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Blick auf den Finanzmarkt : Erholungsversuch zu Wochenbeginn

  • Aktualisiert am

Nach kräftigen Verlusten in der vergangenen Woche ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Analysten sprechen von einer Erholungsbewegung, die aber von dünnen Umsätzen begleitet sein dürfte, da in den Vereinigten Staaten an diesem Tag wegen des „Martin Luther King Day“ die Börsen geschlossen bleiben. Die Vorgaben der Überseebörsen sind uneinheitlich.

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          Nach kräftigen Verlusten in der vergangenen Woche ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Gewinnen gestartet. Der Leitindex Dax stieg in den ersten Handelsminuten wieder über die Marke von 5.900 Punkten und legte um 0,44 Prozent auf 5.901,75 Zähler zu. Am Freitag hatte er knapp zwei Prozent eingebüßt. Der MDax rückte um 0,22 Prozent auf 7.864,08 Punkte vor. Der TecDax zeigte sich nahezu unverändert mit plus 0,01 Prozent auf 841,20 Zähler.

          Analyst Michael Hewson vom Marketmaker CMC Markets sprach von einer Erholungsbewegung, die aber von dünnen Umsätzen begleitet sein dürfte, da in den Vereinigten Staaten an diesem Tag wegen des „Martin Luther King Day“ die Börse geschlossen bleibt. Die Vorgaben der Überseebörsen sind derweil uneinheitlich: Zwar hatte der Dow Jones Industrial Average (DJIA) am Freitag schwach geschlossen, der Future auf den amerikanischen Leitindex erholte sich jedoch seit Xetra-Schluss um 0,22 Prozent. In Tokio ging der Nikkei-225-Index mit minus 1,16 Prozent aus dem Handel.

          Marktbewegende Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda. Im Dax wirkte sich vor allem eine Hochstufung durch die Bank Morgan Stanley positiv auf die Post-Aktie aus, die als Favorit im Leitindex um 1,46 Prozent auf 13,920 Euro zulegte. Morgan Stanley hatte die Titel des Logistikers von „Underweight“ auf „Equal-weight“ hochgestuft und das Kursziel von 13,50 auf 16,00 Euro erhöht. Der Gewinn im dritten Quartal sei besser als erwartet ausgefallen, schrieben die Analysten. Die strukturellen Probleme im Briefgeschäft würden allerdings noch nicht ausreichend angegangen. Die Analysten der HSBC hoben das Kursziel für die Post-Aktie von 16 auf 17 Euro und blieben bei „Overweight“. Unterdessen wirft TNT der Deutschen Post wettbewerbswidrige Praktiken vor und setzt sich mit juristischen Mitteln zur Wehr.

          Mit plus 1,11 Prozent auf 40,815 Euro stachen auch die Aktien von Metro nach Aussagen von Konzernchef Eckhard Cordes hervor. Dieser zeigt sich für die Geschäftsentwicklung des Handelskonzerns im laufenden Jahr optimistisch. „Dass wir 2010 eine bessere Entwicklung erwarten, können Sie schon daran sehen, dass wir unser Investitionsvolumen erhöhen und deutlich mehr Neueröffnungen planen. Bei der Expansion treten wir wieder mehr aufs Gaspedal“, sagte Cordes der „Wirtschaftswoche“ (Montag). Dennoch bleibe die Lage „herausfordernd“.

          Bilanzvorlagen deutscher Unternehmen werden indes nicht erwartet. Einzig Kontron legten überraschend Umsatzzahlen vor. Die im TecDax notierte Aktie gab daraufhin 0,94 Prozent auf 8,670 Euro nach und befand sich damit unter den zehn größten Verlierern. Einer Händlereinschätzung zufolge fiel der Umsatz des Minicomputerherstellers mit 130 Millionen Euro im vierten Quartal exakt wie erwartet aus. Auch der Dividendenvorschlag und die Aussagen über eine erwartete „flache Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr“ seien keine Überraschung. „Insgesamt ein Non-Event“, sagte der Börsianer und sprach von Gewinnmitnahmen, da die Aktie in letzter Zeit „recht gut gelaufen“ sei. Die nächste charttechnische Unterstützung liege bei 8,40 Euro.

