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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien erholen sich leicht

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Nach dem Kursrutsch am Vortag zeigen sich die deutschen Aktienmärkte am Dienstag stabilisiert. Die Stimmung bleibe aber fragil. Die Ängste vor einer Rezession und einer Ausbreitung der Schuldenkrise könnten den Markt jederzeit wieder auf Talfahrt schicken.

          Nach den herben Verlusten des Vortages ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag etwas erholt in den Handel gestartet. Der Dax steigt um 0,7 Prozent auf 5282 Punkte, der marktbreite FAZ-Index 0,3 Prozent auf 1203 Zähler. Der Index mittelgroßer Werte MDax legt 0,4 Prozent auf 8437 Punkte zu. Auch der TecDax liegt 0,35 Prozent im Plus bei 699 Zählern.

          „Anleger sollten in den nächsten Tagen vorsichtiger agieren“, empfehlen indes die Experten von Close Brothers Seydler Research. Die Lage sei nun noch kritischer zu sehen, nachdem der Dax neue Jahrestiefs erreicht habe. „Der extreme Grad an Risikoaversion führt zu einem Einfrieren jeglicher Aktivität in den Kreditmärkten und die Preisentwicklung ähnelt der im Anschluss an die Lehman-Pleite.“

          Auf der Agenda stehen keine entscheidenden Termine und die Börsianer dürften abwarten, was die amerikanischen Börsen am Nachmittag nach dem langen Wochenende aus den sehr schlechten Vorgaben der europäischen Märkte machen.

          Einen Kurssprung von knapp 16 Prozent auf 2,13 Euro verbuchen Evotec. Analysten loben die angekündigte Zusammenarbeit mit Roche bei der Entwicklung eines Alzheimer-Präparates. Die Biotechfirma hatte in diesem Zusammenhang auch ihre Ergebnisziele angehoben.

          Stark gefragt sind auch Gagfah , die sich um 7,6 Prozent auf 4,139 Euro verteuern. Die Immobilienfirma will eigene Aktien im Volumen von 75 Millionen Euro zurückkaufen.

          Rentenmarkt weiter fest

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 34 Basispunkte auf 138,66 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 5 Basispunkte auf 123,71 Prozent.

          Damit steht der Bund-Future nur ganz knapp unter dem neuen Rekordstand von 138,74 Prozent, auf dem er am Montag aus dem Handel ging. „Jedes neue Hoch bestätigt den Aufwärtstrend“, so ein Marktteilnehmer. Das Hoch vom 18. August bei 136,26 Prozent wirke nun als Unterstützung. Händler sprechen angesichts der Schuldenkrise und der Rezessionsgefahren von einer „Flucht in sichere Häfen“ wie den Bund-Future. Neue Impulse könnten von deutschen Auftragseingängen am Mittag und vom ISM-Index für das amerikanische Dienstleistungsgewerbe am Nachmittag ausgehen.

          Euro fällt Richtung 1,40 Dollar

          Der Euro gibt am Dienstagmorgen an den internationalen Devisenmärkten weiter nach. Während des Übergangs aus dem asiatisch in den europäisch geprägten Handel steht die Gemeinschaftswährung bei 1,4058 Dollar nach 1,4086 Dollar im europäischen Nachmittaghandel am Montag. Damit steht der Euro auf dem tiefsten Stand seit einem Monat. Händler verweisen nach wie vor auf die Rezessionssorgen und die Schuldenkrise in der Eurozone. An den Kreditmärkten sind die Prämien für Kreditausfallversicherungen am Montag stark gestiegen.

          „Die Lage ist ziemlich verfahren“, so ein Händler. Einerseits müssten die Schuldner-Staaten sparen. Andererseits verstärkten sich dadurch die Rezessionstendenzen und in einigen Bevölkerungskreisen die Abneigung gegen Euro und Europa. Am Dienstag sind Streiks in Italien und Spanien geplant. Die Europäische Zentralbank könnte die Zinsen bald senken, und das drücke auf den Euro.

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