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Blick auf den Finanzmarkt : Dax verliert weiter

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Der Verlust der höchsten Kreditwürdigkeitsnote der Vereinigten Staaten hat am Montag die Nervosität der europäischen Aktienanleger weiter geschürt. Stabilisierungsversuche seitens der Politik verhindern nach Aussage von Börsianern aber größere Kursverluste.

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          Der befürchtete Ausverkauf an den europäischen Aktienbörsen ist am Montag zunächst ausgeblieben. Das Bekenntnis der G7-Staaten, die Finanzmärkte stabilisieren zu wollen, und Spekulationen auf Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) verhindern größere Kursverluste. Einige Börsianer hatten nach der Herunterstufung der amerikanischen Kreditwürdigkeit am Freitagabend für die neue Handelswoche eine Fortsetzung der rasanten Talfahrt an den europäischen Börsen vorhergesagt.

          Der Dax fällt um 0,7 Prozent auf 6195 Punkte, zeigt sich aber sehr volatil. Zwischenzeitlich notierte der Index deutlich im Plus. Der Eurostoxx 50 steigt um 0,8 Prozent auf 2393 Zähler. Der FAZ-Index gibt 0,8 Prozent auf 1386 Punkte nach, der MDax 1,4 Prozent auf 9008 Stellen und der TecDax 0,6 Prozent auf 713 Punkte.

          Finanzwerte stehen nach den Anleihekäufen der EZB im Vertrauen auf eine Lockerung der Geldpolitik an der Dax-Spitze. Die Papiere der Deutschen Bank verteuern sich um 1,5 Prozent auf 33,83 Euro, Allianz gewinnen 1,3 Prozent auf 80,15 Euro und Münchener Rück 1,5 Prozent auf 94,22 Euro. Lediglich Commerzbank notieren schwächer. Die Reaktion der Währungshüter auf die jüngsten Verwerfungen an den Märkten kann Experten der Royal Bank of Scotland zufolge als „kraftvolle“ Antwort verstanden werden.

          Kurse deutscher Anleihen brechen ein

          Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind angesichts des extremen Rückgangs der Renditen italienischer und spanischer Anleihen stark unter Druck geraten. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 130 Basispunkte auf 131,06 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 62 Basispunkte auf 120,20 Prozent.

          Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) am Sonntagabend signalisierten Käufe von italienischen und spanischen Staatsanleihen hatten zu Handelsbeginn eine durchschlagende Wirkung. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen fiel um 0,57 Prozentpunkte auf 5,517 Prozent. Entsprechende spanische Papiere fielen um 0,58 Prozentpunkte auf 5,457 Prozent. Deutsche Bundesanleihen hatten in den vergangenen Tagen von der Flucht aus den Anleihen beider Länder profitiert. Die EZB hatte am Sonntagabend angekündigt ihr Anleihenkaufprogramm „aktiv umzusetzen“. Sie begrüßte die neuen Reformanstrengungen beider Länder.

          Die Reaktion der EZB von Sonntagabend auf die jüngsten Verwerfungen an den Märkten kann nach Meinung der Experten der Royal Bank of Scotland (RBS) als eine „kraftvolle“ Antwort verstanden werden. Wie die Experten der RBS in einer Studie von Montag schreiben, dürften die Aufkäufe von italienischen und spanischen Staatsanleihen den drohenden Kollaps der Bondmärkte der angeschlagenen Länder verhindern. Die Risikoaufschläge beider Länder dürften laut RBS um 1,00 bis 1,50 Prozentpunkte sinken.

          Kaum Druck auf Dollar nach Abstufung

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