          Die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 stiegen im MDax um 1,62 Prozent auf 9,834 Euro. Sie profitierten von einem Artikel im „Spiegel“. Die Mehrheitseigner des Münchner TV-Konzerns, die Finanzinvestoren KKR und Permira, würde der Sendergruppe nach Informationen des Nachrichtenmagazins, wenn nötig, finanziellen Spielraum verschaffen. Ein Gesellschafter-Darlehen von voraussichtlich 120 bis 140 Millionen Euro sei abrufbar, falls der Werbemarkt unerwartet einbrechen oder der Konzern aus anderen Gründen Gefahr laufen sollte, seine Kreditvereinbarungen mit den Banken nicht einzuhalten. Für einen Händler, der namentlich nicht genannt werden wollte, ist dies allerdings nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, denn ProSieben habe Medienberichten zufolge Schulden in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro.

          Die Aktien von Lanxess profitierten mit 1,14 Prozent auf 29,700 Euro von Aussagen des Konzernchefs Axel Heitmann. Wie Heitmann der „Wirtschaftswoche“ sagte, soll die Produktionskapazität des Chemieunternehmens in Deutschland im laufenden Jahr ausgebaut werden. Die Nachfrage nach Chemieprodukten und die Auslastung der Anlagen werde sich, verglichen mit dem Vorjahr, verbessern. „2010 wird auch für Lanxess ein gutes Jahr“, wiederholte Heitmann frühere Aussagen. Vorstandschef Michael Mertin von Jenoptik wiederholte ebenfalls frühere Aussagen. Der Technologiekonzern peile für das laufende Jahr wieder schwarze Zahlen an, sagte Mertin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Außerdem solle die Nettoverschuldung mittelfristig sinken. Die Aktie stieg um 1,18 Prozent auf 4,806 Euro. Die Titel von Puma hingegen büßten im MDax 1,09 Prozent auf 230,50 Euro ein. Der Sportartikelhersteller will in den nächsten Monaten verstärkt die Rentabilität seiner Läden überprüfen. Dabei sei auch die Schließung des einen oder anderen Puma-Einzelhandelsgeschäfts nicht ausgeschlossen, sagte ein Firmensprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einen Bericht der französischen Zeitung „Le Figaro“ (Samstag), dem zufolge das Unternehmen weltweit ein Drittel seiner Läden schließen wolle, um den Gewinnverfall zu stoppen, wollte der Sprecher nicht bestätigen.

          Renten-Futures starten kaum verändert in die neue Woche

          Die deutschen Renten-Futures sind kaum verändert in die neue Woche gestartet. Am Montagmorgen steigt der Bund-Future mit Fälligkeit im März bis 8.45 Uhr um 4 Ticks auf 122,62 Prozent. Das Tageshoch liegt zu diesem Zeitpunkt bei 122,73 Prozent, das Tagestief bei 122,55 Prozent. Umgesetzt wurden bislang rund 26.500 Kontrakte. Für den BOBL-Future mit Fälligkeit im März geht es um einen Tick auf 116,75 Prozent nach oben. Da die amerikanische Anleihemärkte aufgrund des Feiertags „Martin Luther King Day“ geschlossen bleiben werden, rechnen Marktteilnehmer mit unterdurchschnittlichen Umsätzen und einem eher impulsarmen Geschäft. Auch von der Konjunkturseite sind angesichts der faktisch leeren Agenda keine Vorgaben zu erwarten. Nachdem die Bund-Futures das Niveau von 122,50 Prozent überschritten hätten, komme aus charttechnischer Perspektive jetzt der Bereich von 122,75 Prozent ins Spiel, sagt Jürgen Meyer, Charttechniker der LBBW. Erst ein Bruch des Niveaus von 122,25 Prozent als Schlusskurs sei als erstes Ermüdungssignal zu werten. Allerdings beendeten erst Kurse unterhalb des Bereichs von 121,75 Prozent den Aufwärtstrend der vergangenen Tage.

