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Blick auf den Finanzmarkt : Dax verbucht nette Kursgewinne

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Gestützt auf positive Vorgaben und optimistisch interpretierte Daten ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Im Fokus stünden mehrere Kapitalerhöhungen mit dem Rekord-Hunger nach frischem Kapital der Deutschen Bank als Highlight.

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          Die Erleichterung über die am Wochenende gefassten Beschlüsse zu den Eigenkapitalanforderungen an die Banken verhelfen dem deutschen Aktienmarkt am Montag im frühen Handel zu Kursgewinnen. „Basel III ist sowohl hinsichtlich der Kriterien als auch der Fristen nicht zum befürchteten 'großen Knall' geworden“, sagt ein Händler. Bis 9.56 Uhr MESZ gewinnt der Dax 19 Punkte oder 0,3 Prozent auf 6.233 Stellen und notiert damit etwas fester. Gestützt werden die Kurse auch von positiv interpretierten Konjunkturdaten aus China. Dort ist die Industrieproduktion im August um 13,9 Prozent binnen Jahresfrist gestiegen. Volkswirte hatten im Mittel ihrer Prognosen lediglich eine Zunahme um 12,9 Prozent erwartet. Eine Herunterstufung deutscher Aktien auf „Neutral“ durch die Deutsche Bank belastet vor diesem Hintergrund nicht.

          Die Agenda der Konjunkturdaten ist am Montag lediglich mit Daten aus der bestenfalls dritten Reihe bestückt. Auch seitens der zuletzt Markt bewegenden Bond-Auktionen europäischer Staaten ist zu Wochenbeginn noch nicht mit Impulsen zu rechnen. Spannend könnte vor dem Hintergrund der Basel-III-Einigung allerdings die für 13.00 Uhr angesetzte Pressekonferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich werden. Charttechnisch sieht Staud Research in den Bereichen von 6.230 und 6.340 Punkten Widerstände für den Dax. Unterstützung machen die Analysten auf dem Niveau von 6.060 Punkten aus. In Europa geht es für den Bankensektor kräftig nach oben. „Mit Basel III ist den Banken die Unsicherheit darüber genommen worden, welche Summen sie zurückhalten, und welche sie ausschütten können“, sagt ein Marktteilnehmer. Außerdem erfüllen bereits jetzt viele Institute die höheren Kapitalanforderungen. So steigen etwa Societe Generale 3,4 Prozent oder Credit Agricole 3,9 Prozent. Für eine Commerzbank geht es 1,5 Prozent nach oben.

          Nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung von 9,8 Milliarden Euro geraten Deutsche Bank allerdings unter leichten Abgabedruck und verlieren 0,5 Prozent auf 47,44 Euro. Der Schritt ist erwartet worden und weitestgehend eingepreist nach den deutlichen Verlusten am Freitag, heißt es im Handel. In der vergangenen Woche war über eine Erhöhung von 9 Milliarden Euro spekuliert worden. Das Geld soll zur Komplettübernahme der Postbank wie auch zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet werden. Der angekündigte Rückkauf von 3,1 Millionen eigener Aktien sollte zudem abermalige größere Verluste verhindern, heißt es. Unter starken Abgabedruck geraten Deutsche Postbank. Die Deutsche Bank strebt einen Übernahmepreis in einer Größenordnung zwischen 24 und 25 Euro an, die Aktie ist am Freitag allerdings mit 27,03 Euro aus dem Handel gegangen. „Da haben sich am Freitag einige angesichts der Spekulationen über eine Kapitalerhöhung der Deutschen Bank der Hoffnung auf eine ordentliche Prämie hingegeben und sind damit jetzt offensichtlich auf den Hintern gefallen“, so ein Marktteilnehmer. Die Aktie verliert 6,5 Prozent auf 25,28
          Euro.

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