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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien erholen sich

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

In der Hoffnung auf weitere Stützungsmaßnahmen der Notenbank Fed für die schwächelnde amerikanische Konjunktur erholen sich die Kurse der meisten deutschen Aktien.

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          Nach dem verlustreichen Wochenauftakt ist der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte klar erholt in den Handel gestartet. Der Dax legt 1,2 Prozent auf 5905 Punkte zu, der marktbreite FAZ-Index gewinnt 1,6 Prozent auf 1330 Punkte.

          Stützung erhält der deutsche Markt insbesondere von der Wall Street. Hier hatten die Kurse zwar auch negativ auf die wieder gestiegene Unsicherheit nach der Ankündigung des Referendums zu den Reformplänen in Griechenland reagiert. Seit dem Handelsende auf Xetra verbesserte sich der Future auf den Dow Jones Industrial aber um 1 Prozent. Börsianern zufolge dürften die Irritationen aber anhalten, bis geklärt ist ob und wann Griechenland tatsächlich das Volk befragt.

          Im Fokus stehen vor allem auch die Quartalsberichte unter anderem von Fresenius, FMC und MAN, bevor sich die Blicke am Nachmittag auf die ADP-Daten in den Vereinigten Staaten richten. Die Beschäftigungszahlen aus dem Privatsektor gelten als Indikator für den großen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Am Abend nach Xetra-Schluss wird dann noch die amerikanischen Notenbank Fed ihren jüngsten Zinsentscheid bekannt geben.

          Zu den größten Gewinnern zählen die Banken, die angesichts des geplanten griechischen Referendums zu den Sanierungsplänen am Dienstag besonders stark unter die Räder gekommen waren. Deutsche Bank legen 2,6 Prozent auf 28,65 Euro zu und Commerzbank gewinnen 3,5 Prozent auf 1,67 Euro.

          Im Nebenwerte-Index MDax gehören Hugo Boss zu den Favoriten. Die Aktien des Bekleidungsherstellers legen nach einem Quartalsergebnis über Markterwartungen 3,9 Prozent auf 67,45 Euro zu.

          Gewinnmitnahmen am Rentenmarkt

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 46 Basispunkte auf 137,69 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 21 Basispunkte auf 123,24 Prozent.

          Am Vortag stieg der Bund-Future nach einem überraschend angekündigten Referendum über den Rettungsplan für Griechenland zeitweise bis auf 138,60 Punkte. Zur Wochenmitte scheint die „Schockwelle“ nach dem angekündigten Griechen-Referendum „erst einmal ausgelaufen zu sein“, sagte Experte Volker Brokelmann von der HSH Nordbank. Die nächsten Tage dürften im Zeichen der Schadensbegrenzung und der Präzisierung des Referendums stehen.
          In Athen ging am frühen Mittwochmorgen eine mehrstündige Krisensitzung des Ministerrates unter Vorsitz von Papandreou ohne dramatische Ergebnisse zu Ende. Im weiteren Tagesverlauf wollen Deutschland, Frankreich sowie die Spitzen von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds die neuen Turbulenzen um Griechenland auf einem Krisengipfel eindämmen.

          Euro in Bodenbildung

          Erste Versuche einer Bodenbildung machen Händler beim Euro im Vorfeld des kurzfristig anberaumten EU-Krisentreffens aus. Zum Handelsstart in das europäisch dominierte Geschäft legt die Währung wieder auf 1,3740 Dollar zu. Der rasante Kursabsturz vom Vortag war im Bereich um 1,3620 Dollar zum Halten gekommen. Auch im asiatischen Geschäft wurden diese Kurse noch einmal getestet, jedoch nicht mehr unterboten. „Der Euro ist binnen zwei Tagen von 1,42 auf fast 1,36 Dollar gestürzt, das war zuviel, eine Gegenbewegung ist normal“, sagt ein Händler.

          Nachrichtlich im Fokus steht das Krisentreffen der EU-Politiker in Cannes. Dort treffen sich um 20.30 Uhr Griechenlands Ministerpräsident Papandreou mit Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Staatspräsident Sarkozy, dem neuen EZB-Präsidenten Mario Draghi und IWF-Chefin Lagarde. Am Montagabend hatte Papandreou überraschend ein Referendum über den jüngsten Athener Schulden-Deal mit der EU angekündigt und damit für einen Einbruch des Euro gesorgt.

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