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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Börsen ohne klare Richtung

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Die Notierungen am deutschen Aktienmarkt sind am Dienstag wenig verändert in den Handel gestartet. Leicht belastend machten sich überraschend vorgenommene Zinserhöhungen in Australien und Indien bemerkbar, heißt es. Sie unterstrichen die Erwartung, dass auch die chinesische Notenbank bald die Leitzinsen weiter anheben werde, um den inflationären Gefahren im Land entgegenzuwirken.

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          Die Notierungen am deutschen Aktienmarkt sind am Dienstag wenig verändert in den Handel gestartet. Gegen 10.15 Uhr gewinnt der Dax knapp 2 Punkte auf 6.607. Leicht belastend machten sich überraschend vorgenommene Zinserhöhungen in Australien und Indien bemerkbar, heißt es. Sie unterstrichen die Erwartung, dass auch die chinesische Notenbank bald die Leitzinsen weiter anheben werde, um den inflationären Gefahren im Land entgegenzuwirken. Die Grundstimmung bleibe mit den am Vortag veröffentlichten guten Einkaufsmanager-Indizes aus China und den Vereinigten Staaten aber positiv. „Vor den Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten und vor der Sitzung der amerikanische Notenbank dürften die Anleger aber an der Seitenlinie bleiben“, so ein Händler. Ein Sieg der Republikaner im Repräsentantenhaus gilt an den Finanzmärkten als eingepreist.

          Im Hinblick auf die weithin erwartete Ausweitung der expansiven Geldpolitik der amerikanische Notenbank (Fed) heißt es, bereits am Vortag hätten die Börsen nur zurückhaltend auf deutlich besser als erwartet ausgefallene ISM-Daten aus den Vereinigten Staaten reagiert. Die Zahlen hätten die Erwartungshaltung an das Kaufvolumen der reduziert. Derzeit rechnen die meisten Analysten mit einem Volumen von 500 Milliarden Dollar, mit dem die amerikanische Notenbank über einen Zeitraum von voraussichtlich sechs Monaten amerikanische Staatspapiere erwerben dürfte. Unterschiedlich reagieren Fresenius Medical Care und Fresenius auf die Zahlenausweise beider Unternehmen. Jefferies hat die Kaufempfehlung für Fresenius bekräftigt; das Unternehmen ernte nun die Früchte der Akquisition von APP. Die Anhebung des Ausblicks komme nicht überraschend. Fresenius gewinnen 2,1 Prozent auf 64,55 Euro und machen damit die Verluste vom Vortag teilweise wett. FMC geben dagegen trotz guter Zahlen um 0,2 Prozent auf 45,54 Euro nach.

          Metro reagieren mit leichten Gewinnmitnahmen auf den Quartalsausweis und verlieren 0,4 Prozent auf 51,23 Euro. „Die Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet“, so ein Händler. Die neue Ebit-Pronose von 2,3 Milliarden Euro liege über der Konsens-Prognose von 2,2 Milliarden Euro. Auch bei Linde setzen Gewinnmitnahmen nach guten Zahlen ein. „Die Zahlen sind etwas besser als erwartet, große Ausreißer sind aber nicht dabei“, merkt ein Marktteilnehmer an. Das Bankhaus Metzler findet die Zahlen auch im Detail überzeugend. So habe das Unternehmen das Ziel für die operative Marge in der Sparte Engineering auf 10 Prozent von zuvor 8 Prozent erhöht. „Keine Absatzregion und kein Produktsegment zeigen Schwäche, das ist insgesamt ein sehr solides Bild“, meint der Analyst. Linde verlieren 1,7 Prozent auf 102,05 Euro. Hochtief reagieren mit einem Abschlag von 1,8 Prozent auf 60,50 Euro stärker auf die Gewinnwarnung der australischen Tochter Leighton. Übergeordnet ist allerdings nicht mit größeren Abgaben zu rechnen, denn der Kurs von Hochtief hängt aktuell am Übernahmeangebot von ACS aus Spanien. Wacker Chemie geben um 1,4 Prozent auf 145,50 Euro nach, nachdem der amerikanische Wettbewerber MEMC seinen Ausblick zurückgezogen hat.

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