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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien wenig verändert

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Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag weitgehend unentschlossen. Die negative Vorgabe der Börsen aus Übersee gebe zusammen mit einigen eher enttäuschenden Bilanzvorlagen den Ton am Markt an, sagen Händler.

          Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag weitgehend unentschlossen.Der Dax notiert kaum verändert bei 5664 Punkten. Der MDax legt dagegen um 0,3 Prozent auf 7304 Zähler zu. Der TecDax notiert unverändert bei 760 Punkten.

          Händlern zufolge wird die Luft für die Standardwerte nach oben dünner, nachdem der Leitindex Dax seit Monatsbeginn bis zu 7,45 Prozent gewonnen hatte. Die negative Vorgabe der Börsen aus Übersee gebe zusammen mit einigen eher enttäuschenden Bilanzvorlagen den Ton am Markt an, sagen Händler. Der Future auf den Dow Jones verlor seit Xetra-Schluss am Vortag 0,20 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei 225 0,7 Prozent tiefer.

          Salzgitter rutschen um 0,6 Prozent auf 62,90 Euro ab. Der Stahlkonzern stoppte zwar den Abwärtstrend und reduzierte seine Verluste im Vergleich zu den Vorquartalen - dennoch fiel das Minus höher aus als von Experten erwartet. Die Aktien von RWE reagieren mit Kursverlusten auf vorgelegte Zahlen zum dritten Quartal und büßen 0,8 Prozent auf 60,93 Euro ein.

          Die Zahlen von K+S führen unterdessen nicht zu der von Börsianern erwarteten negativen Kursreaktion - zuletzt zählten die Anteile an dem Düngemittelhersteller mit plus 0,8 Prozent auf 38,16 Euro sogar zu den Favoriten in dem Index. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge fiel die Bilanz wie erwartet aus. Es gebe aber viele Unsicherheiten für 2010.

          Der im MDax notierte Bau- und Dienstleistungskonzern Hochtief profitiert unterdessen von den guten Geschäften seiner australischen Tochter Leighton. Der Kurs legt um 0,6 Prozent auf 57,50 Euro zu. Lanxess wartete laut Händlern mit guten Zahlen und einem schwachen Quartalsausblick auf. Der Kurs legt 1 Prozent auf 24,04 Euro zu.

          Rentenmarkt tendiert freundlich

          Der Rentenmarkt tendiert am Donnerstag freundlich. Der Kurs des richtungweisenden Euro-Bund-Future steigt um 13 Basispunkte auf 121,84 Prozent, der des Bobl-Future um 12 Basispunkte auf 115,91 Prozent.

          Experten erwarten am Donnerstag eine behauptete Tendenz. Impulse könnten vor allem aus den Vereinigten Staaten kommen, wo neben Konjunkturdaten eine Auktion 30-jähriger Anleihen ansteht, heißt es bei der HSH Nordbank. Aufgrund der langen Laufzeit könnten die Papiere „schwer verdaulich“ sein und damit die Kurse zumindest zeitweise belasten. Den Bund-Future sieht die Landesbank im Tagesverlauf zwischen 121,24 und 122,11 Punkten.

          Robuster Arbeitsmarkt in Australien stützt den Euro

          Nach den Kursverlusten des Euro zum Dollar am Mittwochnachmittag hat sich die Gemeinschaftswährung am Donnerstag im asiatisch-pazifischen Handel erholt. Der Euro pendelt seitdem um die Marke von 1,50 Dollar. Händler führen die Erholung auf überraschend gute Arbeitsmarktdaten aus Australien zurück. Dort hat die Beschäftigung im Oktober um 24.500 Stellen zugenommen. Im Konsens hatten Volkswirte einen Rückgang von 10.000 Stellen erwartet.

          Mit diesen Zahlen habe die Risikoneigung von Investoren wieder zugenommen, sagen Händler. Hiervon profitiere der Euro. Am Nachmittag dürften wöchentliche Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten die weitere Richtung der großen Währungspaare bestimmen. „Von einer normalen Arbeitsmarktsituation sind die Vereinigten Staaten noch weit entfernt“, merkt die Helaba an. Die Prognose lautet, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 2.000 auf 510.000 zurückgegangen sind.

          Goldpreis setzt Rekordjagd fort

          Der Goldpreis setzt seine Rekordjagd am Donnerstag fort. Eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls kostete am Morgen bis zu 1121,75 Dollar und damit so viel wie noch nie. Der alte Rekord vom Mittwoch wurde damit leicht übertroffen. Seit Jahresbeginn hat sich Gold um knapp 30 Prozent verteuert. Hauptgrund für den Höhenflug ist laut Experten die Dollarschwäche. Darüber hinaus werde der Preis auch von der Erwartung getrieben, dass zahlreiche Notenbanken insbesondere in Asien künftig nicht mehr als Verkäufer, sondern als Käufer auf dem Goldmarkt auftreten könnten.

          Asiens Börsen trotz guter amerikanischer Vorgaben schwächer

          Die Börsen in Fernost haben trotz überraschend starker Konjunkturdaten aus China und positiver amerikanischer Vorgaben überwiegend schwächer notiert. In Tokio belasteten am Donnerstag unter anderem die Kursverluste bei Reederei-Titeln den Markt. Der verlustreiche japanische Branchenführer Nippon Yusen will bis zu 1,6 Milliarden Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien einnehmen. Anleger erfreute das nicht.

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