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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien leicht im Plus

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Nach der Freigabe der nächsten Hilfstranche der Euro-Staaten für Griechenland ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit leichten Aufschlägen in den Handel gestartet. Für Irritationen sorgte am Morgen allerdings die Ratingagentur S&P.

          Nach seinen deutlichen Gewinnen der Vorwoche verbucht der deutsche Aktienmarkt zum Handelsauftakt am Montag nur ein kleines Plus. Der Dax rückt um 0,1 Prozent auf 7.429 Punkte vor. Der marktbreite FAZ-Index gewinnt ebenso stark auf 1665 Zähler. Der MDax liegt mit 0,65 Prozent im Plus bei 11.062 Punkten. Der TecDax steigt um 0,6 Prozent auf 902 Punkte.

          Händlern zufolge drückt eine Mitteilung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) etwas auf die Stimmung. Die Agentur hat davor gewarnt, dass sie die bisher diskutierten Möglichkeiten einer Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenlandhilfe als Zahlungsausfall werten könnte. S&P bezieht sich in der Mitteilung auf das sogenannte „Pariser Modell“, das von französischen Banken entwickelt wurde. „Nach unserer Ansicht führt jede der beiden Finanzierungsoptionen, die im Vorschlag der Federation Bancaire Francaise beschrieben sind, nach unseren Kriterien wahrscheinlich zu einem Zahlungsausfall“, hieß es. Da ferner die Wall Street an diesem Montag wegen des Feiertages „Independence Day“ geschlossen bleibt, fehlen von dieser Seite weitere Impulse.

          Für Schlagzeilen sorgen vor allem die Autobauer. So sicherte sich Volkswagen die Mehrheit an dem Lastwagenhersteller MAN. Der Wolfsburger Autokonzern hält nun 55,9 Prozent der MAN-Stammaktien. Im Mai hatte VW überraschend seine Anteile an MAN auf mehr als 30 Prozent erhöht und musste ein Pflichtangebot abgeben. Während die VW-Aktien auf die Anteilsaufstockung mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 143,40 Euro reagierten, geben die MAN-Papiere um 0,8 Prozent auf 94,57 Euro nach. Diese Verluste erklärte ein Börsianer damit, dass VW sein Ziel erreicht habe und vorerst keine weiteren MAN-Aktien kaufen müsse.

          Händler wiesen bei den Autobauern zudem auf „abermals solide Absatzzahlen aus den Vereinigten Staaten“ hin. So hatte BMW im vergangenen Monat in den Vereinigten Staaten einmal mehr eine zweistellige Zuwachsrate erzielt. Auch Porsche steigerte seine Verkäufe. Insofern verbuchen die Titel Kursgewinne von 0,4 respektive 1,1 Prozent.

          Bayer klettern um 1,7 Prozent auf 56,62 Euro. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat die Zulassung für das Medikament Xarelto zur Prävention venöser Thromboembolien bei Patienten nach Operationen zum Ersatz von Knie- oder Hüftgelenken erteilt. Dies ist einem Händler zufolge ein positives Zeichen, nachdem der Aktienkurs des Chemie- und Pharmakonzerns zuletzt wegen guter Nachrichten zu dem Konkurrenz-Medikament Eliquis unter Druck geraten sei.

          Rentenmarkt tendiert etwas fester

          Eine Ratingwarnung von Standard & Poor's (S&P) stützt die Kurse deutscher Anleihen am Montag. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 15 Basispunkte auf 125,58 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 7 Basispunkte auf 116,60 Prozent.

          S&P hat davor gewarnt, dass die Agentur die bisher diskutierten Möglichkeiten einer Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenlandhilfe als Zahlungsausfall werten werde. S&P bezieht sich in der Mitteilung auf das sogenannte „Pariser Modell“, dass von französischen Banken entwickelt wurde. In diesem Umfeld würden deutsche Anleihen wieder als sicherer Hafen gesucht, sagen Händler.

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