          Euro startet wenig verändert in neue Berichtswoche

          Der Euro ist am Montagmorgen wenig verändert gegen den Dollar in die neue Berichtswoche gestartet. Angesichts des Martin-Luther-King-Feiertags in den Vereinigten Staaten dürfte das Geschäft sehr ruhig verlauf und vor allem von technischen Faktoren geprägt sein. Fundamental gebe es keine eindeutigen Trends, die eine bestimmte Währung stützten, heißt es im Handel. „Jeder größere Wirtschaftsraum hat seine eigenen Probleme zu bewältigen, die immer wieder am Markt thematisiert werden“, äußert sich ein Devisenstratege. Während die Fiskalprobleme Griechenlands derzeit auf dem Euro lasten, leidet das Sentiment für den Dollar von der Aussicht auf eine lange anhaltende Niedrigzinspolitik in den Vereinigten Staaten . Die Erholung der amerikanische Wirtschaft wird nur langsam und mit Rückschlägen verlaufen, sind die meisten Beobachter überzeugt. Die Abschreibungen auf Konsumentenkredite durch J.P. Morgan haben einmal mehr deutlich gemacht, dass der Konsum noch auf lange Zeit von den negativen Folgen der Finanzkrise beeinflusst wird. Charttechnisch kommt es laut der Helaba darauf an, dass sich der Euro oberhalb seiner 200-Tage-Linie halten kann. Diese verlaufe aktuell bei 1,4283 Dollar. Darunter fänden sich noch zwei Haltemarken um 1,4260 Dollar. Dies seien Tiefpunkte der Konsolidierungsbewegung im Januar. Eine weitere Unterstützung sei bei 1,4218 Dollar zu lokalisieren. Diese Marken sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit einem Unterschreiten der 200-Tagelinie das Risiko deutlicher Kursverluste zunehme. Die Feinunze Gold notiert am Morgen bei 1.136,15 Dollar nach einem Nachmittags-Fixing in London am Freitag bei 1.128 Dollar am Freitag.

          Börsen in Tokio schließen schwächer

          Schwache Vorgaben der amerikanischen Börsen und die Aufwertung des Yen haben die Tokioter Börse am Montag belastet. Der Nikkei-225-Index fiel um 1,2 Prozent oder 127 Punkte auf 10.855. Der Topix verlor 0,9 Prozent oder neun Punkte auf 958. Verkauft wurden vor allem Aktien des Chipsektors, aber auch Exportwerte. Der Markt sei „überkauft“, sagten Händler. Zudem durchliefen die amerikanische Börsen derzeit offenbar eine Korrekturphase, die an den japanischen Börsen nachvollzogen werden dürfte. Unter den Aktien exportorientierter Unternehmen verloren Sharp 1,2 Prozent auf 1.200 Yen und Honda 0,9 Prozent auf 3.370 Yen. Suzuki Motor stiegen gegen den Trend um 0,4 Prozent auf 2.215 Yen. Die indische Tochter des Automobilherstellers will die Preise für einzelne Modelle erhöhen. Im Chipsektor gaben Advantest um 0,6 Prozent auf 2.540 Yen nach und Tokyo Electron um 1,8 Prozent auf 5.930 Yen. Der Sektor litt unter den Kursverlusten des amerikanische Chipherstellers Intel, hieß es. Sony profitierten von einem Medienbericht, laut dem das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr den Absatz von LCD-Fernsehern verdoppeln will. Die Sony-Aktie stieg um 0,7 Prozent auf 3.090 Yen. Unter Druck standen ferner Aktien von Brokern wie Nomura Holdings, die 2,8 Prozent auf 753 Yen einbüßten. Daiwa Securities ermäßigten sich um 1,6 Prozent auf 503 Yen. Aktien von Banken gehörten ebenfalls zu den Verlierern, nachdem die Quartalszahlen der amerikanische Bank J.P. Morgan mit Enttäuschung aufgenommen worden waren. Mitsubishi UFJ verloren 1,6 Prozent auf 498 Yen. Japan Airlines (JAL) brachen bei lebhaften Umsätzen um 28,6 Prozent auf 5 Yen ein. Die Aktien der angeschlagenen Fluggesellschaft seien zum Spielball von Spekulanten geworden, sagten Händler. Es wird erwartet, dass JAL am Dienstag Gläubigerschutz beantragt.

