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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien arbeiten sich wieder nach vorn

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Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Mittwoch mit neuem Mut in den Handelstag gestartet. „Allerdings kann der Dax auch jederzeit wieder deutlich abrutschen“, sagt ein Händler.

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          Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendieren am Mittwoch freundlich. Der Dax legt 0,2 Prozent auf 5656 Punkte zu, der marktbreite FAZ-Index gewinnt 0,5 Prozent auf 1291 Zähler. Vor wichtigen amerikanischen Konjunkturdaten im weiteren Wochenverlauf dürften sich die Anleger aber auch in dem deutschen Leitindex eher zurückhalten und für wenig Bewegung sorgen, sagen Händler. Der MDax steigt um 0,25 Prozent auf 8920 Punkte, der TecDax um 0,5 Prozent auf 741 Punkte. Börsianer schauten zudem weiter auf den derzeit unveränderten Goldpreis, der Änderungen in der Risikofreude der Investoren widerspiegelt.

          Laut Händlern fehlen weiter eindeutige Impulse, um den Markt klar zu bewegen. Auch die Vorgaben seien nicht deutlich genug. „Die Anleger agieren vor einigen hochkarätigen amerikanischen Konjunkturdaten vorsichtig“, sagt Marktstratege Ben Potter von IG Markets auch mit Blick auf den asiatischen Handel. „Es ist unglaublich ruhig.“

          An diesem Mittwoch stehen neben den ADP-Arbeitsmarktdaten als Indikator für den großen amerikanischen Arbeitsmarktbericht am Freitag auch der Chicago Einkaufsmanagerindex und die amerikanischen Auftragseingänge auf der Agenda. Potter sieht die Daten bis zum Wochenausklang als „absolut entscheidend“ für die Fed an, um über weitere Konjunkturmaßnahmen zu entscheiden. Erste Daten aus dem Inland drangen auch schon an den Markt: Der Umsatz im deutschen Einzelhandel hat im Juli stagniert, während Volkswirte einen Rückgang erwartet hatten.

          Deutsche Anleihen tendieren leichter

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 17 Basispunkte auf 135,11 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 9 Basispunkte auf 122,17 Prozent.

          Händler begründen die schwache Tendenz mit der freundlichen Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. Gestützt habe hier vor allem die Aussicht auf eine zusätzliche Lockerung der amerikanischen Geldpolitik, hieß es. Wie aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll der amerikanischen Notenbank vom Dienstagabend hervorgeht, plädieren einige Fed-Mitglieder für zusätzliche Maßnahmen zur Stützung der schwächelnden amerikanischen Konjunktur.

          Im weiteren Verlauf dürften vor allem neue Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten im Fokus stehen. Insbesondere der ADP-Arbeitsmarktbericht, der als Indikator für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung gilt, sollte großes Interesse auf sich ziehen. Darüber hinaus stehen neue Stimmungsdaten und Auftragszahlen aus der Industrie an. Die HSH Nordbank sieht den Bund-Future im Tagesverlauf zwischen 134,50 und 135,80 Punkten.

          Euro wenig verändert zum Dollar

          Der Euro präsentiert sich beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Mittwochmorgen wenig verändert zum Dollar. Damit habe die Handelsspanne zwischen 1,4000 Dollar und 1,4500 Dollar weiterhin Bestand, heißt es von Marktteilnehmern. Die Nachrichtenlage auf beiden Seiten des Atlantiks ist wenig erfreulich. So sind die Verbraucherdaten am Vortag sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa deutlich unter den Erwartungen geblieben und haben abermals die bestehenden Wachstumsrisiken unterstrichen.

          So schätzt etwa die Berenberg Bank in der Zwischenzeit das Risiko einer Rezession in der Eurozone bis Ende des Jahres auf 45 Prozent. Die Zahlen haben die Risikoaversion der Anleger weiter verstärkt, was in der Regel positiv für den Dollar sein sollte. Allerdings hat die Bekanntgabe des Protokolls der jüngsten Fed-Sitzung abermals die Hoffnung der Anleger aufleben lassen, dass die amerikanische Notenbank schon bald neue Maßnahmen zur quantitativen Lockerung einleiten könnte. Dies wäre eine für den Dollar negative Entwicklung.

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