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Blick auf den Finanzmarkt : Deutscher Aktienmarkt ohne Impulse leichter

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Nach seinem jüngsten Kursanstieg ist dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch wieder die Puste ausgegangen. „Gestern haben wir das griechische Schuldenproblem erfolgreich verdrängt, heute steht es wieder auf der Tagesordnung“, sagt ein Händler.

          Ohne neue Impulse hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch zunächst eine Atempause eingelegt. Der Dax verliert 0,2 Prozent auf 7.188 Punkte. Der breiter gefasste FAZ-Index gibt lediglich 0,1 Prozent auf 1617 Punkte ab, da die Nebenwerte freundlicher tendieren. Der MDax mittelgroßer Werte legt um 0,2 Prozent auf 10.712 Punkte zu. Der Technologieindex TecDax fällt mit schwächeren Kursen von Aktien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien um 0,1 Prozent zurück auf 891 Punkte.

          Nach dem „Befreiungsschlag“ vom Vortag fehlten nun die Katalysatoren für einen weiteren Anstieg, sagt ein Händler. Gewinnmitnahmen könnten entsprechend erst einmal auf die Kurse drücken. Hierzu passe die leichtere Vorgabe: Der Future auf den Dow Jones Industrial verlor 0,2 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss vom Vortag. Analyst Ben Potter von IG Markets führt die abermalige Erhöhung des Mindestreservesatzes in China wegen der Bremswirkung als mögliche Belastung an. In Asien hätten Anleger in Stärke hinein verkauft, was auch die deutschen Börsen belasten könnte. Auch der große Verfall an den Terminbörsen am Freitag könnte seinen Schatten voraus werfen. Ein anderer Börsianer sieht die ausgebliebene Einigung in der Griechenland-Frage negativ.

          Fraport profitieren von Verkehrszahlen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat dank des boomenden Passagierverkehrs im Mai einen neuen Monatsrekord aufgestellt. Die Aktie gewann 2,42 Prozent auf 55,45 Euro.

          Wie schon am Vortag bewegen Analystenkommentare aus Mangel an anderen Impulsen deutlich die Kurse: Adidas-Aktien klettern mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 50,83 Euro an die Dax-Spitze. HSBC hatte die Titel des Sportartikelherstellers von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 50,00 auf 65,00 Euro erhöht.

          Heidelbergcement notieren knapp ein Prozent tiefer. Auch bei Thyssen-Krupp erklären Händler das Minus von 1,10 Prozent mit Gewinnmitnahmen. Die anhaltende Unsicherheit um Griechenland lasse Anleger vorsichtig agieren, sagen Börsianer. Das zeigten auch die tendenziell schwächeren Bankenwerte, die wegen dieser ungelösten Probleme unter Sorgen um eine drohende Abstufung französischer Institute durch Moody's litten. Deutsche-Bank-Aktien verlieren 0,8 Prozent auf 39,900 Euro.

          Bauer-Aktien profitieren mit einem Plus von 1,4 Prozent von einem positiven Unicredit-Kommentar. Die Anteile am Finanzdienstleister MLP verteuern sich dank einer Hochstufung durch JPMorgan als Spitzenreiter des Index kleiner Werte um fast vier Prozent.

          Qiagen-Aktien geben 0,4 Prozent auf 13,585 Euro ab. Das Biotech-Unternehmen hat exklusive Verhandlungen aufgenommen, um zunächst für 12,90 Euro je Aktie etwa 47 Prozent an Ipsogen, dem Marktführer für molekulare Diagnostik im Bereich Leukämie, übernehmen. Letztlich wird eine Komplettübernahme angestrebt. Ein Börsianer stufte die angepeilte Übernahme als teuer ein.

          Rentenmarkt tendiert fester

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 25 Basispunkte auf 125,66 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 18 Basispunkte auf 116,89 Prozent.

          Händler führten die Kursgewinne am Rentenmarkt zum einen auf die gut behauptete Tendenz der asiatischen Aktienmärkte zurück. Darüber hinaus wurde auf anhaltende Unsicherheit wegen der Griechenland-Krise verwiesen. Am Dienstagabend war ein Krisentreffen der Euro-Finanzminister ohne Ergebnis beendet worden. Die Gespräche sollen kommende Woche fortgesetzt werden.

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