https://www.faz.net/-gv6-6ujxk

Blick auf den Finanzmarkt : Makrodaten aus China hieven deutsche Aktien ins Plus

  • Aktualisiert am

Wall Street hegt Skepsis über Weihnachtsquartal

Noch dreht sich an der Wall Street alles um die Schuldenkrise in Europa. Sobald sich das jedoch ändert, dürfte sich der Blick der Börsianer wieder auf die Gewinnaussichten der amerikanischen Unternehmen richten. Was sie dann sehen, könnte ihnen jedoch schnell neue Kopfschmerzen bereiten. Denn obwohl das vergangene Quartal insgesamt positiv ausfällt, droht die lahme Konjunktur das Bild schon bald einzutrüben. Die Analysten haben bereits damit begonnen, ihre Gewinnschätzungen für das kommende vierte und das erste Quartal im neuen Jahr zu stutzen.

Besonders die Prognosen für Rohstoff-, Energie- und Finanzkonzerne werden seit Anfang Oktober getrimmt. „Die Furcht hat nicht nur die Märkte ergriffen, sondern auch amerikanischen Konzerne“, sagt Peter Cardillo von Rockwell Capital in New York. Die Anleger machen sich vor allem Sorgen über eine schwindende Nachfrage in Europa und China, wo sich das Wachstum ebenfalls abschwächen wird.

Nach Daten des Informationsdienstleisters Thomson Reuters haben in der laufenden Berichtssaison bislang knapp 70 Prozent der S&P-500-Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Die Firmen verdanken ihre Stärke jedoch zum Großteil der internationalen Nachfrage, was sie verwundbar für eine Abkühlung der Weltkonjunktur macht. „Es gibt noch immer einen Widerspruch zwischen dem robusten Gewinnwachstum und der weltwirtschaftlichen Unsicherheit“, erläutert Thomson Reuters-Analyst Jharonne Martis. Im
Schnitt verkaufen die Konzerne im S&P-500-Index rund 30 Prozent ihrer Produkte ins Ausland.

Im dritten Quartal dürften die Gewinne den aktuellen Prognosen zufolge gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 14,7 Prozent gestiegen sein - und damit deutlicher als noch vor drei Wochen mit 13,1 Prozent erwartet. Dieser Trend wird sich jedoch den Vorhersagen zufolge nicht fortsetzen. Im vierten Quartal erwarten die Analysten nur noch einen Gewinnanstieg von 12,5 Prozent und Anfang 2012 sogar nur noch 7,6 Prozent. Hier haben sich die Einschätzungen bereits deutlich eingetrübt, denn Anfang Oktober lauteten die Prognosen noch auf 15 beziehungsweise 10,2 Prozent.

Die entscheidende Frage lautet nun für die Börsianer, inwieweit diese Entwicklung bereits in den Kursen eingepreist ist. Einige Analysten sind überzeugt, dass die Gewinnschätzungen lediglich der Skepsis an der Börse hinterherlaufen. Falls dies tatsächlich der Fall ist, wären die Prognosen bei einer Aufhellung der Aussichten zu pessimistisch. „Falls Europa die Märkte mit einer Lösung der Schuldenkrise zufriedenstellen kann, werden sich die Prognosen als falsch herausstellen“, sagt Cardillo.

Die neue Handelswoche dürften jedoch zunächst wieder die Nachrichten aus Europa bestimmen. Die Staats- und Regierungschefs der von EU und Euro-Zone wollen auf drei Gipfeln um den Weg aus der Schuldenkrise ringen und spätestens Mittwoch entsprechende Entscheidungen fällen. Auch die Berichtssaison wird sich mit einigen Schwergewichten wie Caterpillar am Montag, Boeing am Mittwoch und Procter & Gamble am Donnerstag fortsetzen.

Weitere Themen

Technische Panne an Euronext

Aktienmärkte : Technische Panne an Euronext

An der Mehrländerbörse ist der Handel mit Aktien und Derivaten am Montag zeitweise zum Erliegen gekommen. Betroffen waren unter anderem die Handelsplätze in Paris und Amsterdam. Positive Quartalszahlen sorgten daneben für positive Stimmung.

Topmeldungen

Kurz nach der Sperrstunde stehen zusammengeklappte Stühle vor einer Bar in Neukölln.

Ladensterben : Wen hält es noch in der Stadt?

Wirtschaftsminister Altmaier will dem Einzelhandel helfen. Doch die Probleme in den Innenstädten gehen weit über die Corona-Krise hinaus – es drohen bis zu 50.000 Ladenschließungen.
Im italienischen Bergamo erreichte die Übersterblichkeit im internationalen Vergleich am frühesten hohe Werte.

Übersterblichkeit : Die hohen Kosten der Corona-Krise

Forscher diskutieren neue Studien zur Zahl der Corona-Opfer – und argumentieren, dass die Zahl der Todesfälle und die ökonomischen Kosten der Krise nicht gegeneinander ausgespielt werden können.
Kurz vor der Präsidentschaftswahl verklagt das amerikanische Justizministerium Google.

Vorwurf Marktmissbrauch : Amerika verklagt Google

Kurz vor der Wahl beginnt die Regierung ein Kartellverfahren gegen den Internetkonzern – und gibt damit auch einen Warnschuss an die anderen Tech-Konzerne.
Hanspeter Vochezer schult die Crews von großen Yachten.

Benimm dich auf Megayachten! : Kurs Knigge

Crewmitglieder von Megayachten haben sehr spezielle Arbeitsplätze, aber nicht immer die passende Ausbildung. Darum kümmert sich der Butler Hanspeter Vochezer aus der Schweiz.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.