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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien tendieren schwach

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In Schanghai hätten sich die Gewinnmitnahmen nach dem Vortagesplus mit der Nachricht eines verlangsamten Exportwachstums im Oktober ausgebaut, berichten Händler. Unter den Einzelwerten geht es hier für die Finanztitel ICBC um 1,4 Prozent und für China Life Insurance um 2,1 Prozent nach unten. In Hongkong belasten zusätzlich starke Verluste des Indexschwergewichts HSBC von über 8 Prozent den Index. Das Unternehmen hatte am Vortag schwache Drittquartalszahlen berichtet.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Fester präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,11 Prozent auf 2373,67 Zähler.

Cisco verteuerten sich, nachdem das Unternehmen die Investoren positiv überrascht hatte. Während Analysten für das erste Geschäftsquartal im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 0,40 Dollar anvisiert hatten, hatte Cisco auf bereinigter Basis 0,43 Dollar vorzuweisen. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen nun einen Gewinn je Aktie zwischen 0,42 und 0,44 Dollar, während Analysten aktuell noch mit 0,42 Dollar rechnen. Der Kurs legte um 2,6 Prozent auf 18,07 Dollar zu.

Green Mountain Coffee (GMC) brachen bei hohem Volumen um 34,3 Prozent auf 44,01 Dollar ein. Das Unternehmen verfehlte klar die Umsatzschätzungen der Experten. Statt der erhofften 760 Millionen Dollar wies GMC im vierten Geschäftsquartal lediglich einen Umsatz von 711,9 Millionen Dollar aus. Der Gewinn je Aktie traf die Erwartungen.

Italien-Krise reißt Wall Street nach unten

Die Krise in Italien hat am Mittwoch auch die Wall Street erschüttert. Der angekündigte Rücktritt von Regierungschef Silvio Berlusconi vermochte es nicht, den Anlegern die Furcht vor einer Zahlungsunfähigkeit Italiens zu nehmen. Italiens Bonds käme derzeit die Rolle eines neuen Angst-Index wie dem Volatilitätsindex VIX zu, sagte Charles Reinhard, Investmentstratege bei Morgan Stanley Smith Barney. „Und im Moment zeigen sie sehr viel Angst an.“ Nicht mehr Griechenland stünde im Zentrum der Schuldenkrise, sondern Italien.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 3,2 Prozent auf 11.780 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 3,7 Prozent auf 1229 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 3,9 Prozent auf 2621 Punkte.

Besonders der Bankensektor litt unter den Hiobsbotschaften aus Europa. Die Anteilsscheine von Morgan Stanley verloren neun Prozent, das Papier von Goldman Sachs büßte 8,2 Prozent ein. „Das ist ein Weckruf für die Märkte“, sagte Seth Setrakian von First New York Securities über Nachrichten aus Italien. „Wir waren zu lange zu optimistisch, um die Realität zu akzeptieren. Jetzt müssen wir erkennen, dass es kein Spaziergang wird.“

Die Schuldenkrise hinterlässt auch Spuren in der Bilanz des Autobauers General Motors. Die Opel-Mutter nahm ihr Ziel zurück, in Europa auf bereinigter operativer Basis im Gesamtjahr die Verlustzone hinter sich zu lassen. Das sei wegen der wirtschaftlichen Lage dort nicht zu schaffen, räumte der Konzern ein. Die Aktie gab knapp elf Prozent nach.

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