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Blick auf den Finanzmarkt : Leichte Verluste am deutschen Aktienmarkt

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag mit leichten Verlusten gestartet. Nach den erfolgreichen Anleihe- Auktionen in Europa und den enttäuschenden wöchentlichen Arbeitslosenanträgen in den Vereinigten Staaten nehme die Schwankungsanfälligkeit an den Märkten vor dem Wochenende zu, heißt es.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Kursverlusten in den Freitag gestartet. Bereits am Donnerstag ebbte der von der geglückten Auktion portugiesischer Staatsanleihen zur Wochenmitte ausgegangene Schwung nahezu vollständig ab. Auch das am Mittag erwartete Zahlenwerk von J.P. Morgan sorgt zu Handelsbeginn für Vorsicht. Gegen den Trend profitieren die Halbleiterwerte von dem optimistischen Ausblick, den Intel am Donnerstagabend nach Börsenschluss in den Vereinigten Staaten gegeben hat. Bis 9.45 Uhr verliert der Dax 0,3 Prozent oder 19 auf 7.056 Punkte. Charttechnisch ist der Leitindex im Bereich von 7.000 Punkten unterstützt, Widerstand findet sich auf dem Niveau von 7.090 Punkten. In der zweiten Reihe geht es für den MDax um 0,3 Prozent oder 33 auf 10.259 Punkte nach unten. Der TecDax gibt um 0,3 Prozent oder 2 auf 879 Punkte nach. Von der Konjunkturseite dürfte am Nachmittag die Veröffentlichung der amerikanische Einzelhandelsumsätze im Dezember für neue Impulse sorgen. Gut zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten resultieren aus dem privaten Konsum. Vorschusslorbeeren gab es angesichts der im Weihnachtsgeschäft proppenvollen Läden zwar reichlich. Jetzt müssen dies die „harten Zahlen“ aber noch belegen. Ökonomen erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen Anstieg um 0,9 Prozent binnen Monatsfrist. Vor dem Hintergrund der unverändert trostlosen Lage am amerikanische Arbeitsmarkt sehen Marktteilnehmer allerdings das Risiko einer Enttäuschung.

          Schon am Mittag wird mit J.P. Morgan die erste amerikanische Bank ihren Geschäftsbericht für das vierte Quartal vorlegen. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn von 0,99 Dollar je Aktie. Die Erwartungen an das Abschneiden der amerikanische Finanzbranche im Schlussvierteljahr 2010 sind allerdings vergleichsweise hoch. Auch hier besteht also Potential für negative Überraschungen, die zu Gewinnmitnahmen führen dürften. Gesucht sind im frühen Geschäft die Halbleiterwerte. Mit Intel hat am Vorabend der weltgrößte Chip-Hersteller ausgezeichnete Kennziffern für das abgelaufene Quartal vorgelegt und einen vor Zuversicht strotzenden Ausblick gegeben. Infineon legen um 1,0 Prozent auf 7,30 Euro zu, im TecDax steigen Dialog Semiconductor um 2,0 Prozent auf 18,70 Euro. Europaweit haussieren angesichts des von Intel angekündigten höheren Investitionsvolumens die Halbleiterausrüster. In London geht es für ARM um 9,4 Prozent auf 551,50 p nach oben, in Amsterdam ziehen ASML um 3,0 Prozent auf 28,99 Euro an. Am anderen Ende des Kurszettels geben MAN um 1,2 Prozent auf 89,69 Euro nach. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat einem Verkauf der Beteiligungen an MAN und Scania an Fiat eine Absage erteilt. BASF geben um 1,5 Prozent auf 57,55 Euro nach, Siemens um 1,0 Prozent auf 91,21 Euro. Im MDax legen Gagfah um 3,1 Prozent auf 6,87 Euro zu. Die Analysten von Goldman Sachs haben das Kursziel für das Immobilienunternehmen auf 9,10 Euro von 7,00 Euro angehoben und die Aktie auf die „Conviction Buy List“ aufgenommen. Im TecDax geht es für MorphoSys weiter nach oben, die Papiere des Biotechnologieunternehmens verteuern sich um 3,7 Prozent auf 21,42 Euro. Die Herausnahme des langjährigen Widerstand um 20 Euro zieht Anschlusskäufe nach sich.

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