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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien tendieren schwach

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Gestiegene Rohstoffkosten und ein verhaltener Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft belasteten das Papier des Einzelhändlers Macy’s. Zwar konnte die Kaufhauskette stärker wachsen als die Konkurrenz, doch fiel die Bruttomarge auf 39,4 Prozent. Macy’s gab die gestiegenen Kosten für Baumwolle und Logistik an die Kunden weiter und erhöhte die Preise. Der Konzern erhöhte zwar die Prognose für das Gesamtjahr, jedoch nicht so stark wie von der Wall Street erhofft. Dies löste Besorgnis über das wichtige Weihnachtsgeschäft aus. Die Aktie gab um 5,3 Prozent nach.

Im Blickpunkt der Anleger standen auch die Papiere von Adobe Systems. Der Softwarehersteller kündigte an, mehr als sieben Prozent seiner Stellen zu streichen. Außerdem gab Adobe bekannt, die Entwicklung des populären Flash-Players für Mobilgeräte einzustellen. Damit ist der Kampf um einen einheitlichen Standard für Videos und Grafiken im Internet praktisch zugunsten von Apple entschieden. Der iPhone-Hersteller baut bei seinen Mobilgeräten auf HTML5. Adobes Anteilsscheine brachen um knapp 7,7 Prozent ein. Apple-Papiere notierten 2,7 Prozent niedriger. Im Vorfeld der Quartalszahlen gaben Cisco Systems 3,8 Prozent nach. Der einstige Technologievorreiter informierte nach Börsenschluss über die jüngste Geschäftsentwicklung.

Amerikanische Anleihen profitieren von Sorgen um Italien

Mit sehr festen Kursen haben sich die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen am Mittwoch im späten New Yorker Handel gezeigt. Sorgen über einen möglicherweise bevorstehenden Zahlungsausfall Italiens trieben die Anleger in den vermeintlich sicheren Rentenhafen. Zu den schlechten Nachrichten aus Europa gesellten sich enttäuschende amerikanische Konjunkturdaten. Belastend wirkte dagegen eine Auktion zehnjähriger Notes, die auf eine schwache Nachfrage gestoßen war.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,125 Prozent stiegen um 1-01/32 auf 101-14/32 und rentierten mit 1,96 Prozent. Der mit 3,750 Prozent verzinste Longbond kletterte um 2-15/32 auf 114-06/32, seine Rendite sank damit auf 3,02 Prozent.

Die Erleichterung über die Rücktrittsankündigung des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi vom Vortag sei schnell verflogen, hieß es von Händlern, nachdem die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen am Mittwoch auf über 7 Prozent gestiegen waren. „Das ist das Niveau auf dem andere Krisenländer der Eurozone pleite waren und gerettet werden mussten“, erklärte ein Marktteilnehmer. Die Anleger hätten realisiert, dass sich fundamental eigentlich nichts an der Situation geändert habe.

Auftrieb bekamen die amerikanischen Anleihen zudem von Konjunkturseite. Die Lagerbestände im amerikanischen Großhandel sind im September überraschend um 0,1 Prozent gesunken, was auf eine erhöhte Vorsicht der Unternehmen hindeutet. Ökonomen hatten dagegen ein Plus von 0,6 Prozent erwartet.

Eine schwach verlaufene Auktion zehnjähriger Notes brachte jedoch einen Dämpfer. Die Auktion sei auf eine relativ geringe Nachfrage gestoßen, sagen Beobachter. Die Zeichnungsquote (Bid-to-Cover) lag mit 2,64 auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2009. Während der vorigen acht Auktionen wurde im Schnitt eine Quote von 3,12 erzielt.

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