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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien moderat im Plus

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Die anhaltenden Sorgen um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands lassen Anleger zum Wochenbeginn am deutschen Aktienmarkt vorsichtig agieren. Dennoch legen die Kurse per saldo leicht zu.

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          Trotz anhaltender Sorgen um Griechenland ist der deutsche Aktienmarkt mit moderaten Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Der Dax gewinnt 0,1 Prozent auf 7131 Punkte. Der breiter gefasste FAZ-Index legt wenige Punkte auf 1599 Zähler zu. Für den MDax geht es um 0,2 Prozent auf 10.536 Punkte nach oben, der TecDax büßt dagegen 0,2 Prozent auf 865 Punkte ein.

          Alles schaut gebannt auf die griechische Schuldenkrise und darauf, ob das griechische Parlament den Sparplänen der Athener Regierung zustimmen wird, sagt Marktstratege Ben Potter von IG Markets. „Das ist momentan der entscheidende Punkt.“ Das Gremium wird am Dienstag und Mittwoch über das Sparprogramm beraten, bis Ende des Monats - also bis spätestens Donnerstag - muss Ministerpräsident Georgios Papandreou das Ganze durchs Parlament bringen.

          Negativ waren die Vorzeichen aus Übersee. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones verlor seit dem Xetra-Schluss am Freitag 0,3Prozent, und auch in Asien dominierten zum Wochenauftakt negative Vorzeichen.

          Bankenwerte stehen nach einem Beschluss der aus 27 Zentralbanken bestehenden Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu höheren Kapitalanforderungen unter Druck. Die Titel der Deutschen Bank sinken um 0,3 Prozent auf 39,33 Euro, während die Papiere der Commerzbank 0,7 Prozent auf 2,879 Euro verlieren. Dem BIZ-Beschluss zufolge soll es für bis zu 30 systemrelevante Banken bei dem bereit zu stellenden Kapital einen Zuschlag von 1,0 bis 2,5 Prozentpunkten geben - zusätzlich zu den ohnehin schon nötigen sieben Prozent Kernkapital (Tier 1).

          An das Dax-Ende rutschten mit minus 0,9 Prozent auf 63,74 Euro die Papiere von BASF nach einer Gewinnwarnung des Konkurrenten Akzo Nobel. Der niederländische Chemiekonzern hatte wegen ungünstigerer Marktbedingungen und höherer Rohstoffkosten seine Ergebnis-Prognose für das zweite Quartal und das Gesamtjahr gesenkt.

          Rentenmarkt tendiert gut behauptet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag gut behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 2 Basispunkte auf 127,47 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 118,11 Prozent.

          Experten rechnen zu Wochenbeginn mit einer festen Tendenz. Die Griechenlandkrise dürfte die Anleger weiter in sichere Anlagen wie deutsche Staatstitel treiben, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Vor der wichtigen Abstimmung des Parlaments am Mittwoch über das neue Sparprogramm dürfte die Unsicherheit hoch sein. Von der Zustimmung hängt letztlich die Zukunft Griechenlands und damit auch die weitere Entwicklung der europäischen Schuldenkrise ab. Den Bund-Future sieht die Landesbank zwischen 127,20 bis 128,10 Punkten.

          Euro startet schwach in neue „Woche der Entscheidungen“

          Mit Wechselkursverlusten zum Dollar ist der Euro in eine neue „Woche der Entscheidungen“ gestartet. Am Montagmorgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,4134 Dollar nach 1,4192 Dollar im späten freitäglichen Geschäft in New York. Weiter ist es die Staatsschuldenkrise in Griechenland, die den Euro belastet. „Derzeit hängen die Bewegungen an den Kapitalmärkten zu 99,9 Prozent von der Entwicklung in Athen ab“, erklärt ein Devisenhändler.

          Dort macht das griechische Parlament den Auftakt zu den Beratungen über ein neues Sparpaket und Veräußerungen von Staatsbesitz. Die Abstimmung ist für Mittwoch avisiert, vom Ausgang des Votums hängt die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem ersten Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds für die Hellenen ab.

          Am Freitag steht aus den Vereinigten Staaten der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im Juni auf der Agenda. Zuletzt hat die Industrie der größten Volkswirtschaft der Welt deutlich geschwächelt, Ökonomen gehen daher davon aus, dass der als wichtigster Frühindikator geltende ISM-Index unter die kritische Marke von 50 Punkten fallen könnte.

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