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Blick auf den Finanzmarkt : GfK-Konsumklima und Wall Street stützen deutschen Aktienmarkt

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Die Hoffnung auf baldige Hilfen für das schuldengeplagte Griechenland und ein besser als erwarteter Konsumklima-Index lockt die Anleger am Dienstag wieder an den Aktienmarkt.

          Dank eines gestärkten Verbrauchervertrauens in Deutschland sowie positiver Vorgaben der Wall Street ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der Dax legt um 0,8 Prozent auf 7.162 Punkte zu. Der marktbreite FAZ-Index steigt um 0,7 Prozent auf 1607 Zähler. Für den MDax geht es um 0,9 Prozent auf 10.553 Punkte nach oben, der TecDax gewinnt 0,4 Prozent auf 859 Punkte.

          Die robuste Konjunktur beflügelt die Stimmung der deutschen Verbraucher, wie der überraschend gestiegene Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Morgen zeigte. In New York wiederum hatte der Leitindex Dow Jones am Vortag die Marke von 12.000 Punkten zurückerobert. Zudem blicken Anleger wieder etwas optimistischer gen Griechenland. Marktstratege David Buik von BGC Partners sagt, Investoren glaubten offenbar daran, dass das Parlament in Athen dem Sparpaket der Regierung zustimmen werde. Ein weiterer Börsianer betonte jedoch, dass der Markt vor der wegweisenden Entscheidung, die am Mittwoch auf der Agenda steht, anfällig bleibe.

          Die Aktien der Sportartikelhersteller Adidas und Puma profitierten von starken Zahlen des amerikanischen Konkurrenten Nike und legen kräftig zu. Adidas-Titel setzen sich mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent auf 53,40 Euro an die Spitze des Dax', die Puma-Papiere zählen im MDax mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent auf 208,60 Euro zu den stärksten Werten. Der weltgrößte Sportartikelkonzern Nike hatte im vierten Geschäftsquartal konzernweit den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar gesteigert und damit die Markterwartungen übertroffen.

          Rentenmärkte erholen sich

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag gut behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 4 Basispunkte auf 126,94 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 6 Basispunkte auf 117,87 Prozent.

          Im Handel stellt man sich mit Blick auf die Abstimmung im griechischen Parlament über das neue Sparpaket am Mittwoch auf ein zurückhaltendes Geschäft ein. Am Nachmittag steht in den Vereinigten Staaten die Bekanntgabe des Index des Verbrauchervertrauens für den Monat Juni auf der Agenda. Von Dow Jones befragte Analysten rechnen mit einem Rückgang auf 60,5 von 60,8.

          Nach Einschätzung der Helaba ist der Future charttechnisch zunächst daran gescheitert, in den unlängst unterschrittenen Aufwärtstrend zurückzukehren. Die Trendlinie verlaufe am Berichtstag bei 127,48 Prozent. Sollte eine Rückkehr in den Trend dennoch gelingen, würde sich weiteres Potential nach oben entwickeln. Die nächsten Widerstände lokalisieren die Analysten bei 127,57 Prozent und 128,05 Prozent. Unterstützungen seien bei 126,62/73 Prozent anzutreffen.

          Euro wenig verändert zum Dollar

          Der Euro präsentiert sich beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Dienstagmorgen wenig verändert zum Dollar. Im Markt ist von einer zurückhaltenden Stimmung die Rede. Die Erwartung einer Zustimmung zu den neuen Sparmaßnahmen in Griechenland hat zuletzt eine kleine Erholung im Euro ausgelöst. Allerdings wird viel davon abhängen, ob die Opposition das Sparpaket billigt oder nicht. Sollte diese dagegen stimmen, könnte sich die Erholung der Gemeinschaftswährung als kurzfristig erweisen, heißt es einschränkend.

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