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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien setzen Talfahrt fort

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Die Furcht vor einer Rezession setzt den deutschen Aktien am Montag abermals zu. „Es werden wieder die altbekannten Themen gespielt“, sagt ein Börsianer. Da die Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen sei, müsse mit dünnen Umsätzen gerechnet werden.

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          Negative Vorgaben aus Übersee belasten den deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart deutlich. Der Dax verliert 2,8 Prozent auf 5381 Punkte, der marktbreite FAZ-Index ebenso deutlich auf 1229 Zähler. Der MDax der mittelgroßen Werte büßt 3,1 Prozent auf 8566 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDax sackt um 2,6 Prozent auf 710 Punkte ab.

          Die sehr schwache Entwicklung der Wall Street nach einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht habe die asiatischen Märkte in die Knie gezwungen und halte auch den Dax unter Druck, sagt Stratege Ben Potter von IG Markets. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial verlor 1,5 Prozent seit dem Xetra-Handelsschluss. Auch wegen des heutigen Feiertags in den Vereinigten Staaten dürften Investoren Risiken wie Aktienanlagen weiter meiden. Zudem äußerte sich die UBS skeptisch zur künftigen Entwicklung an den weltweiten Börsen. Das wichtigste Ereignis der Woche ist aus Sicht von Potter und anderen Börsianern die Rede von Amerikas Präsident Barack Obama am Donnerstag.

          Die Aktien der Deutschen Bank geben 5,3 Prozent auf 24,63 Euro ab. Wie erwartet muss sich das Institut für missglückte Hypotheken-Geschäfte in den Vereinigten Staaten zu Zeiten der Finanzkrise verantworten. Die amerikanische Aufsichtsbehörde FHFA hat die Bank auf Schadensersatz verklagt. Hinzu kommt ein Bericht der „Financial Times“, demzufolge nun auch in Großbritannien die Behörden eine Transaktion der Deutschen Bank untersuchen und klagen könnten. Ein Händler sagte: „Die Klage in den Vereinigten Staaten war erwartet worden, der Umfang von mehr als 14 Milliarden Dollar könnte aber belasten. Hinzu kommt nun noch Großbritannien und die Stimmung bleibt einfach schlecht.“ Auch andere Börsianer sehen keinen Bedarf, in das Papier der Bank nun mit Käufen hineinzudrängen. Für die Aktien der Commerzbank geht es um 4,5 Prozent auf 1,835 Euro bergab.

          Derweil halten sich die Papiere der Munich Re mit einem Minus von 2,3 Prozent auf 85,75 Euro besser. Der weltgrößte Rückversicherer will sein Geschäft in den Vereinigten Staaten deutlich ausbauen. Bis 2014 plant der zuständige Vorstand Peter Röder lau einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (FTD), den Umsatz in dem weltweit wichtigsten Versicherungsmarkt um fast 40 Prozent auf etwa sieben Milliarden amerikanischen Dollar zu steigern. Die Profitabilität solle ebenfalls steigen, wozu Zukäufe von Nischenversicherern wie in den vergangenen drei Jahren beitragen sollten.

          Der Aktienkurs von BASF wird laut Händlern von den Aussagen des Konkurrenten Clariant belastet und büßt 3,2 Prozent auf 45,570 Euro ein. Der Schweizer Chemiekonzern hat wegen ungünstiger Währungseffekte und der schwächelnden Weltwirtschaft seine Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Jahr nach unten revidiert. Im MDax sackt der Kurs des Spezialchemiekonzerns Lanxess um 3,4 Prozent auf 37,95 Euro ab.

          Für die Aktien von Metro geht es um lediglich 0,5 Prozent auf 31,165 Euro nach unten, womit sie den Spitzenplatz im Dax einnehmen. Händler verweisen auf einen Bericht des „Platow Brief“, wonach der Handelskonzern bis zum Jahresende den Verkauf von Real oder Kaufhof abschließen könnte. Ein Händler sieht den Bericht des Börsenbriefes als schwache Quelle, verweist aber auf die relativ gute Entwicklung der Metro-Aktie in den vergangenen Handelstagen nach ihrer vorhergehenden Schwäche. Diese Outperformance könnte sich fortsetzen.

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