https://www.faz.net/-gv6-6nkiz

Blick auf den Finanzmarkt : Gewinnmitnahmen im Dax

  • Aktualisiert am

Nach der starken Vorwoche tendiert der Dax am Montag zunächst leichter. Börsianer sehen vor allem in der zugespitzten Unsicherheit um den amerikanischen Schuldenstreit einen Auslöser für Gewinnmitnahmen. Der Optimismus der Vorwoche auf eine schnelle Lösung erwies sich als verfrüht.

          Nach vier Handelstagen mit Kursgewinnen in Folge gibt der Dax zum Auftakt der neuen Börsenwoche wieder nach. Belastet von der noch immer ungelösten Schuldenfrage in den Vereinigten Staaten gibt der Leitindex gegen 9.38 Uhr um 0,4 Prozent oder 32 Punkte auf 7.295 nach. In den vergangenen vier Sitzungen hatte der Dax um mehr als 200 Punkte zugelegt. Demokraten und Republikaner ringen nach wie vor hart um eine Anhebung der gesetzlich festgeschriebenen Schuldengrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar. Bislang konnten sich beide Lager jedoch nicht einigen. Wenn der Kongress die Anhebung nicht vor dem 2. August beschließt, droht den Vereinigten Staaten die Zahlungsunfähigkeit. Aus technischer Sicht ist der Dax auf Tagessicht bei 7.256 Punkten unterstützt, bei 7.397 Punkten liegt ein Widerstand.

          „Sicher ist nur, dass mit dem Tauziehen zwischen Demokraten und Republikanern um ein Schuldenlimit die Volatilität in den kommenden Tagen hoch bleibt“, meint ein Beobachter. Als risikoreich geltende Anlagen wie Aktien würden daher verkauft. Wie so oft in Korrekturphasen geben Finanzwerte und konjunkturzyklische Papiere überdurchschnittlich stark nach. So büßen Commerzbank 2,8 Prozent auf 2,74 Euro ein. Allianz und Deutsche Bank verlieren jeweils etwas mehr als 1 Prozent. Die Konjunkturzykliker HeidelbergCement und Siemens geben um jeweils 0,8 Prozent nach. Bei den Nebenwerten trifft es Heidelberger Druck (-2,8 Prozent), Hochtief (-1,3 Prozent) und Klöckner & Co (-1,8 Prozent). Dialog Semiconductor steigen nach Quartalszahlen des Halbleiterherstellers um 2,9 Prozent auf 14,45 Euro. Umsatz und Gewinn liegen im zweiten Quartal leicht über den Konsensprognosen.

          Renten-Futures starten gut behauptet in die Woche

          Der deutsche Anleihemarkt ist am Montag gut behauptet in die neue Berichtswoche gestartet. Der September-Kontrakt des Bund-Futures steigt bis 8.35 Uhr um 7 Ticks auf 127,62 Prozent. Das Tageshoch liegt bislang bei 127,75 Prozent und das -tief bei 127,56 Prozent. Umgesetzt wurden bisher rund 24.700 Kontrakte. Der BOBL-Futures gewinnt 7 Ticks auf 118,04 Prozent. Zunehmend rückt die vertrackte Schuldendebatte in den Vereinigten Staaten in den Blickpunkt und sorgt für Nervosität an den Märkten. Das macht auch den Anleihemarkt als „sicheren Hafen“ attraktiver. Das technische Bild lässt indes nach Einschätzung der Helaba noch keine eindeutigen Schlüsse zu, und erst ein Rutsch unter das Tief der vergangenen Woche bei 126,39 Prozent würde deutliches Abwärtspotential generieren. Die Handelsspanne wird zu Wochenbeginn zwischen 126,39 Prozent und 128,20 Prozent gesehen.

          Euro kaum verändert zu Dollar, Franken legt erheblich zu

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Handelsabkommen mit Bolsonaro : Berlin ist dafür, Paris dagegen

          Die Bundesregierung will das Mercosur-Freihandelsabkommens ratifizieren. Frankreich und andere EU-Staaten hatten wegen der Haltung Brasiliens zu den Bränden am Amazonas eine Blockade gefordert. Droht kurz vor dem G-7-Gipfel Streit zwischen Berlin und Paris?
          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.