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Blick auf den Finanzmarkt : Dax wieder unter 7000 Punkten

  • Aktualisiert am

Der Dax ist am Mittwoch zu Handelsbeginn wieder unter die Marke von 7000 Punkten gerutscht, nachdem die Wall Street am Dienstagabend im Minus schloss und auch der Terminkontrakt auf den Leitindex Dow Jones seitdem Abgaben verzeichnet hat.

          Gewinnmitnahmen drücken den Dax am Mittwochmorgen wieder unter die Marke
          von 7000 Punkten. Diese Schwelle hatte der Index am Vortag erstmals seit Anfang Juni 2008 geknackt. Der Leitindex rutscht um 0,3 Prozent auf 6982 Punkte ab. Dabei zählen BMW und K+S mit Kursverlusten von mehr als einem Prozent zu den größten Verlierern.

          Im MDax ragen nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs die Aktien von Gagfah mit einem Plus von mehr als fünf Prozent heraus. Lanxess fallen um 0,7 Prozent. Die Analysten von Equinet haben ihre Anlageempfehlung auf „Hold“ von „Accumulate“ gesenkt.

          Rentenmarkt tendiert deutlich schwächer

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch deutlich leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 54 Basispunkte auf 124,47 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 34 Basispunkte auf 118,38 Prozent.

          „Nachdem am Dienstag die amerikanischen Treasuries aufgrund des neuen - noch nicht verabschiedeten - Konjunkturpakets der Regierung Obama und der entsprechend höheren Verschuldung massiv unter Druck geraten sind, dürfte dieses Thema auch heute die Finanzmärkte beschäftigen“, erwartet die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Dies dürfte abermals auch für Kursverluste beim Bund-Future sorgen. Den Bund-Future sieht die HSH Nordbank in einer Handelsspanne von 124,00 bis 126,00 Punkten.

          Euro verliert weiter

          Der Euro setzt seine am Dienstagnachmittag begonnene Talfahrt am Mittwoch zu Beginn des europäisch geprägten Handels fort und handelt nur noch knapp oberhalb der Marke von 1,32 Dollar. Noch am Vortag hatte die Gemeinschaftswährung in der Spitze 1,34 Dollar gekostet. Händler verweisen in erster Linie auf die steigenden Anleiherenditen in den Vereinigten Staaten, die den Dollar stützten.

          So ist die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe deutlich bis auf 3,135 Prozent gestiegen und damit den höchsten Stand seit Jahresmitte. Händler begründen dies mit der Verlängerung der Steuererleichterungen für amerikanische Bürger für zwei weitere Jahre, auf die sich Präsident Obama mit den Republikanern geeignet hat. In der Folge kann der Dollar nicht nur gegen dem Euro, sondern auch gegenüber dem Yen Boden gut machen.

          Als tendenziell belastendes Thema für den Euro bleibt die Schuldenproblematik der Eurozone weiter auf der Agenda, auch wenn positive Signale derzeit dominieren. Eine Ablehnung der Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms durch die Finanzminister der Eurozone wird Händlern zufolge positiv gewertet, denn dies signalisiere, dass eine Ausweitung derzeit nicht notwendig sei.

          Zudem hat das irischen Parlament am späten Dienstagabend einen Teil des von der Regierung aufgelegten Sparhaushalts gebilligt, mit dem die irische Regierung im kommenden Jahr das Minus in der Staatskasse um insgesamt 6 Milliarden Euro verringern will. Die Verabschiedung des Sparpakets gilt als Voraussetzung für die Inanspruchnahme des von EU und Internationalem Währungsfonds aufgelegten Rettungspakets. Von Konjunkturseite sind am Mittwoch keine Impulse für den Devisenmarkt zu erwarten.

          Aus technischer Sicht dominiert laut Helaba für den Euro die Gefahr abermals nachgebender Notierungen. Zum einen sei die Gemeinschaftswährung daran gescheitert, in den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal zurückzukehren, zum anderen sei sie nicht
          nachhaltig über den kurzfristigen Abwärtstrend gestiegen. Die Analysten sehen die nächste Unterstützung nun bei 1,3190 Dollar, darunter wäre der Weg frei bis zur 200-Tage-Linie, die bei 1,3116 Dollar verlaufe. Einen Widerstand machen sie bei 1,34 Dollar aus, dem
          Kurshoch vom Dienstag.

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