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Blick auf den Finanzmarkt : Makrodaten aus China hieven deutsche Aktien ins Plus

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Zudem sind die Börsianer auf das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft im dritten Quartal gespannt, das ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wird. Volkswirte tippen im Schnitt darauf, dass die Wirtschaftsleistung aufs Jahr hochgerechnet mit einer Rate von
2,5 Prozent zugelegt hat. Das wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber dem zweiten Quartal, als die weltgrößte Volkswirtschaft mit einer Rate von lediglich 1,3 Prozent vorwärts kroch. Falls die amerikanischen Wirtschaft eine neue Rezession weiterhin umschiffen
kann, dürfte auch der von einigen befürchtete Einbruch der Firmengewinne ausbleiben.

Am Freitag hatten die Hoffnungen auf einen baldigen Befreiungsschlag in der Euro-Krise der Wall Street noch deutlich Schub gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent höher auf 11.808 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,9 Prozent auf 1238 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 2637 Punkte.

Amerikanische Anleihen schwächer

Steigender Optimismus auf eine Einigung im europäischen Schuldendrama hat am Freitag die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen belastet und für eine schwächere Tendenz gesorgt. Profiteure der Entwicklung waren die als risikoreicher geltenden Rohstoff- und Aktienmärkte - auch der Euro legte zu. Die Attraktivität des vermeintlich sicheren Anlagehafens - also der amerikanischen Anleihen - ließ vor dem so wichtigen EU-Gipfel am Wochenende merklich nach. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,125 Prozent fieln um 6/32 auf 99-8/32 und rentierten mit 2,21 Prozent. Der mit 3,750 Prozent verzinste Longbond verlor 29/32 auf 109-8/32, seine Rendite stieg damit auf 3,26 Prozent. Da am Berichtstag keine amerikanischen Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, fokussierten sich Anleger auf die Entwicklung in Europa.

„Solange am Aktien- und Devisenmarkt die Rettung des Euro auf den anstehenden EU-Gipfeltreffen gespielt wird, wird der Abgabedruck bei den amerikanischen Anleihen anhalten“, sagte Michael Franz, leitender Händler für amerikanischen Papiere bei Wunderlich Securities in New York. Einige Händler sehen den Anstieg der zehnjährigen Renditen jedoch kurzfristig bei 2,375 Prozent gedeckelt, solange in Europa noch nichts in trockenen Tüchern ist.

Allerdings warnten kritische Stimmen, dass die Stimmung jederzeit drehen könnte, sollten neue Nachrichten aus Europa eintreffen. Bereits an den Tagen zuvor waren die Märkte quer durch alle Anlageklassen von hoher Volatilität geprägt gewesen. Händler merkten dann auch an, dass nach den aktuellen Plänen erst am Mittwoch nächster Woche abschließend in der EU über Ausstattung, Befugnisse und Hebel des Euro-Rettungsfonds EFSF entschieden werden soll. „Und bis dahin kann noch viel passieren“, sagte ein Händler. Insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich werde noch um eine einheitliche Linie gerungen, hieß es weiter.

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