https://www.faz.net/-gv6-6ni5e

Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien abermals im Minus

  • Aktualisiert am

Aus Verunsicherung über die Konjunktur-Aussichten ziehen sich am Montag weitere Anleger aus dem deutschen Aktienmarkt zurück. „Die Vorgaben aus Asien lesen sich nicht gut“, sagt ein Börsianer.

          Die deutschen Aktienindizes sind am Montag abermals mit Verlusten in den Handel gestartet. Laut Händlern bleibt es wie in der vergangenen Wochen bei einem nervösen Marktumfeld, dem die Anhaltspunkte fehlten. Der Dax büßt 0,5 Prozent auf 5451 Punkte ein, der marktbreite FAZ-Index gibt 0,6 Prozent auf 1232 Zähler ab. Der MDax der mittelgroßen Werte gibt 0,6 Prozent auf 8351 Punkte nach. Der TecDax verliert 0,1 Prozent auf 690 Punkte.

          Die Experten von Close Brothers Seydler sprechen in einem Morgenkommentar davon, dass eine Gegenreaktion zwar charttechnisch angebracht wäre. Wegen der weiter nervösen Stimmung sei es jedoch eher realistisch, dass die Anleger vorsichtig bleiben werden. „Investoren haben Angst davor, in das fallende Messer zu greifen.“

          Schwache Vorgaben aus Übersee und ein auf neue Rekordhöhen gekletterter Goldpreis sind Ausdruck der anhaltenden Unsicherheit. Vom näher rückenden Ende des Regimes von Muammar al-Gaddafi in Libyen erwarten Händler keine größeren Auswirkungen am Aktienmarkt. „Das dürfte eher Einfluss auf den Ölpreis haben“, so ein Börsianer.

          Mangels kurstreibender Nachrichten stehen am Montag zahlreiche Analystenkommentare im Fokus der Anleger. Eon-Titel gewinnen 0,5 Prozent auf 14,09 Euro, was am Markt mit Kaufempfehlungen der Analysten von Merrill Lynch und Macquarie begründet wurde. Analyst Matthias Heck von Macquarie sprach von einer günstigen Bewertung der Aktien nach dem jüngsten Kurssturz.

          Unter den Gewinnern sind ferner Finanzwerte zu finden. Aktien der Allianz gewinnen 0,4 Prozent auf 69,07 Euro und Commerzbank-Titel legen 0,5 Prozent auf 1,916 Euro zu. Händler begründen dies mit einem Erholungsversuch. SAP liegen nach optimistischen Aussagen von Finanzchef Jim Hagemann Snabe in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ knapp im Plus.

          Im MDax sind die um fast drei Prozent festeren Titel von Deutsche Euroshop nach einer Hochstufung seitens der Schweizer Großbank UBS der beste Wert. Analyst Kristian Bandy begründete dies mit überraschend guten Quartalszahlen. Die geplanten Akquisitionen dürften seiner Einschätzung nach zusätzliches Gewinnwachstum zur Folge haben. Stada-Titel starteten ebenfalls fester in den Handel, drehten dann aber mit 0,2 Prozent ins Minus ab. Die Experten von HSBC hatten die Beobachtung der Titel mit „Overweight“ gestartet. Analyst Jan Keppeler lobte in seiner Studie „das starke Produktportfolio“ des führenden europäischen Generika-Herstellers.

          Rentenmarkt tendiert fester

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 35 Basispunkte auf 135,66 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 19 Basispunkte auf 122,41 Prozent.

          Neue Impulse könnten von der Europäischen Zentralbank kommen, wenn diese mitteile, wie viele Anleihen der Schuldenkrisen-Länder sie in der vergangenen Woche gekauft habe, heißt es im Handel.

          Tendenziell dürfte der Bund-Future fest bleiben, heißt es bei der HSH Nordbank. Die Zweifel nähmen zu, ob die jüngsten Euro-Beschlüsse die parlamentarischen Hürden reibungslos passierten. Daneben warte der Markt, ob „der amerikanische Notenbankpräsident am Freitag beim Zentralbanktreffen in Jackson Hole abermals ein QE-Programm aus dem Hut zaubert“, so die Analysten. Sie sehen den Bund-Future in einer Handelsspanne zwischen 135 Prozent und 136 Prozent.

          Euro etwas leichter

          Der Euro kommt am Montag während des Übergangs aus dem asiatisch in den europäisch geprägten Handel etwas zurück. Die Gemeinschaftswährung steht bei 1,4363 Dollar und damit etwas unter den Höchstständen um 1,44 Dollar vom späten Freitag. Händler sprechen von einem vergleichsweise ruhigen Handel. Der Euro sei zuletzt kaum noch von den fallenden Aktienmärkten belastet worden. „Es bedarf wohl eines starken Impulses, um den Euro deutlicher zu drücken“, heißt es bei IG Markets.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.