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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien weiter auf Talfahrt

  • Aktualisiert am

Die Angst vor einem Abgleiten der Weltwirtschaft in die Rezession schickt die Kurse der deutschen Aktien am Freitag abermals auf Talfahrt. Auch die Börsen in London, Paris und Mailand notierten im Minus.

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          Der deutsche Aktienmarkt steht am Freitag weiter unter Druck. Der Dax fällt um 1 Prozent auf 5546 Punkte, der marktbreite FAZ-Index gibt 1,3 Prozent auf 1247 Zähler nach. Der MDax verliert 2,3 Prozent auf 8336 Stellen und der TecDax gibt um 1,6 Prozent auf 676 Punkte nach.

          Die wieder verstärkten Sorgen um das europäische Bankensystem und eine weltweit schwächelnde Wirtschaft sorgen dafür, dass Investoren ihre risikobehafteten Anlagen wie Aktien auf den Markt werfen, sagt Stratege Ben Potter von IG Markets. Das Kaufinteresse vom Wochenbeginn durch Schnäppchenjäger und Deckungskäufe sei wieder verschwunden. Vor dem Wochenende gelte es für viele Investoren ihre Depots vor schlechten Nachrichten abzusichern.

          Unternehmensnachrichten sind vor dem Wochenende noch spärlicher gesät als zuletzt. Halbleiterwerte stehen nach der Senkung der Jahresziele von Hewlett-Packard (HP) und der Ankündigung eines radikalen Konzernumbaus unter Druck. Infineon verlieren als einer der schwächsten Werte im Dax 1,5 Prozent auf 5,424 Euro, für Dialog Semiconductor geht es um 2,8 Prozent auf 11,31 Euro nach unten.

          SAP gehören indes mit plus 0,6 Prozent auf 34,455 Euro zu den besseren Werten, und Software AG gewinnen als Spitzenreiter 4,2 Prozent auf 27,66 Euro. Marktexperten sprechen von Übernahmefantasien, nachdem HP Pläne für den Kauf der britischen Software-Firma Autonomy bestätigt hat.

          Rentenmarkt tendiert wenig verändert

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Freitag wenig verändert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 7 Basispunkte auf 135,82 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future verliert 1 Basispunkt auf 122,58 Prozent.

          Erst bei einem Bruch des Aufwärtstrends bei 134 Prozent werde die Lage negativ, heißt es in einer technischen Analyse von candlestick.de. Jedes neue Hoch sei ein Kaufsignal. Die Analysten der HSH Nordbank meinen, die große Unsicherheit über die weltweite Konjunkturentwicklung habe sich schlagartig entladen und zu kräftigen Umschichtungen geführt. Profitiert hätten die „sicheren Häfen“, also auch die Staatsanleihen. Aus den Vereinigten Staaten dürften lediglich von angesetzten Reden von Notenbank-Mitgliedern Impulse kommen. Hier seien nach den „Falken“ in den vergangenen Tagen nun mal wieder die „Tauben“ dran.

          Spekulationen bremsen Yen und Franken

          Der Euro zeigt sich am Freitag während des Übergangs aus dem asiatisch in das europäisch geprägte Geschäft wenig verändert. Gegen 8.00 Uhr liegt er mit 1,4295 Dollar weiter an der Marke von 1,43 Dollar und in der Mitte der Handelsspanne der vergangenen Wochen von 1,40 Dollar bis 1,45 Dollar. „Angesichts der fallenden und nervösen Aktienmärkte könnte der Dollar von seinem Ruf als sicherer Hafen profitieren“, so eine Marktteilnehmerin. Sie meint, vor dem Wochenende werde sich die Nervosität vermutlich nicht legen.

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