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Blick auf den Finanzmarkt : Der Dax tendiert freundlich

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Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Dienstag im frühen Handel etwas fester als am Vortag. Die Unsicherheit um Griechenland werde den Markt aber weiter beherrschen, heißt es. In Griechenland stimmt das Parlament in der Nacht zum Mittwoch über die von Regierungschef Giorgos Papandreou gestellte Vertrauensfrage ab.

          Der deutsche Aktienmarkt ist freundlich in den Dienstag gestartet. Der Dax gewinnt gegen 9.25 Uhr 55 Punkte oder 0,8 Prozent auf 7.206 Punkte. Händler verweisen auf günstige Vorlagen aus New York und von den asiatischen Märkten. Außerdem treiben positive Analystenkommentare die Kurse ausgewählter Einzeltitel nach oben. Daneben sprechen Händler von technisch orientierten Käufen, nachdem der Dax am Montag im Verlauf erneut nach oben gedreht war. Laut technischen Analysten ist damit ein Dax-Anstieg Richtung 7.240 wieder wahrscheinlicher geworden, als unterstützt gilt der Dax bei 7.060 Punkten. Viele Händler rechnen allerdings mit einem ruhigen und abwartenden Geschäft: „Der Markt steht weiterhin im Bann Griechenlands“, so ein Händler. „Die Leute werden sich vor der Vertrauensabstimmung in Griechenland heute abend zurückhalten“, schließt sich ein weiterer Marktteilnehmer an. Sollte die Regierung die Abstimmung überstehen, dürften die neuen Sparmaßnahmen vom Parlament verabschiedet werden und damit der Weg für die nächste Kredit-Tranche frei sein. Daneben könnte am Vormittag der ZEW-Konjunktur-Index für Juni im Blick stehen und am Nachmittag die Verkäufe bestehender Häuser im Mai in den Vereinigten Staaten.

          Auf der Gewinnerliste weit oben stehen zyklische Aktien wie Thyssen mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 34,87 Euro oder BASF, die um 1,5 Prozent steigen auf 63,74 Euro. „Die Risikobereitschaft am Markt nimmt zu“, so ein Händler auch mit Blick auf wieder steigende Rohstoffpreise. Thyssen profitieren auch von einer Kurszielerhöhung der UBS auf 38 Euro von 35 Euro. Metro gewinnen 1,7 Prozent auf 43,42 Euro, nachdem die Analysten von Nomura die Aktien auf die Kaufliste genommen haben. Commerzbank legen mit einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 1,8 Prozent zu auf 3,08 Euro. K+S steigen um 1,1 Prozent auf 53,64 Euro: Der Verkauf der Compo-Sparte führt zwar zu einer Abschreibung von 90 Millionen Euro im zweiten Quartal. Allerdings überwiege der positive Effekt der Trennung von einer wachstumsschwachen Sparte, so ein Analyst. In der zweiten Reihe steigen Tui um 3,1 Prozent auf 7,52 Euro, hier ist es eine Kaufempfehlung der WestLB, die den Kurs treibt. Software AG wiederum gewinnen mit einer Kaufempfehlung der UBS gut 4 Prozent. Der TecDax steigt um 1,0 Prozent, der MDax um 0,8 Prozent.

          Kurse deutscher Anleihen tendieren knapp gehalten

          Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse am Dienstag vor der mit Spannung erwarteten Vertrauensfrage in Griechenland mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor 0,14 Prozent auf 125,97 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,957 Prozent. Am Rentenmarkt bleibe die Schuldenkrise das alles beherrschende Thema, hieß es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Die Anleger würden gespannt auf das Ergebnis der Vertrauensfrage der griechischen Regierung am Abend warten. Politische Beobachter gehen davon aus, dass die Regierung des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou die Abstimmung trotz knapper Mehrheit überstehen wird. „Passiert das nicht, steht Euroland vor großen Schwierigkeiten, denn einen Plan B gibt es nicht“, warnten die Experten der HSH Nordbank. Eine Staatspleite Griechenlands wäre dann wohl nicht mehr zu vermeiden.

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