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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien tendieren schwach

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Die Hängepartie im griechischen Schuldendrama drückt den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag ins Minus. „Die Märkte warten sehnsüchtig auf eine Lösung der europäischen Schuldenkrise, aber bislang gibt es einfach keine - im Gegenteil, die Unsicherheiten werden immer größer“, sagt ein Händler.

          Sorgen um eine Eskalation in Griechenland schwächen den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weiter. Der Dax verliert 0,6 Prozent auf 7.074 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index fällt um 0,85 Prozent auf 1590 Zähler. Der MDax mittelgroßer Werte gibt 0,5 Prozent auf 10.582 Punkte ab und der TecDax fällt um 0,8 Prozent auf 875 Punkte.

          Der Ausverkauf an den Aktienmärkten dürfte sich fortsetzen, bis die EU und die EZB das wahre Problem mit Griechenland und den potentiell zerstörerischen Effekt für den Markt für Staatsanleihen als Ganzes sowie die schweren Folgen für das Bankensystem und das wirtschaftliche Wachstum akzeptierten, sagte Marktstratege David Buik von BGC Partners.

          Wegen der Eskalation der Griechenland-Krise stehen die Zeichen auf Sturm. Die Vorgabe ist schlecht, nachdem sich die Griechenland-Sorgen auch auf die amerikanischen Börsen übertragen hatten und diese zusätzlich unter enttäuschenden Wirtschaftsdaten gelitten hatten: Der Future auf den Dow Jones Industrial verlor 0,75 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss vom Vortag, und auch die Kurstafeln in Asien waren am Morgen tiefrot.

          Wegen der Griechenlandkrise rutschten die Finanzwerte im frühen Geschäft ans Dax-Ende. Deutsche Bank geben 1,1 Prozent auf 39,295 Euro nach, Commerzbank büßen 1,25 Prozent auf 2,994 Euro ein. Die Aktien des Versicherers Allianz, der von einem Zahlungsausfall Griechenlands über seine Kapitalanlagen belastet werden könnte, verbilligten sich um 1,2 Prozent auf 91,60 Euro. Ein Börsianer sagt: „Konjunktursorgen und Schuldenkrise halten den Markt derzeit unter Druck und die entsprechenden Sektoren Rohstoffe und Finanzen zählen zu den größten Verlierern europaweit.“ Als Rohstoffwert geben die Aktien von Thyssen-Krupp weitere 0,55 Prozent ab.

          Im MDax springen Demag Cranes gegen den Trend um 2,9 Prozent auf 45,58 Euro. Bei der geplanten Übernahme des Kranherstellers durch den amerikanischen Konkurrenten Terex zeichnet sich ein Durchbruch ab. Terex erhöhte sein Übernahmeangebot von 41,75 Euro auf 45,50 Euro je Aktie und folgt damit einer Vereinbarung, die von Terex und Demag Cranes nach Billigung durch die zuständigen Gremien unterzeichnet worden sei. Darin sichere Terex den Deutschen auch nach der Mehrheitsübernahme weitgehende operative und strategische Eigenständigkeit zu. Demag begrüßte das neue Angebot. Laut Analysten ist damit eine Übernahme wahrscheinlicher geworden.

          Heidelberger Druck können dagegen ihr vorbörsliches Plus nach endgültigen Zahlen und ihrem Ausblick nicht ganz halten und tendieren wenig verändert. Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller rechnet weiter mit einer Erholung und will sich dem mittelfristigen Umsatzziel von mehr als 3 Milliarden Euro im laufenden und kommenden Geschäftsjahr schrittweise nähern. Bei stabiler gesamtwirtschaftlicher Entwicklung werde im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis angestrebt. Damit bekräftigte Heidelberger Druck jüngste Aussagen aus einem Interview. Den Ausblick stufte ein Börsianer indes als „weiter vorsichtig“ ein. Analysten erwarteten für das Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn von 10 Millionen Euro. Die gleichzeitig vorgelegten endgültigen Zahlen hätten indes keine Überraschung mehr gebracht.

          Verunsicherung treibt Anleger an den Rentenmarkt

          Die Hängepartie um ein neues Hilfspaket für Griechenland und die Furcht vor einem Konjunktureinbruch in den Vereinigten Staaten lässt den deutschen Rentenmarkt am Donnerstag fester tendieren. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert Basispunkte auf Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future Basispunkte auf Prozent.

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