          Aktien in Seoul schließen freundlich - Kernenergiesektor gesucht

          Der südkoreanische Aktienmarkt hat am Montag freundlich geschlossen. Anfängliche Kursverluste wurden im späten Handel kompensiert, als Pensionsfonds verstärkt als Käufer auftraten. Der Kospi stieg um 0,6 Prozent oder zehn Punkte auf 1.712. Das Umsatzvolumen war mit 415,3 Millionen Aktien im Wert von 6,23 Billionen Won moderat. Den 453 Kursverlierern standen 317 -gewinner gegenüber. Gesucht waren Aktien des Sektors Kernenergie. Doosan Heavy Industries stiegen um 7,9 Prozent auf 93.400 KWR und Korea Electric Power um 4,7 Prozent auf 38.000 Won. Die Nachrichtenagentur Yonhap hatte gemeldet, dass Korea nun wahrscheinlich auch den Auftrag zum Bau zweier Kernkraftwerke in der Türkei erhalten werde. Im Dezember war schon der Auftrag zum Bau von entsprechenden Kraftwerken in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Korea Electric Power gegangen. Im Bankensektor gaben KB Financial um 2,4 Prozent auf 55.900 Won nach. Shinhan Financial verloren 2,3 Prozent auf 42.000 Won. Hintergrund waren die mit Enttäuschung aufgenommenen Geschäftszahlen der amerikanische Bank J.P. Morgan. Hersteller von Mobiltelefonen und Bildschirmen profitierten von der Stabilisierung der Wechselkurse. LG Electronics Semiconductor stiegen um 2,3 Prozent auf 112.500 Won und Samsung Electronics um 0,1 Prozent auf 834.000 Won. Die Hoffnung auf gute Quartalszahlen stützte Technologiewerte wie Samsung SDI, die um 7,5 Prozent auf 143.000 Won zulegten. Außerdem wird SB Li Motive, ein Joint Venture von Samsung SDI und Bosch, voraussichtlich den amerikanische Automobilhersteller General Motors mit Lithium-Ionen-Batterien beliefern.

          Aktien in China tendieren am Mittag knapp behauptet

          Die chinesischen Aktienmärkte tendieren am Montagmittag (Ortszeit) knapp behauptet. Vor der Veröffentlichung wichtiger chinesischer Konjunkturdaten am Donnerstag hielten sich die Anleger zurück, sagen Händler. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Shanghai-Composite-Index 0,1 Prozent auf 3.221 Punkte. In Hongkong fällt der Hang-Seng-Index um 0,3 Prozent auf 21.582 Punkte. Gesucht sind Aktien chinesischer Banken. Die Anleger nutzten die jüngsten Verluste im Sektor zum Kauf, heißt es.

          Ölpreise sinken weiter

          Die Ölpreise sind am Montag weiter gesunken. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar 77,70 amerikanische Dollar. Das waren 30 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung sank um 39 Cent auf 76,72 Dollar. Wegen eines Feiertags in den Vereinigten Staaten rechnen Experten im Tagesverlauf insgesamt mit einem ruhigen Handelsgeschehen. Auch Konjunkturdaten stehen nicht zur Veröffentlichung an, so dass kaum neue Impulse zu erwarten sind.

