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Blick auf den Finanzmarkt : Deutscher Aktienmarkt schwächer

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Die Anleger sind mit Zurückhaltung in den letzten Handelstag der Woche gestartet. „Es gibt ein großes Gemisch an Unsicherheitsfaktoren - da wagt sich kaum jemand, bei Aktien zuzugreifen“, sagt ein Händler.

          Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag an die leichtere Tendenz vom Vortag angeknüpft. Amerikas Notenbankchef Ben Bernanke hatte die Anleger enttäuscht, die auf neue Unterstützung der Notenbank für die lahmende amerikanische Wirtschaft gesetzt hatten. Zudem drohte mit S&P bereits die zweite Ratingagentur den Vereinigten Staaten mit einer Abstufung der langfristigen Kreditwürdigkeit. Google allerdings sorgte mit guten Zahlen für einen Lichtblick.

          Der Dax gibt 0,8 Prozent auf 7154 Punktenach, der marktbreite FAZ-Index verliert 0,9 Prozent auf 1604 Zähler. Der MDax mittelgroßer Werte sinkt um 1 Prozent auf 10.689 Punkte, und für den TecDax geht es um ebenfalls 1 Prozent nach unten auf 842 Punkte.

          S&P begründete wie bereits zuvor Moody's die Entscheidung mit den stockenden Verhandlungen zwischen Obama und den oppositionellen Republikanern um eine Anhebung des Schuldenlimits. Allerdings geht S&P einen Schritt weiter: Während sich Moody's vor allem auf den politischen Streit konzentriert, fordert S&P eine nachhaltige Lösung für die steigende Staatsverschuldung. Ansonsten droht eine Herabstufung innerhalb der nächsten drei Monate.

          Entsprechend verlor der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial seit dem Xetra-Schluss vom Vortag 0,5 Prozent. Mit überwiegend positiven Vorzeichen in Asien zeigten die Vorgaben jedoch keinen klaren Trend. Am Nachmittag folgt eine Flut von amerikanischen Konjunkturdaten, darunter die Verbraucherpreise und Industrieproduktionsdaten, die den Wochenausgang bestimmen dürften.

          Rentenmarkt tendiert freundlich

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Freitag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 23 Basispunkte auf 128/,65 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 21 Basispunkte auf 118,78 Prozent.

          In der Nacht hat nun auch die Rating-Agentur Standard & Poor's angekündigt, die Bonität der Vereinigten Staaten auf eine Abstufung hin zu überprüfen. Wie zuvor bereits Moody's verweist auch Standard & Poor's auf die anhaltende Hängepartie um eine Anhebung der amerikanischen Schuldenobergrenze. „Die amerikanischen Haushaltsdebatten lösen vor allem eines aus: Unsicherheit“, sagt Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank. Daher blieben die Bund-Futures gut unterstützt.

          Bei den Konjunkturdaten stehen am Nachmittag schwergewichtige amerikanischen Indikatoren an. So wird mit dem Empire-State-Index der erste regionale Frühindiktor für die Vereinigten Staaten im Juli erwartet. Er misst die Wirtschaftsaktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region New York. Darüber hinaus ist das Ergebnis der ersten Umfrage der Universität Michigan zur Stimmung der amerikanischen Verbraucher im laufenden Monat avisiert. Schließlich steht die Industrieproduktion der Vereinigten Staaten im Juni auf der Agenda.

          Charttechnische Widerstände für die Bund-Futures lokalisiert Viola Stork von der Landesbank Hessen-Thüringen bei 129,36 Prozent und im Bereich von 130,91/95 Prozent. Die nächste wichtige Unterstützung macht sie bei 127,57 Prozent aus.

          Euro zum Dollar kaum verändert

          Kaum verändert notiert der Euro am Freitagmorgen bei 1,4174 Dollar nach 1,4146 Dollar im späten Geschäft am Donnerstag in New York. Händler sprechen von einer anhaltenden Pattsituation, nachdem zunächst Federal Reserve Chairman Ben Bernanke einer neuerlichen Runde quantitativer Lockerungen eine Absage erteilt hat, gleichzeitig aber nun auch die Rating-Agentur Standard & Poor's die Bonität der Vereinigten Staaten auf eine Abstufung hin überprüfen will. Wie zuvor bereits Moody's verweist auch Standard & Poor's auf die anhaltende Hängepartie um eine Anhebung der amerikanischen Schuldenobergrenze.

          Im Fokus des Interesses dürfte daher unter anderem die nachmittägliche Pressekonferenz des Weißen Hauses zu den Fortschritten bei den Verhandlungen über eine Erhöhung des Limits für die Verbindlichkeiten stehen. Auf der Konjunkturseite steht mit dem Empire-State-Index darüber hinaus der erste regionale Frühindikator für die Vereinigten Staaten auf dem Programm. Er misst die Wirtschaftsaktivität im Verarbeitenden Gewerbe der Region New York.

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