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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien tendieren schwach

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Auch der italienische Anleihemarkt wird mit Argusaugen beobachtet. Die Rendite-Abstände italienischer Anleihen zu Bundesanleihen seien nun größer als vor der Einführung des Euro. Am Berichtstag findet eine Auktion italienischer Papiere mit einer Laufzeit von 12 Monaten statt, die mit Spannung beobachtet werde.

Zunehmend macht sich die Schuldenkrise in der Eurozone in internationalen Wirtschaftsdaten bemerkbar, so den Handelszahlen aus China. Der Export nach Italien ist im Oktober um 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Auch die Maschinenaufträge in Japan im September blieben mit einem Minus von 8,2 Prozent deutlich unter den Erwartungen von einem Minus von 7,1 Prozent.

Italien-Krise zieht Börsen in Fernost ins Minus

Die Furcht vor einer Verschärfung der Euro-Krise hat am Donnerstag die Aktienmärkte in Fernost schwer belastet. Analysten sprachen von der Sorge, die Entwicklung in Italien könne außer Kontrolle geraten. Die Schuldenkrise hatte bereits die amerikanischen Märkte ins Minus gezogen.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,9 Prozent tiefer bei fast genau 8500 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 2,6 Prozent nach auf 730 Zähler. Auch die anderen großen Märkte in der Region - ob Hongkong, Australien, Singapur, Schanghai, Südkorea oder Taiwan - wurden von dem Sog erfasst. In Hongkong und Südkorea lag das Minus dabei jeweils bei fast fünf Prozent.

Su-Lin Ong von RBC Capital Markets sagte, die Maßnahmen der Euro-Staaten im Kampf gegen die Krise dürften nicht ausreichen. „Was auch immer ihnen einfallen wird, es wird nicht genug sein, um eine Rezession in Europa zu vermeiden“, sagte er. Jetzt gehe es nur noch darum, wie tief die Rezession in Europa sein werde und ob die Krise auf das Bankensystem übergreife.

Die Finanzinstitute mussten in Japan besonders starke Abschläge hinnehmen. Die Sumitomo Mitsui Financial Group schloss 4,7 Prozent im Minus, die Mizuho Financial Group 3,8 Prozent und Mitsubishi UFJ 2,7 Prozent. Die Aktien des Kameraherstellers Olympus gaben um 17,1 Prozent nach. Das Unternehmen hatte eingeräumt, jahrelang Verluste verheimlicht zu haben.
 

Aktienbörse in China im Verlauf sehr schwach

Die Staats- und Schuldenkrisen in Europa sowie schwach ausgefallene chinesische Exportdaten sorgen im Verlauf des Handels am Donnerstag für deutlicher nachgebende Aktienkurse in Schanghai und Hongkong. Der Shanghai Composite Index 1,1 Prozent auf 2.496 Punkte, während der HSI in Hongkong wie üblich stärker auf die Vorgänge in Europa reagiert und um 4,5 Prozent auf 19.118 Zähler regelrecht abstürzt.

Nach dem Anstieg der italienischen Renditen am Vortag auf deutlich über 7 Prozent greife die Angst vor einer Ausweitung der Euro-Schuldenkrise wieder stärker um sich, heißt es in Hongkong. Gleichwohl äußern sich einige Akteure zuversichtlich und erwarten trotz der Probleme in Europa keine Kurseinbrüche wie noch im August und September, da sich die Situation in den Vereinigten Staaten und auch in China inzwischen günstiger darstelle. So setze der Markt in China auf eine lockerere Geldpolitik, nachdem dort der inflationäre Druck zuletzt etwas nachgelassen habe.

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