          Neuigkeiten und nachbörsliche Kursbewegungen an der Wall Street

          Die amerikanischen Aktien zeigten sich am Freitag nach Ende des offiziellen Handels etwas knapp gehalten. Der Nasdaq 100 After Hours Index fiel um 0,49 Punkte auf 1864,03 Zähler.

          Die Angst vor einer schwächeren Ertragsentwicklung hat den Aktienkurs von Intel am Freitag im nachbörslichen Handel belastet. Bei lebhaften Umsätzen bauten die Aktien ihre Verluste aus der regulären Sitzung aus. Die Intelpapiere lagen nachbörslich bei 20,75 Dollar und damit um 0,2 Prozent niedriger als zur Schlussglocke. Im regulären Geschäft hatten Intelaktien schon 3,2 Prozent eingebüßt. Die am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen des Chipherstellers waren unerwartet gut ausgefallen. Analysten äußerten aber die Befürchtung, dass Gewinn und Margen des Unternehmens schon wieder den Zenit überschritten haben könnten.

          Wall Street schließt schwach

          Ungeachtet positiv interpretierter Unternehmenszahlen hat die Wall Street am Freitag kräftige Einbußen erlitten. Auch Unternehmen wie Intel, deren Ergebnis deutlich oberhalb der Analystenschätzung ausfiel, wurden mit einem Kursabschlag abgestraft. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verlor 0,9 Prozent oder 101 Punkte auf 10.610. Der S&P-500 fiel um 1,1 Prozent oder 12 Punkte auf 1.136. Der Nasdaq-Composite gab 1,2 Prozent oder 29 Punkte ab auf 2.288. Umgesetzt wurden 1,40 (Donnerstag: 0,89) Milliarden Aktien. Den 939 Kursgewinnern standen 2.119 -verlierer gegenüber; unverändert schlossen 103 Titel. Am Vormittag gab es einen Reigen von Konjunkturdaten. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember wie erwartet um 0,1 Prozent. Der Empire-State-Index kletterte von revidierten 4,5 auf 15,92 Punkte und fiel damit besser aus als erwartet. Die Industrieproduktion ist im Dezember um 0,6 Prozent und damit im Rahmen der Konsensschätzung gestiegen. Belastet wurden die Aktien vom Index der Uni Michigan, der bei 72,8 lag. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von 74 gerechnet. Vor allem Finanzwerte zogen die Börse nach unten. J.P. Morgan Chase (JPM) hat die sehr hohe Markterwartung an die Quartalszahlen der Bank nicht erfüllt. Nachdem die Konsensschätzung bei einem Gewinn je Aktie zunächst bei 0,62 Dollar je Aktie gelegen hatte, kletterten die Flüsterschätzungen zwischenzeitlich auf bis zu 0,85 Dollar. Die gemeldeten 0,74 Dollar je Aktie sind nach Einschätzung aus dem Handel ein gutes Ergebnis, die JPM-Aktie verlor dennoch 2,3 Prozent auf 43,68 Dollar. JPM hat im vierten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert und dabei erneut von einem starken Geschäft im Investmentbanking profitiert. Im Schlussquartal 2009 wurde in diesem Bereich ein Nettoergebnis von 1,9 Milliarden Dollar erzielt. Die Einnahmen konnten auf 25,2 Milliarden Dollar zwar ebenfalls deutlich gesteigert werden, blieben aber unter den Prognosen von 27 Milliarden Dollar. Trotz eines sich aufhellenden Geschäfts stockte die New Yorker Bank im vierten Quartal die Kreditrückstellungen auf knapp 33 Milliarden Dollar auf, was 5,5 Prozent der insgesamt ausgegebenen Kredite bedeutet. Die Bank agiert damit bezogen auf die Zukunft sehr vorsichtig. Auch Aussagen von CEO James Dimon klangen sehr zurückhaltend. Eine schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt wie eine ungewisse Entwicklung am Immobilienmarkt könnten zu größeren Ausfällen bei den Konsumenten-Krediten führen.

