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Blick auf den Finanzmarkt : Die Euphorie ist zurück

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Freundliche Vorgaben aus den Vereinigten Staaten haben am Freitag dem Dax im frühen Geschäft ins Plus verholfen. Der Leitindex klettert um etwas mehr als ein Prozent und macht damit seine Vortagesverluste wieder mehr als wett. Vor allem die am Vortag arg gebeutelten Finanzwerte zogen an.

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          Freundliche Vorgaben aus den Vereinigten Staaten haben am Freitag dem Dax im frühen Geschäft ins Plus verholfen. Bis 9.32 Uhr steigt der Dax um 1 Prozent oder 64 Punkte auf 6.236. Charttechnisch trifft der Leitindex im Bereich des jüngsten Jahreshochs von 6.265 Punkten auf Widerstand, unterstützt ist der Dax bei vorangegangenen Jahreshoch von 6.094 Punkten. In der zweiten Reihe geht es für den MDax um 1,2 Prozent oder 95 Punkte auf 8.350 nach oben, der TecDax legt 0,8 Prozent oder 6 Punkte auf 836 zu.

          Das übergeordnete Bild beschreiben Marktteilnehmer freilich als Hängepartie. „Nach oben ist die Luft zu dünn geworden und nach unten kommt nichts raus“, so ein Marktteilnehmer. Es handele sich um einen klassischen „Trader-Markt“ mit hohen Unsicherheiten und steigender Volatilität. Dies habe auch bei den Umsätzen Spuren hinterlassen, merkt ein anderer Händler an. Die Tendenz setze sich fort, dass fallende Kurse von höheren Umsätzen und steigende Kurse von niedrigeren Volumina begleitet seien. „Kein positives Zeichen für die Marktverfassung.“

          Impulse gebe es weder von der Konjunktur noch von den Devisen- und Rentenmärkten. „Warten auf Alcoa“, laute also die Devise. Der Aluminiumkonzern eröffnet am Montag mit seinen Geschäftszahlen traditionell die Saison der Quartalsberichte in den Vereinigten Staaten. Gesucht sind an einem Erholungstag wie diesem vor allem die Verlierer vom Donnerstag. Infineon steigen nach einem Minus von 2,3 Prozent am Vortag um 1,8 Prozent auf 5,23 Euro. Für Deutsche Bank geht es um 2 Prozent auf 57,32 Euro nach oben, die Aktie des Primus unter den heimischen Kreditinstituten gab am Donnerstag um 1,7 Prozent nach. Henkel verteuern sich nach einer Hochstufung auf „Add“ von „Hold“ durch die Commerzbank um 2,4 Prozent auf 40,68 Euro. Schwächer als der Gesamtmarkt entwickeln sich hingegen als defensiv geltende Aktien. So steigen Merck um bescheidene 0,2 Prozent auf 60,95 Euro, Fresenius Medical Care verteuern sich nur um 0,2 Prozent auf 41,50 Euro.

          In der zweiten Reihe steigen Symrise um 3,7 Prozent auf 18,76 Euro. Einerseits hat Nomura das Kursziel leicht auf 20 Euro von 18 Euro erhöht. Zum anderen haben die Umsatzzahlen des Wettbewerbers Givaudan die Konsenserwartung übertroffen. „Givaudan hat die Ziele für 2010 bekräftig, auch die Sparziele. Das ist meines Erachtens ein positives Zeichen“, meint ein Händler. Eine Analystin von Kepler hebt eine gute Nachfrage vor allem aus der Parfum-Branche hervor.

          Kurs der Bundesanleihen geben leicht nach

          Während die Kurse zehnjähriger Treasuries kaum verändert tendieren, geben die Anleihekurse der europäischen Staatsanleihen leicht nach. Denn im Euroraum sind die risikoarmen Staatsanleihen angesichts optimistisch interpretierter Konjunkturdaten aus Deutschland und sich erholender Kurse an den Börsen weniger gefragt. In der größten Volkswirtschaft des Euroraums sind die Exporte im Februar um 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Januar waren sie noch um revidiert 6,5 Prozent gefallen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit 3,126 Prozent drei Basispunkte höher als am Donnerstag. Der Bund-Future, das Stimmungsbarometer am Terminmarkt, verliert 17 Basispunkte auf 123,31 Prozent.

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