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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien im Plus

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Die Aussicht auf die Abwendung einer Staatspleite in Griechenland hat die amerikanischen Börsen am Dienstag abermals angetrieben. Die Anleger seien weiter optimistisch, dass das griechische Parlament dem notwendigen Sparplan zustimmen werde, sagten Händler. „Seit Wochen hängt die Ungewissheit über den Ausgang der Krise über dem Markt - nun wächst die Überzeugung, dass Griechenland eine Lösung finden wird“, sagte David Kotok von Cumberland Advisors. Das griechische Parlament sollte am Mittwoch und Donnerstag über das heftig umstrittene Sparpaket abstimmen und könnte damit den Weg für die Zahlung der nächsten Milliarden-Tranche der Finanzhilfen freimachen.

Auch neue Daten vom darbenden Immobilienmarkt flößten den Anlegern etwas Mut ein: Die Preise in den Ballungsgebieten gingen nicht so stark zurück wie von den meisten Experten befürchtet. Von dem Aufwärtstrend des Marktes profitierten vor allem Titel, die zuletzt kräftig Federn lassen mussten - allen voran Technologie- und Rohstoff-Werte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher auf 12.188 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,3 Prozent auf 1296 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 1,5 Prozent auf 2729 Stellen. Schon am Montag hatten die Indizes rund ein Prozent zugelegt, nachdem sie in den drei Handelstagen davor unter Druck gestanden hatten.

Steil nach oben ging es mit den Aktien des Adidas-Rivalen Nike, die zehn Prozent zulegten. Der Sportartikel-Gigant glänzte im Frühjahr mit überraschend hohem Wachstum und strahlte zudem Zuversicht aus: Der Konzern erhöhte seine Umsatzprognose nach Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn.

Die Spekulation auf eine Entschärfung der Schuldenkrise führte zu einem kräftigen Anstieg des Ölpreises, der wiederum zu Kursgewinnen bei den Aktien vieler Energie-Unternehmen führte. Der S&P-Index für diese Branche legte um fast drei Prozent zu und damit deutlicher als andere Branchen-Indizes.

Microsoft-Aktien stiegen um mehr als zwei Prozent. Der weltgrößte Software-Hersteller unternimmt seinen bislang größten Schritt in die Welt des Internet und stellte am Dienstag eine Cloud-Version seiner beliebten Bürosoftware Office vor. Schon am Montag hatte die Microsoft-Aktie von der bevorstehenden Präsentation des neuen Angebots profitiert und 3,7 Prozent zugelegt.

Google-Papiere legten ihrerseits ebenfalls mehr als zwei Prozent zu, nachdem der Internet-Riese einen neuen Vorstoß in soziale Netzwerke ankündigte. Google testet einen neuen Dienst namens Google+, der die Grundlage für ein umfangreiches Angebot für Kontakte und Kommunikation im Internet werden soll.

Amerikanische Anleihen schwächer

Wie am Vortag wurde auch am Dienstag der amerikanische Anleihenmarkt von einer schwachen Auktion belastet. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,125 Prozent verloren 30/32 auf 100-23/32 und rentierten mit 3,04 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond fiel um 19/32 auf 100-23/32, seine Rendite stieg damit auf 4,33 Prozent.

Bei der Versteigerung neuer fünfjähriger Notes im Volumen von 35 Milliarden Dollar kam lediglich ein Bid-to-Cover von 2,59 zustande - das ist das niedrigste Verhältnis seit Juni letzten Jahres. Die Zahl der indirekten Bieter lag mit 37,6 Prozent unter dem Schnitt der letzten vier Auktionen (40,9 Prozent).

Wenig Auswirkung zeitigte der Index des Verbrauchervertrauens, der mit 58,5 schlechter ausfiel als erwartet. Das Geschäft sei überdies im Hinblick auf die Abstimmung im griechischen Parlament über das neue Sparpaket am Mittwoch zurückhaltend verlaufen, hieß es von Händlern. Allerdings setzte sich am Aktien- wie am Anleihemarkt die Ansicht durch, dass die griechischen Sparmaßnahmen das Parlament passieren werden.

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