https://www.faz.net/-gv6-15906

Blick auf den Finanzmarkt : Gewinnmitnahmen im Dax

  • Aktualisiert am

Belastet von negativen Vorgaben der Wall Street tendiert der Dax am Donnerstag etwas schwächer. Am Nachmittag könnten amerikanische Daten und die Zinsentscheidungen der Bank von England und der Europäischen Zentralbank neue Impulse bringen.

          Belastet von negativen Vorgaben der Wall Street zeigt sich der Dax am Donnerstag im frühen Handel etwas schwächer. In New York war der Dow Jones Industrial Average (DJIA) im späten Handel ins Minus gedreht.

          Belastend hatte sich dort vor allem ein erneuter Kurseinbruch der an der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko beteiligten Ölunternehmen BP und Anadarko ausgewirkt. Schwache Banktitel taten ihr Übriges. Der Future auf den amerikanischen Leitindex verlor seit dem Xetra-Vortagesschluss 0,94 Prozent. Dagegen notierte der Nikkei-225-Index an der Börse in Tokio mit 0,67 Prozent im Plus. An einem aus Unternehmenssicht erneut nachrichtenarmen Tag könnten am Nachmittag amerikanische Daten für Bewegung sorgen. Auch die Zinsentscheidungen der Bank von England und der Europäischen Zentralbank (EZB) könnten noch mal neue Impulse bringen.

          Renten-Futures geben vor EZB-Sitzung leicht nach

          Vor dem Treffen der Euro-Notenbanker am Donnerstagmittag sind die Renten-Futures mit leichten Abgaben in den Eurex-Handel gegangen. Der September-Kontrakt auf den Bund gibt gegen 8.30 Uhr MESZ um 14 Ticks auf 129,25 Prozent nach. Das Tagestief liegt bislang bei 129,22 Prozent und das Tageshoch bei 129,32 Prozent. Umgesetzt worden sind bisher 16.150 Kontrakte. Der BOBL-Future verliert 3 Ticks auf 120,81 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde den Leitzins bei 1,00 Prozent belassen, prognostiziert HSBC Trinkaus. Dies deckt sich mit der allgemeinen Markterwartung. Auf der Pressekonferenz werde die Frage im Mittelpunkt stehen, wie lange und in welchem Ausmaß die EZB am Markt mit Käufen von Staatsanleihen aktiv bleibt. Nachdem sich die Risikoaufschläge der Länder der Eurozone-Peripherie im Vergleich zu Bundesanleihen zuletzt wieder erhöht hätten, dürfte sich die EZB gegen eine weitere deutliche Ausweitung zu stemmen versuchen, meint HSBC Trinkaus. „Entsprechend ist in den kommenden Wochen mit anhaltenden Käufen, vielleicht sogar mit einer Ausdehnung durch die Währungshüter zu rechnen“. Eine technische Unterstützung für den Bund-Future ortet HSBC Trinkaus bei 128,23 Prozent, ein Widerstand liege bei 129,55 Prozent.

          Euro findet vor EZB-Sitzung keine klare Richtung

          Das auf und ab des Euro zum Dollar ist am Donnerstagmorgen in eine neue Runde gegangen. Am Vorabend handelte die Gemeinschaftswährung in New York im Hoch noch bei 1,2074 Dollar. Anschließend gab sie im asiatischen Handel gegen 3.00 Uhr MESZ bis auf 1,1957 Dollar nach, um sich seitdem wieder auf 1,2042 Dollar zu erholen. „Die Kursausschläge werden aber geringer, die Volatilitäten lassen nach“, sagt ein Händler. Die Devisenmärkte seien weiter uneins, ob der Euro um 1,20 Dollar einen tragfähigen Boden ausbilden kann, von dem aus er eine Erholung beginnen könnte. Im Fokus stehen die Zinsentscheidungen der Bank of England (BoE) und der Europäischen Zentralbank (EZB). Es wird erwartet, dass die BoE den Leitzins bei 0,50 Prozent belässt und dass auch die EZB am Leitzinssatz von 1,00 Prozent nichts ändert. Aussagen der Notenbanker zur Staatsverschuldung könnten aber die Währungen bewegen. Die neuseeländische Zentralbank hat ihren Leitzins am Vorabend gestrafft. Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat die so genannte Official Cash Rate (OCR) um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent erhöht. An den Finanzmärkten war mit diesem Beschluss gerechnet worden. Dennoch hat der im Händler-Jargon Kiwi genannte neuseeländische Dollar zum amerikanischen Dollar kräftig aufgewertet. Vom Beige Book genannten Konjunkturbericht der amerikanische nNotenbank seien derweil kaum Impulse für die Währungen ausgegangen. Die Wirtschaftsaktivität in den Vereinigten Staaten hat sich einer Umfrage der amerikanische Notenbank zufolge seit Mitte April weiter erhöht. Die Lage am Arbeitsmarkt wurde zudem günstiger als bisher beurteilt. „Das deckt sich mit den Aussagen, die Fed-Chef Bernanke in den vergangenen Tagen bereits getroffen hat“, merkt ein Händler an. Die Feinunze Gold kostet im frühen Londoner Handel 1.229,20 Dollar, nachdem sie am Mittwochnachmittag mit 1.233,50 Dollar gefixt worden war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Johnson in Paris : Der eiserne Herr Macron

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.

          FAZ.NET-Serie Schneller schlau : Kind oder Porsche

          Die Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind deutlich später, im Durchschnitt sind sie mittlerweile älter als dreißig Jahre. Wie aber hängt die Kinderzahl mit dem Bildungsgrad zusammen? Und was kostet ein Kind eigentlich, bis es erwachsen ist?
          Alaa S. am Donnerstag vor Gericht in Dresden

          Messerattacke auf Daniel H. : Lange Haftstrafe im Chemnitz-Prozess

          Im Prozess um den gewaltsamen Tod des 35-jährigen Daniel H. hat das Landgericht Chemnitz den Angeklagten Alaa S. zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Prozess fand aus Sicherheitsgründen in Dresden statt.

          Disney-Schauspieler in Kritik : Echte Menschen sind anstrengend

          Walt Disney macht aus Zeichentrick-Klassikern erfolgreich Realfilme. Mit der Auswahl der Schauspieler geben sich manche Zuschauer nie zufrieden. Aber wie sollen Menschen denn je einer Zeichentrickfigur entsprechen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.