorgen wieder über 6.000 Punkte geschoben. Der Index klettert um 0,8 Prozent nach oben auf 6018 Punkte, der marktbreite FAZ-Index gewinnt 0,7 Prozent auf 1348 Zähler.

          Die europäischen Regierungschefs sprachen am Wochenende von Fortschritten auf dem Weg zu einer Lösung der Schuldenkrise und das sorgt laut Stratege Stan Shamu von IG Markets für gute Stimmung. Auch die Aussage der Vizepräsidentin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, derzufolge eine weitere geldpolitische Lockerung (QE3) wieder mehr in den Fokus rückt, stützt laut Shamu die Börsen.

          Hinzu kommen positive Konjunkturdaten aus China und entsprechend positive Vorgaben der asiatischen Börsen und all das sorgt für eine gute Vorgabe: Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial gewann 1 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Freitag. Der technische Analyst Christoph Geyer von der Commerzbank betont, dass der positive Wochenschluss eine anhaltend freundliche Stimmung auch in der anstehenden Woche erwarten lässt.

          Deutsche Anleihen tendierten wenig verändert

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag wenig verändert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 3 Basispunkte auf 134,64 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 2 Basispunkte auf 121,49 Prozent.

          Hintergrund ist die Vertagung der erhofften großen Lösung beim Gipfel-Marathon der EU- und Eurozonen-Länder. Nach tagelangen zähen Verhandlungen soll nun am Mittwoch ein Maßnahmenpaket zur Bankenrekapitalisierung sowie zur Hebelung des Euro-Rettungsfonds EFSF und zur weiteren Refinanzierung des hochverschuldeten Griechenlands vorgestellt werden.

          Bis dahin hätten die Märkte noch Zeit, um zu hoffen und „genau das werden sie vermutlich auch tun“, schreibt die HSH Nordbank in einem Ausblick vom Montag. Entsprechend weniger gefragt wären vermeintlich sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen. Analysten sehen mit Hinblick auf Mittwoch allerdings Enttäuschungspotential. Die Commerzbank schreibt angesichts der Ankündigungen aus der Politik von „leeren Versprechen“. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hält es ebenfalls für fraglich, ob die Entscheidungen der Euro-Retter überzeugen werden.

          Robuste Daten aus China stützen den Euro

          Die Ergebnisse des EU-Gipfels vom Wochenende haben am Montag im frühen europäischen Devisenhandel wenig Einfluss auf die großen Währungspaare. Der Euro hat zu Dollar und Yen leicht aufgewertet. Er wird jedoch laut Händlern in erster Linie von robusten Wachstumszahlen aus China gestützt. Der Euro handelt zum Dollar mit 1,39 Dollar, nachdem er im Tagestief mit 1,3829 Dollar die Besitzer wechselte.

          Das verarbeitende Gewerbe Chinas hat im Oktober wieder zum Wachstum zurückgefunden, was Sorgen über eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft vorerst besänftigen dürfte. Der im Auftrag der Großbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex stieg auf 51,1 Punkte von 49,9 Zählern im Vormonat, wie vorläufige Daten am Montag zeigen. In Asien legen die Aktienbörsen daraufhin zu, was Beobachter als Hinweis auf eine steigende Risikoneigung werten. Von dieser profitiere der Euro.

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