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Blick auf den Finanzmarkt : Makrodaten aus China hieven deutsche Aktien ins Plus

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Der Yen büßt dagegen etwas an Boden ein, nachdem er am vergangenen Freitag ein neues Rekordhoch zum Dollar markiert hatte. Laut Devisenhändlern steigt damit die Wahrscheinlichkeit einer Intervention durch die japanische Notenbank. Solange der Dollar um 76 Yen handele, sei eine Intervention aber unwahrscheinlich, urteilt ein Devisenmarktstratege.

Keine klaren Signale gibt es dagegen vom EU-Gipfel in Brüssel. Dort haben sich die Staats- und Regierungschefs wie erwartet nicht abschließend auf einen umfassenden Plan zur Lösung der Euro-Staatsschuldenkrise einigen können. Wie aus Äußerungen von Verhandlungsteilnehmern am Sonntagabend hervor geht, gab es aber in verschiedenen Punkten eine Annäherung. So konzentrieren sich die Diskussionen über die Ausgestaltung des Euro-Rettungsfonds EFSF mittlerweile auf zwei Varianten.

Der zusätzliche Kapitalbedarf der Banken wird demnach auf bis zu 108 Milliarden Euro geschätzt. Allerdings gibt es noch keine Klarheit über die Höhe des anzustrebenden Schuldenschnitts für Griechenland, wovon auch die Höhe der Bankenrekapitalisierung abhängen dürfte. Beschlüsse sollen jedoch erst am Mittwoch gefasst werden.

„Marktteilnehmer müssen sich also noch etwas gedulden, bis ihnen die Ergebnisse der Krisengespräche präsentiert werden und auch dann ist fraglich, ob die Entscheidungen überzeugen oder ob die hoch gesteckten Erwartungen verfehlt werden“, kommentiert Ulrich Wortberg von der Helaba. Das Potenzial für Enttäuschungen bleibe vorhanden.

Aus technischer Sicht stößt der Euro bereits seit Wochen bei 1,39 Dollar und knapp darüber auf Verkäufe. Unterstützt ist die Gemeinschaftswährung bei 1,37 Dollar, wo die gleitende Durchschnittslinie der vergangenen 38 Handelstage verläuft.

Chinesische Konjunkturdaten beflügeln asiatische Börsen

Positive Konjunkturdaten aus China haben am Montag den Börsen in Asien Auftrieb verliehen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Großbank HSBC für die Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft stieg erstmals seit drei Monaten wieder und dämpfte Sorgen über eine allzu abrupte Abschwächung der chinesischen Wirtschaft.

Der PMI-Index der HSBC notierte im Oktober bei 51,1 Punkten nach 49,9 im September und damit erstmals seit Juli wieder über der 50-Punkte-Marke, die ein Wachstum signalisiert. Begründet wurde die Entwicklung mit einem Anstieg der Neuaufträge und der Produktion. Anleger fühlten sich zudem durch Annäherungen auf dem EU-Gipfel in den Fragen der Banken-Rekapitalisierung und der Stärkung des reformierten Euro-Rettungsschirms EFSF ermutigt. Auch der starke Yen trübte die Stimmung nicht.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss den Handel mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 8843 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte rund 1,5 Prozent auf 755 Zähler zu. Auch die Aktienmärkte in Taiwan , Singapur , Südkorea , Hongkong und Shanghai verzeichneten zum Teil deutliche Gewinne.

„Die Nachrichten aus Europa stimmen zuversichtlich“, sagte Portfolio-Manager Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. Schon die amerikanischen Börsen hätten am Freitag aufgrund dieser Zuversicht zugelegt, und der japanische Markt hole dies nun nach.

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