          In der kommenden Woche, die durch den Feiertag Martin Luther King Day am Montag verkürzt ist, legt ein großer Teil der Finanzinstitute Zahlen vor. Darunter befinden sich so bekannte Namen wie Citigroup, State Street, Bank of New York Mellon/Wells Fargo, Morgan Stanley, Bank of America, Goldman Sachs, Capital One Financial und American Express. Bank of America gaben um 3,3 Prozent auf 16,26 Dollar nach und Morgan Stanley verloren 2,6 Prozent auf 30,38 Dollar. Auch Intel konnten nicht von ihren Zahlen profitieren, die Aktie verlor 3 Prozent auf 20,80 Dollar. Der weltgrößte Chipkonzern hat im vierten Quartal dank einer starken Nachfrage nach PC-Chips einen deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung verbucht und sowohl mit seinem Ergebnis als auch dem Ausblick die Schätzungen der Analysten übertroffen. Im vierten Quartal hat Intel den Umsatz auf 10,6 Milliarden Dollar gesteigert und einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar oder 0,40 Dollar je Aktie erzielt. Analysten hatten mit 0,30 Dollar gerechnet. Für das laufende Quartal zeigte sich Intel optimistisch und erwartet einen Umsatz von 9,7 Milliarden Dollar, was über dem derzeitigen Konsens von 9,35 Milliarden Dollar liegt.

          Amerikanische Anleihen tendierten am Freitag fest

          Auf der Suche nach Sicherheit haben die Investoren am Freitag Treasuries gekauft und Aktien verkauft. Im Späthandel stiegen zehnjährige Titel mit einem Koupon von 3,375 Prozent um 16/32 auf 97-18/32 und rentierten mit 3,676 Prozent. Die mit 4,375 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe gewann 23/32 auf 96-20/32. Ihre Rendite fiel von 4,638 auf 4,582 Prozent. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten über das Ausmaß der Konjunkturerholung Zweifel aufkommen lassen und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den nächsten Monaten reduziert. Am Berichtstag wurden die Verbraucherpreise mitgeteilt, die im Dezember um 0,1 Prozent gestiegen war und damit weniger als Analysten erwartet hatten. Auf das Gesamtjahr gerechnet lag die Preissteigerung bei 2,7 Prozent, die Kernrate jedoch lediglich bei 1,8 Prozent. Die niedrigere Kernrate deute darauf hin, dass die Inflationsgefahr im Zaum sei, sagten Teilnehmer. Mit der um 16.00 Uhr MEZ mitgeteilten Verbraucherstimmung der Uni Michigan legten die Notierungen weiter zu. Der Index stieg auf 72,8, während Analysten den Indexstand bei 74 erwartet hatten. Gestützt wurden die Notierungen auch von den glatt verlaufenden Auktionen der Woche. Insgesamt waren Titel im Volumen von 84 Milliarden Dollar an den Markt gekommen. Mit der guten Nachfrage wurden Sorgen zerstreut, das Kaufinteresse könne angesichts des großen Angebots erlahmen.

          Lateinamerikas Börsen schließen am Freitag im Minus

          Die größeren lateinamerikanischen Börsen haben am Freitag zum Ende der Handelswoche mit Verlusten geschlossen. In der brasilianischen Stadt São Paulo gab der Bovespa-Index um 823,12 Zähler auf einen Endstand von 68 978,30 Punkten nach. Das war ein Minus von 1,18 Prozent. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires verlor der Merval-Index im Vergleich zum Donnerstag 13,84 Punkte und sank damit um 0,58 Prozent auf 2367,20 Zähler. Auch in Mexiko-Stadt endete der Wertpapierhandel im Vergleich zum Donnerstag im Minus: Dort sank der IPC-Index um 467,28 Punkte (-1,43 Prozent) auf 32 262,30 Punkte.

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