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Blick auf den Finanzmarkt : Dax verzeichnet Kursrückschläge

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Der deutsche Aktienmarkt startet am Freitag nach dem überraschenden Zinsschritt der amerikanischen Notenbank Fed am Vorabend mit Verlusten in den Handel. Die Entscheidung der Fed, den Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent zu erhöhen, könne die Märkte belasten, heißt es.

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          Die Erhöhung des Diskontsatzes auf 0,75 Prozent von zuvor 0,50 Prozent durch die amerikanische Notenbank am Donnerstagabend belastet am Freitag im frühen Handel den den deutschen Aktienmarkt. Gegen 9.28 Uhr verliert der Dax 0,6 Prozent oder 35 auf 5.646 Punkte, nachdem er im Tief bei 5.626 Zählern gelegen hatte. Angesichts des seit Anfang Dezember zum Euro um 11 Prozent gestiegenen Dollar, der Tendenz zu steigenden Preisen in den Vereinigten Staaten und vor allem wegen der Erholung an den Aktienmärkten sei der überraschend erfolgte Zinsschritt der amerikanische Notenbank eher als ein Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik aufzufassen, heißt es im Handel. Angesichts der Zinserhöhung stellten Anleger vor dem Wochenende gleichwohl Positionen glatt und sicherten Gewinne.

          „Die Finanzmärkte hassen Überraschungen, und die Aktion der Fed war sicher eine Überraschung“, meint ein Marktkenner von IG Markets. Mit dem Timing habe die Fed das klare Zeichen gesetzt, dass der Anfang vom Ende einer extrem lockeren geldpolitischen Haltung nunmehr gemacht sei, heißt es an anderer Stelle im Handel. Allerdings gibt es auch versöhnlichere Töne. Offenbar sehe die Fed die amerikanische Wirtschaft zusehends auf einem Pfad des sich selbst tragenden Aufschwungs, merkt ein Stratege an. „Das ist eine gute Nachricht für die Unternehmensgewinne, und diese sind der Haupttreiber für die Aktienmärkte“.

          Zum Auftakt gerät vor allem der Bankensektor unter stärkeren Abgabedruck. Deutsche Bank geben um 1,4 Prozent auf 46,63 Euro nach, für Commerzbank geht es um 1,1 Prozent auf 5,70 Euro nach unten. Gut halten sich die Versicherungswerte: Allianz geben um 0,2 Prozent auf 82,37 Euro nach und Munich Re nur um 0,1 Prozent auf 110,10 Euro. Relative Stärke zeigen defensive Aktien und Sektoren. So gewinnen Merck gegen den Trend 0,1 Prozent auf 64,55 Euro, Metro halten sich einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 38,35 Euro ebenfalls sehr gut. Mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 43,95 Euro sind Beiersdorf bislang einer der Tagesgewinner. Deutsche Telekom verlieren 0,5 Prozent auf 9,60 Euro, auch die defensiv geltenden Versorger verlieren. Hier belasten Abstufungen durch Societe Generale. RWE büßen 0,6 Prozent auf 64,66 Euro nach und Eon 0,6 Prozent auf 26,62 Euro.

          Deutlich schwächer entwickeln sich Solarwerte, nachdem in den Vereinigten Staaten First Solar trotz Vorlage überzeugender Geschäftszahlen nachbörslich um rund 7 Prozent nachgaben. Im Handel wurde dies damit begründet, dass vor allem der Ausblick enttäuscht habe. Für den deutschen Markt erwartet das Unternehmen auf Grund der Senkung der Einspeisevergütung 2010 nahezu kein Wachstum. Phoenix Solar geben 0,7 Prozent auf 29,54 Euro, SMA Solar 1,4 Prozent auf 82,32 Euro oder Solarworld 1,7 Prozent auf 11,36 Euro. Manz Automation gewinnen allerdings 4,4 Prozent auf 59,96 Euro, nachdem das Unternehmen Aufträge aus Asien im Volumen von 26 Millionen Euro gemeldet hat.

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