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Blick auf den Finanzmarkt : Dax verbucht weitere Kursgewinne

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Die wichtigsten deutschen Aktienindizes verzeichnen am Donnerstag deutliche Kursgewinne. Anschlusskäufe nach dem am Vortag gestarteten Befreiungsschlag sollten die Erholung in Hoffnung auf Fortschritte bei der Bekämpfung der Schuldenkrisen in Europa weiter vorantreiben, heißt es optimistisch.

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          Der deutschen Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstag im frühen Handel sehr fest und baut seine Gewinne der Vortage damit aus. Angesichts freundlicher amerikanische Börsen und des bevorstehenden Verfalltags an den Terminbörsen am Freitag profitiere der Markt von Eindeckungskäufen, meint ein Händler. Gegen 9.50 Uhr steigt der Dax um 2,4 Prozent oder 126 auf 5.468 Punkte. Die schlechten Nachrichten aus der Eurozone seien abgearbeitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben nach der Telefonkonferenz mit Griechenlands Premierminister George Papandreou am Mittwochabend verlauten lassen, sie seien „überzeugt, dass die Zukunft Griechenlands in der Eurozone ist“. Die Hoffnungen richteten sich nun auf mögliche Aussagen zu quantitativen Maßnahmen durch die amerikanischen Notenbank in der kommenden Woche. Im Tagesverlauf könnten Impulse von einer wahren Flut an amerikanische Konjunkturdaten kommen. Neben der Inflationsrate und Industrieproduktion stehen der Empire-State- und der Philadelphia-Fed-Index auf dem Terminkalender. Dazu kommen noch Leistungsbilanz, Realeinkommen und die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Bei einem informellen Eurofi-Treffen in Polen sprechen zudem EU-Wettbewerbskommissar Almunia, EZB-Direktoriumsmitglied Praet, Bundesbank-Vizepräsidentin Lautenschläger und EZB-Chef Trichet.

          Sehr fest zeigen sich die Versorger. „Durch die freundliche Markttendenz kann sich endlich die positive Nachrichtenlage bei Versorgern durchsetzen“, sagt ein Händler. Der Sektor war am Dienstag von Morgan Stanley hoch gestuft worden, und Eon als ein Titel der „ersten Wahl“ genannt worden. Zudem helfe die Nachricht, der Versorger stehe kurz vor dem Verkauf seines Gas-Netzes. Eon steigen um 5 Prozent auf 15,00 Euro und RWE um 3,4 Prozent auf 24,41 Euro. Gefragt sind darüber hinaus Siemens. Die Citigroup hat die Aktie auf ihre Favoritenliste genommen. Siemens steigen um 2,6 Prozent auf 68,55 Euro. Weniger stark als der Gesamtmarkt präsentieren sich dagegen die als defensiv geltenden Pharmawerte. So ziehen Merck lediglich um 0,7 Prozent auf 57,35 Euro und FMC um 0,3 Prozent auf 49,72 Euro. In dem an Unternehmensnachrichten armen Geschäft sorgt eine Umsatz- und Gewinnwarnung von Aixtron für Aufmerksamkeit. Das Unternehmen sieht die Marge nur noch bei 25 Prozent bis 30 Prozent nach zuvor 35 Prozent und den Umsatz bei bis zu 650 Millionen nach bisher bis zu 900 Millionen Euro. Die Absenkung der Prognose durch Aixtron ist nach Ansicht eines Analysten das Ausmaß betreffend überraschend. Bei hohen Umsätzen bricht die Aktie um knapp 22 Prozent auf 11,07 Euro ein.

          Bundesanleihen und Treasuries kaum verändert

          Die Bondmärkte haben sich am Donnerstag im frühen Handel nur unwesentlich verändert. Kurzläufer gaben allerdings etwas stärker nach. Bei den deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren blieb die Rendite bei 1,88 Prozent nahezu unverändert. Der Bund-Future fiel 27 Basispunkte auf 136,61 Prozent. Die Rendite der zweijährigen deutschen Bundesanleihen legte um drei Basispunkte zu und lag zuletzt bei 0,59 Prozent. Bei Staatsanleihen aus der Europeripherie waren lediglich Papiere aus Griechenland massiv unter Druck. Die Rendite der zehnjährigen Griechen-Anleihen kletterte um 55 Basispunkte auf 22,94 Prozent. In den Vereinigten Staaten rentierten Treasuries mit Fälligkeit in zehn Jahren kaum verändert bei 1,99 Prozent, bei zweijährigen Papieren war die Rendite ebenfalls wenig verändert bei 0,18 Prozent. Marktteilnehmer davon aus, dass die Verbraucherpreise im August in den Vereinigten Staaten mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent den niedrigsten Anstieg in einem Jahr verzeichnen. Am Primärmarkt will Frankreich Staatsanleihen im Umfang bis zu 8,5 Milliarden Euro und Laufzeiten von zwei, drei und fünf Jahren begeben. Spanien will bis zu vier Milliarden Euro beschaffen und plant bei der Auktion am Donnerstag Laufzeiten von acht und neun Jahren.

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