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Blick auf den Finanzmarkt : Erholungsversuch zu Wochenbeginn

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Die Angst vor einer schwächeren Ertragsentwicklung hat den Aktienkurs von Intel am Freitag im nachbörslichen Handel belastet. Bei lebhaften Umsätzen bauten die Aktien ihre Verluste aus der regulären Sitzung aus. Die Intelpapiere lagen nachbörslich bei 20,75 Dollar und damit um 0,2 Prozent niedriger als zur Schlussglocke. Im regulären Geschäft hatten Intelaktien schon 3,2 Prozent eingebüßt. Die am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen des Chipherstellers waren unerwartet gut ausgefallen. Analysten äußerten aber die Befürchtung, dass Gewinn und Margen des Unternehmens schon wieder den Zenit überschritten haben könnten.

Wall Street schließt schwach

Ungeachtet positiv interpretierter Unternehmenszahlen hat die Wall Street am Freitag kräftige Einbußen erlitten. Auch Unternehmen wie Intel, deren Ergebnis deutlich oberhalb der Analystenschätzung ausfiel, wurden mit einem Kursabschlag abgestraft. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verlor 0,9 Prozent oder 101 Punkte auf 10.610. Der S&P-500 fiel um 1,1 Prozent oder 12 Punkte auf 1.136. Der Nasdaq-Composite gab 1,2 Prozent oder 29 Punkte ab auf 2.288. Umgesetzt wurden 1,40 (Donnerstag: 0,89) Milliarden Aktien. Den 939 Kursgewinnern standen 2.119 -verlierer gegenüber; unverändert schlossen 103 Titel. Am Vormittag gab es einen Reigen von Konjunkturdaten. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember wie erwartet um 0,1 Prozent. Der Empire-State-Index kletterte von revidierten 4,5 auf 15,92 Punkte und fiel damit besser aus als erwartet. Die Industrieproduktion ist im Dezember um 0,6 Prozent und damit im Rahmen der Konsensschätzung gestiegen. Belastet wurden die Aktien vom Index der Uni Michigan, der bei 72,8 lag. Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert von 74 gerechnet. Vor allem Finanzwerte zogen die Börse nach unten. J.P. Morgan Chase (JPM) hat die sehr hohe Markterwartung an die Quartalszahlen der Bank nicht erfüllt. Nachdem die Konsensschätzung bei einem Gewinn je Aktie zunächst bei 0,62 Dollar je Aktie gelegen hatte, kletterten die Flüsterschätzungen zwischenzeitlich auf bis zu 0,85 Dollar. Die gemeldeten 0,74 Dollar je Aktie sind nach Einschätzung aus dem Handel ein gutes Ergebnis, die JPM-Aktie verlor dennoch 2,3 Prozent auf 43,68 Dollar. JPM hat im vierten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert und dabei erneut von einem starken Geschäft im Investmentbanking profitiert. Im Schlussquartal 2009 wurde in diesem Bereich ein Nettoergebnis von 1,9 Milliarden Dollar erzielt. Die Einnahmen konnten auf 25,2 Milliarden Dollar zwar ebenfalls deutlich gesteigert werden, blieben aber unter den Prognosen von 27 Milliarden Dollar. Trotz eines sich aufhellenden Geschäfts stockte die New Yorker Bank im vierten Quartal die Kreditrückstellungen auf knapp 33 Milliarden Dollar auf, was 5,5 Prozent der insgesamt ausgegebenen Kredite bedeutet. Die Bank agiert damit bezogen auf die Zukunft sehr vorsichtig. Auch Aussagen von CEO James Dimon klangen sehr zurückhaltend. Eine schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt wie eine ungewisse Entwicklung am Immobilienmarkt könnten zu größeren Ausfällen bei den Konsumenten-Krediten führen.

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